Jahrgang 2015

trier-reporter.de vom 05.11.2015

Talentcampus mit über 50 jugendlichen Flüchtlingen
Trier. Diese Woche startete die Volkshochschule (VHS) Trier einen weiteren Talentcampus. Nach einem ersten Projekt in den Sommerferien lernen nun rund 50 unbegleitete jugendliche Asylsuchende sieben Wochen lang morgens Deutsch und nehmen am Nachmittag in zahlreichen Workshops Kultur- und Sportangebote wahr. Diese werden angeboten von Trägern der Jugendhilfe wie dem Palais e.V., der Europäischen Sportakademie, Kulturschaffenden wie Elke Reiter, Steff Becker oder Engel Matthias Koch, der Tanzschule „Dance In“ und vielen anderen Trierer Organisationen und Einzelpersonen.
Das Projekt „Talentcampus“ wird im Bundesprogramm „Kultur macht stark“ durchgeführt; dies ist auch das Motto des Projektes der VHS und ihrer Kooperationspartner. Den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, in der Gruppe neue Erfahrungen zu machen, zu kommunizieren, damit noch besser Deutsch zu lernen und in kulturellen Projekten zur Ruhe zu kommen, ist das vordringliche Ziel.
Das Bundesbildungsministerium und der Deutsche Volkshochschulverband unterstützen das Projekt mit rund 80.000 Euro. Die Förderzusage kam laut Gisela Sauer, der Programmverantwortlichen bei der VHS, sehr schnell, weil Trier eine der ersten deutschen Städte ist, die einen Talentcampus für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge anbietet. (tr)
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Trierischer Volksfreund vom 01.11.2015

Ab heute kommen mehr junge Migranten
Trier/Mainz. Mit dem Stichtag 1. November hat sich das Prozedere bei der Verteilung und Betreuung alleinreisender minderjähriger Flüchtlinge geändert. Ab sofort gilt für sie derselbe Verteilungsschlüssel wie für Erwachsene.
Trier/Mainz. Wenn Kinder und Jugendliche allein auf der Flucht sind, erhalten sie in Deutschland besonderen Schutz. Sie werden nicht in den Erstaufnahmeeinrichtungen betreut, sondern in sogenannten Clearingstellen wie dem Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg (Kreis Trier-Saarburg). Das Jugendamt der Stadt Trier war bislang für alle jungen Flüchtlinge ohne Angehörige zuständig, die in Rheinland-Pfalz aufgegriffen wurden oder einen Asylantrag gestellt haben. Etwa 800 waren das in diesem Jahr.
Diese Zahl wird bis zum Jahresende vermutlich noch einmal deutlich steigen. Grund dafür ist auch eine Änderung der Asylgesetzgebung. Demnach müssen die jungen Migranten nicht mehr zwingend in dem Bundesland betreut werden, in dem sie angekommen sind. Ab sofort gilt auch für alleinreisende Kinder und Jugendliche der Königsteiner Schlüssel. Rheinland-Pfalz ist nun verpflichtet, 4,83 Prozent aller in Deutschland einreisenden jungen Migranten aufzunehmen.
Das Jugendamt Trier gilt zwar nach wie vor wegen der langjährigen Erfahrung als Referenzeinrichtung für Rheinland-Pfalz. Allerdings sind nun auch fünf weitere Jugendämter im Land zuständig, unter anderem die Ämter in Koblenz, Kusel und Mainz-Bingen. Die Gesamtkoordination übernimmt das Landesjugendamt in Mainz. Jugendhilfeträger wie der Palais e.V in Trier befürchten nun, dass es eine sehr schnelle Zunahme der Fälle in Rheinland-Pfalz geben wird, weil andere Bundesländer ihr Soll bereits erfüllt haben. So hat das Saarland schon angekündigt, keine alleinreisenden jugendlichen Flüchtlinge mehr aufzunehmen.
