Jahrgang 2017

TV vom 26.03.2017

Neue Beratungsstelle in Wittlich
Wittlich. Frauen und Männer, die aufgrund der Erziehung ihrer Kinder oder der Pflege eines Angehörigen zurzeit nicht erwerbstätig sind und wieder ins Berufsleben einsteigen möchten zu beraten - das ist die Aufgabe der Beratungsstelle "Neue Chancen Trier", die jetzt auch in Wittlich vor Ort sind. Das Angebot umfasst neben Informationsveranstaltungen individuelle Beratungsgespräche sowie Coaching. Es ist für die Ratsuchenden kostenlos.
Wo finde ich einen Kindergartenplatz? Ist meine Qualifikation noch ausreichend, und wo kann ich mich fortbilden? Wer kann mich bei meinem Wiedereinstieg unterstützten und beraten? Frauen und Männer, die nach einer Familien- oder Pflegephase zurück in die Erwerbstätigkeit wollen, haben viele Fragen wie diese. Die Angebote der Beratungsstelle "Neue Chancen Trier" zielen darauf ab, Interessierte auf diesem Weg zu begleiten. Das Beratungsangebot ist an die Bedürfnisse jedes Ratsuchenden angepasst, kann in Einzelberatung oder Gruppenseminaren stattfinden. Das Angebot wird gefördert vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz. Informationen sowie einen ersten Einblick in die vielfältigen Fragen, mit denen sich Wiedereinsteigende beschäftigen müssen, können Interessierte bei den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen erhalten. Weiterhin besteht die Möglichkeit einen Termin zu einem persönlichen Gespräch zu vereinbaren.

EXTRA: Veranstaltung und Kontaktdaten: Eine Info-Veranstaltung mit dem Thema: „Wie gelingt mein beruflicher Wiedereinstieg? Problemfelder und Lösungsansätze – Gut informiert entscheiden“ findet am Donnerstag, 27. April, im Palais Wittlich in der Kurfürstenstraße 51 von 14.30 bis 16.30 Uhr statt. Die Veranstaltung ist kostenlos und bietet die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Frauen. Infos sind erhältlich unter Telefon 0651/41061 oder per E-Mail an Neue-Chancen    palais-ev.de