Für das kommende Jahr erwarten die deutschen Jugendämter bis zu 40 000 dieser besonders schutzbedürftigen Asylbewerber. Für Rheinland-Pfalz würde das eine Zunahme auf fast 2000 Kinder und Jugendliche bedeuten.
Seit einigen Wochen besteht in der Region Trier auch die Möglichkeit, junge Flüchtlinge in Gastfamillien aufzunehmen. Nach Auskunft von Carsten Lang, Erziehungsleiter bei Don Bosco Helenenberg, haben bereits 50 Familien ihr Interesse dafür bekundet. Bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 11. November, 18.30 Uhr, im Jugendhilfezentrum Helenenberg bei Welschbillig werden ausführliche Informationen zum Thema Gastfamilie gegeben.
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Trierischer Volksfreund vom 30.10.2015

Trierer Spendenlauf für Flüchtlinge: 5726 Runden und 15.400 Euro Bischofsvikar Dompropst Werner Rössel zählte morgens um 11.30 Uhr zu den ersten Besuchern und wünschte allen Teilnehmern, die für gelebte Solidarität an den Start gingen, Gottes Segen. Neben vielen Einzelpersonen beteiligten sich über 20 Sportvereine und Lauftreffs sowie einige Schulen und Kitas. Firmen aus der Region und Luxemburg traten mit eigenen Mannschaften an und unterstützten als Spender. Den Tagesrekord mit 65 Runden stellte Melanie Zender auf, die wie sechs weitere Läufer sogar die Marathondistanz von 42,195 km lief.
Eric Padieu hält als zeitlich längster Läufer einen weiteren Rekord, er blieb die kompletten 6,5 Stunden auf der Strecke. Eltern waren mit ihren Kindern am Start, manche noch im Kinderwagen, einige Walker und viele spontan Begeisterte, die einfach mit normaler Kleidung eine Runde mitliefen. Eine Nonne heftete sich die Startnummer gleich an die Ordenstracht. Die Gruppe „Schweißperlen und Jugendsünden“ rund um DJ Legende Axel Schweiss (alias Alois Kramp) sorgte mächtig für Stimmung, als die Musikerfreunde mit Gitarrenbegleitung von Marco Dühr ihre Runden drehten.
Theaterintendant Karl Sibelius kam direkt vom Konzert dazu und lief mit seinen beiden Kindern Ella und Jakob mit. CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner, die extra aus Mainz angereist war, ging um 14 Uhr im Laufdress mit an den Start und bedankte sich bei allen Teilnehmern für so viel bürgerschaftliches Engagement. CDU, SPD und Grüne waren mit eigenen Laufgruppen mit am Start und setzten ihre politischen Signale. Das Kleine Volkstheater mit Frontfrau Gabi Hahn überreichte zum 25jährigen Jubiläum eine Spende über 1.000 Euro, legte noch mal 1.000 Euro für die Jugendarbeit im Exhaus drauf.
Die stärkste Läufergruppe stellte die Lebenshilfe mit 26 Teilnehmern. Als gemeinnütziger Verein selbst auf Spenden angewiesen, haben die Lebenshelfer laufend Solidarität gezeigt. Mit Capito, dem Büro für leichte Sprache, informierten sie über den Abbau sprachlicher Hürden. Weitere rund 20 Initiativen, u.a. die Ehrenamtsagentur, das Bistum, Vereine wie Refugium Trier, Refugee Law Clinic, Multikulturelles Zentrum, informierten über ihre Flüchtlingshilfen. Das Palais ist nicht nur einer der beiden Empfänger der Spenden für die Betreuung von minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen, hier lief der Chef auch selbst mit. Reinhold Spitzley lief zusammen mit einigen Kollegen etliche Runden, unterbrach zwischendurch immer für kurze Interviews auf der Programmbühne, um die Flüchtlingsarbeit im Palais zu erklären.