TV vom 06.01.2017

In Trier hat Golin Saado wieder das Lachen gelernt
Als sich der junge Kurde Golin Saado im Oktober 2015 in Aleppo auf den Weg in Richtung Westen machte, wusste er nicht, wo Trier liegt. „Ich hätte mit 18 zur Armee und in den Krieg gemusst“, antwortet der kräftige junge Mann auf die Frage nach der Ursache für seine Flucht. „Mir hat schon damals kaum jemand geglaubt, dass ich erst 17 bin.“ So sammelte seine Familie das notwendige Geld für den weiten Weg nach Deutschland.
Trier. „An der Grenze zur Türkei musst Du schnell laufen“, sagt Golin, der gerne lacht und im Walzwerk Kürenz, dem Wohnheim des Palais e.V. für junge Flüchtlinge zu den Vorzeigebewohnern gehört.
Stefanie Arweiler ist bei der Jugendhilfeeinrichtung für die Betreuung dieser Jugendlichen verantwortlich. „Wir haben hier derzeit 40 Bewohner aus Syrien, Afghanistan oder Gambia“, erläutert die Diplom-Pädagogin. „Der Entwicklungsstand dieser Jungs ist vollkommen unterschiedlich. Deshalb geht es nicht ohne intensive individuelle Betreuung.“
Nicht alle sprechen so gut Deutsch wie Golin Saado, der im Auguste-Viktoria-Gymnasium Trier in der elften Jahrgangsstufe die Integrationsklasse besucht. Vor allem Englisch falle ihm leicht, sagt er, weil er das von seiner Mutter, einer Lehrerin, schon als Kind gelernt habe.
Und dann spricht er wieder von seiner Flucht: „An der türkischen Grenze zu Syrien musst du schnell laufen, weil trotz Schmiergeld schon der nächste Grenzer schießen könnte.“ Auf der Suche nach einem Schlepper in Izmir war Golins Vater, ein Kaufmann und Landwirt, noch dabei. Danach reiste er zurück in das Dorf bei Aleppo und hielt fortan nur noch per Mobiltelefon Kontakt zu seinem Sohn. Im kurdisch dominierten Teil des Landes hofft die Familie Saado darauf, den brutalen Bürgerkrieg zu überstehen.
Für Golin ging es nach zwei Wochen weiter, mit einer Gruppe von 35 Flüchtlingen aus Syrien, Marokko und Irak, die auf der gefährlichen und anstrengenden Reise bis Kroatien beisammenbleiben sollte. „Wir sind mit Waffen gezwungen worden, das marode Schlauchboot zu den griechischen Inseln zu besteigen“, erinnert sich der junge Mann ganz genau – ebenso wie an viele weitere Stationen seiner Flucht. Bittere Kälte und große Angst waren immer wieder seine Begleiter. Mazedonien, Serbien, Kroatien … - Golin war in den immer größer werdenden Menschenmengen an den Grenzen auf sich gestellt.
„In Österreich sind wir auf einer Autobahn gegangen, da waren nur Leute.“ Und immer sei Geld verlangt worden. „Bei uns in Syrien ist das Taxifahren nicht teuer. In Österreich musste ich 100 Euro für eine Fahrt im vollen Auto zahlen. Als ich dann in Wien gefragt habe, was ein Bahnticket nach München kostet, hatte ich nicht mehr genug Geld dafür.“ Nach Koblenz, wo ein Bekannter des Vaters seit Jahren lebt, hätte die Bahnfahrt sogar 120 Euro gekostet. „Aber ich hatte nur noch 60 und habe schon gedacht, dass ich in Österreich bleiben muss.“
Unverhoffte Hilfe kam von einem jungen Mann, der ihn am Bahnhof fragte, warum er so traurig ist. Er war Kurde und versprach Golin, die Weiterfahrt in einem kostenlosen Zug bis an die deutsche Grenze zu organisieren. „Ich bin mit ihm gegangen und musste drei Tage warten,“ erinnert sich Golin und schüttelt dabei den Kopf. „Mann, hatte ich da eine Riesenangst. Ich wusste ja nicht, wer das ist und ob er vielleicht etwas anderes mit mir vorhat.“
Tatsächlich klappte es mit dem Zug. Und was dann passierte, lässt den jungen Syrer breit grinsen. „Was ich in Deutschland als Erstes gelernt habe, ist die Beutung von Regeln und Pünktlichkeit.“ Nach 14 Stunden in der Schlange an der Grenze sei ihm unmissverständlich gesagt worden, dass er jetzt nicht auf die Toilette gehen könne. „Die Polizei da war nett, aber anstrengend“, lautet die Umschreibung dieser besonderen Drucksituation aus heutiger Sicht.
Über ein Aufnahmelager in Frankfurt ging es weiter nach Koblenz, wo ihm der Freund seines Vaters nach zwei Tagen empfahl, in Trier einen Asylantrag zu stellen. „Der hat gesagt, Trier ist gut für junge Flüchtlinge, und ich war wirklich überrascht, dass ich hier nicht im Camp in der Dasbachstraße bleiben musste, nachdem sie dort meinen Pass gesehen hatten, sondern mit anderen Jugendlichen zusammenwohnen konnte.“
Am 31. Oktober 2015 kam Golin Saado nach Trier, schon in der folgenden Woche begann der sechsmonatige IntensivKurs in Deutsch. „Meine Betreuer haben danach gesagt, ich soll ins Gymnasium. Da haben wir normalen Unterricht und machen viel mit deutschen Schülern zusammen,“ erzählt der junge Mann, der seinen 18. Geburtstag in Deutschland gefeiert hat. „Trier ist echt cool.“
Stefanie Arweiler ist vom Erfolg der intensiven Integrationsmaßnahmen überzeugt. „Aber die jungen Männer können natürlich noch nicht alles automatisch, was sie zum selbstständigen Leben in Deutschland brauchen, wenn sie 18 geworden sind.“ Das gelte sogar für den Vorzeigebewohner des Walzwerks.
Für Golin Saado, der sich bereits in einer deutschen Partei engagiert, hat die Volljährigkeit zumindest eine Konsequenz: „Meine Eltern kann ich nicht mehr nachkommen lassen.“ Dennoch sieht er seine Zukunft in Deutschland. „Wenn alles klappt, studiere ich Architektur.“ Aber zunächst stehen Anhörung und Entscheidung für sein Asylverfahren an.
Extra:
2889 unbegleitete junge Flüchtlinge wurden zum Stichtag 15. Dezember 2016 in Rheinland-Pfalz betreut. Etwa 80 Jugendliche werden von den Jugendämtern in jedem Monat neu vorläufig in Obhut genommen. In Zukunft sollen dafür nur noch die Jugendämter Trier und Mainz-Bingen zuständig sein. Das Schwerpunktjugendamt vermittelt die Jugendlichen an die freien Träger der Kinder und Jugendhilfe, wie dem Palais e.V. in Trier. Diese sind während des sogenannten Clearingverfahrens, in dem Herkunft, Identität und mögliche verwandschaftliche Beziehungen zu Menschen in Deutschland geklärt werden, und auch danach für die individuellen pädagogischen Maßnahmen sowie die verwaltungs-, sorgerechtlichen und organisatorischen Abläufe zuständig.

TV vom 02.01.2017

Kicken mit Kohr für den guten Zweck
Fußballschule sammelt 1000 Euro für Palais e.V.
Trier. Rund 70 Teilnehmer der Kick It- Academy und ihre Eltern nahmen am Jahresabschluss teil. Mit dabei war auch Bundesligaspieler Dominik Kohr (FC Augsburg), der zum Saisonende in seine Heimat Trier gekommen war. Er unterstützte eine Verlosung mit seinem Originaltrikot und seinen getragenen Fußballschuhen. Die jungen Fußballer kamen auf ihre Kosten: Kohr stellte sich ihren neugierigen Fragen, gab eine Autogrammstunde und lieferte sich auf dem Kunstrasen Duelle mit den Nachwuchskickern.
Das Kick It-Team Damian Stoklosa, Markus Schottes und Niki Wagner nutzte den Nachmittag und präsentierte das Konzept und die Inhalte der Kick It-Academy Fußballschule und der Ballschule für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, sowie die Inhalte und Ideen des vor kurzem gegründeten Vereins FC Trier 2016 e.V. Der Erlös der Tombola ging an den Palais e.V. der von Christian Botzet und seinem Team vertreten wurde. Botzet dankte den Organisatoren und Kohr für die Unterstützung mit 1000 Euro: "Die großartige Spende fließt komplett in unseren Palais-Sozialfonds, mit dem vielschichtige Angebote wie zum Beispiel Freizeitaktivitäten oder Ferienfreizeiten der von uns betreuten Kinder und Jugendlichen unterstützt werden."

Aktuelles

Ernährungsbildung mit allen Sinnen

Fortbildung »Ich kann kochen!« der Sarah Wiener Stiftung
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Beratungsstelle "Neue Chancen Trier"

Beratungsstelle Neue Chancen: Perspektivencafé am 12.09.2017
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»Einstieg Deutsch«

Lernangebot für Geflüchtete: Neuer Kurs startet im Winter.
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»In Gedenken«

Wir trauern um unser Vorstandsmitglied Dieter Ferring.
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»Hoch hinaus - Das Ferienspecial!«

Termine im Juli bis August 2017 im Waldseilgarten Trier.
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