Beeindruckende musikalische Umrahmung gab es von den überregional erfolgreichen Musikern Steff Becker, Nico Mono, Daniel und Gert Bukowski, Dominique Koch, Marco Dühr und Achim Weinzen, der mit seinem aktuellen Trier-Lied mitten ins Herz der Besucher traf. Die Künstler aus dem Pick-a-back Musiknetzwerk sorgten am Nachmittag auf dem Domfreihof für Festivalstimmung.
Der Initiativkreis rund um Katrin Hülsmann, Hiltrud Zock, Silvia Günther (ensch-media), Egbert Ries und Christoph Güntzer mit dem Silvesterlauf Trier e.V. hatte innerhalb weniger Wochen mit den Trierer Sportvereinen Deutscher Alpenverein Sektion Trier e.V., FSV Trier-Tarforst, Gesundheitspark Trier – Verein für Herzsport und Bewegungstherapie Trier e.V., Polizei SV Trier, Post-Sportverein Trier e.V., SV Eintracht Trier 05, Trierer Stadtlauf e.V., Trimmelter Sportverein Trier e.V. als Sponsoren sowie Kultur am Dom und dem Besucherdienst des Bistums Trier starke Partner an Bord, die gemeinsam für eine gute Organisation und sieben Stunden beste Stimmung auf dem Domfreihof sorgten. Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern im Rathaus war bestens, erzählen die Organisatoren. „Im Generalvikariat haben wir ebensolche kurzen Entscheidungswege und Unterstützung von vielen Bistumshelfern bekommen, die schon im Vorfeld und am Veranstaltungstag aktiv waren.“ „Das Silvesterlauf-Team mit der großen Erfahrung als Sportveranstalter und vielen ehrenamtlichen Helfern ist im Initiativkreis einer der wichtigsten Partner,“ betont Hiltrud Zock. Der gemeinnützige Verein verwaltet alle Spendeneingänge und stellt die Zuwendungsbescheinigungen aus. Wer die sprachliche Bildung und die Integration von Flüchtlingen, insbesondere die Betreuung von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen auf der Flucht unterstützen möchte, kann seine Spende auch immer noch nachholen. Gefördert werden zusätzliche Deutschkurse, Unterrichtsmaterialien, Honorarkosten und Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche in Koordination mit dem Caritasverband Trier und dem Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V.
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Trierischer Volksfreund vom 19.10.2015

In der Mitte entsteht eine Zuflucht
Bald Anlaufstelle für minderjährige Migranten in der Gartenfeldstraße - Städtische Ämter informieren im Ortsbeirat.
Trier. Ist die Flut der Flüchtlinge allein ein Problem der Stadtteile Trier-Nord und Euren als Sitz der Aufnahmeeinrichtungen? Welche Aussichten und Möglichkeiten zur schnellen Integration insbesondere junger Emigranten sieht die Verwaltung? Auf Antrag der CDU-Fraktion begrüßte Ortsvorsteher Dominik Heinrich zu der Thematik Sozialamtsleiter Hans-Werner Meyer sowie vom Jugendamt Leiter Achim Hettinger und Ruth Strauß. Zu der Anfrage erklärte CDU-Ratsmitglied Richard Roscheck, der auch Vizevorsitzender des Postsportvereins Trier (PST) ist: "Wir wollen wissen, was der Ortsbeirat Trier-Mitte-Gartenfeld zur Integration von denen leisten kann, die länger im Stadtteil bleiben." Beispielsweise wolle der PST möglichst sogenannte unbegleitet eingereiste Jugendliche in das Vereinsleben einbeziehen - als Ansatz zur Integration. Aber wo seien die Ansprechpartner, an wen könne sich der PST konkret wenden?
Am Rand der Kapazitäten
Jugendamtsleiter Hettinger sprach von einer schwierigen Lage in Trier. Nach einem seit Jahren fast unverändert gleichen Zulauf allein eingereister Kinder und Jugendlicher sei Mitte dieses Jahres die "Situation aus dem Ruder gelaufen". Nach Hilferufen aus Trier würden auch andere Jugendämter im Land die Aufnahme auffangen. Aber mit ständig 200 belegten Plätzen für die jungen Emigranten bleibe Trier am Rand seiner Kapazitäten. Hettinger berichtete von den Gesprächen mit dem Land über eine Neuorganisation. Es gehe um die Einrichtung von Schwerpunktjugendämtern, zu denen auch Trier zählen werde. Im Innenstadtbereich stehe derzeit die Suche nach geeigneten Unterkünften für die Jugendlichen im Vordergrund. Hettinger: "Das reicht von betreuten Wohngruppen bis zu Gastfamilien." In der Gartenfeldstraße entstehe gerade eine Anlaufstelle für unbegleitete Minderjährige und eine Unterkunft für zwei Gruppen mit insgesamt 16 Minderjährigen. Acht Jugendliche seien im Palais am Balduinsbrunnen untergebracht, zwei weitere Gruppen im Warsberger Hof. Die minderjährigen Allein-Emigranten sind laut Hettinger zu 95 Prozent männlich und meist 15 bis 17 Jahre alt.
Integrationsbereiten Vereinen wie dem PST riet Hettinger, sich auch an Kooperationspartner wie Don Bosco auf dem Helenenberg zu wenden. "Wichtig für die Integration sind nicht nur Angebote speziell für Flüchtlinge, sondern Möglichkeiten, bei denen alle mitmachen können, sagte Ruth Strauß vom Jugendamt.
Sozialamtsleiter Hans Werner Meyer verdeutlichte die aktuelle Trierer Gesamtsituation: Über Jahre war die Zahl von rund 450 Asylsuchenden in der Trierer Aufnahmeeinrichtung (Afa) konstant geblieben. Im September stieg die Zahl auf 800, und inzwischen müssen bis zu 1000 Menschen versorgt werden. Ziel des Amts ist es, möglichst viele Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen. Rund 60 Wohnungen seien bisher aus Privathand angeboten worden. Meyer: "Das ist erfreulich viel, doch auch das Angebot reicht nicht für den Gesamtbedarf."
24 Wohnungen seien an der Louis-Pasteur-Straße bereit, hinzu kämen bald Wohnungen in der ehemaligen Jägerkaserne. Im Blick sei auch die ehemalige Geschwister-Scholl-Schule. Meyer: "Außerdem ist gerade die Entscheidung gefallen, Container aufzustellen. So sind wir für die nächste Zeit ganz gut aufgestellt." Ortsvorsteher Heinrich wunderte sich über den Widerspruch zwischen den vielen Wohnungsangeboten für Flüchtlinge und der jährlichen zum Semesterbeginn aufflammenden Verknappung beim studentischen Wohnraum. Antwort von Amtsleiter Meyer: "Dieses Problem existiert inzwischen nicht mehr. Studentisches Wohnen konzentriert sich inzwischen auf die Höhen und das Trierer Umland."
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lokalo vom 12.10.2015

„Steff“ Becker unterstützt 1. Trierer Spendenlauf
Trier. Beim 1. Trierer Spendenlauf am 25. Oktober kann sich jeder gehend oder laufend für die Integration von Flüchtlingen einsetzen. Wenn alles klappt, wird es die bisher größte Laufveranstaltung in Trier, vielleicht sogar in Rheinland-Pfalz. Ein Teil des Rahmenprogramms steht bereits fest. Steff Becker, einer der profiliertesten Musiker der Region, hat kurzerhand seine Unterstützung zugesagt — zusammen mit seiner Band.
Becker sieht es als eine Verpflichtung an, Menschen die Not geraten sind, zu helfen. Besonders mit dem Blick in die Vergangenheit und seinem Anspruch, diese nicht zu vergessen, sollten wir uns den Aufgaben, die aktuell auf uns zukommen, mit voller Kraft und offenen Armen stellen. Für ihn gibt es keine Grenzen, weder im Kopf noch auf der Landkarte.
Wir sind alle Weltbürger – egal wo. Er erlebt Tag für Tag in seiner Arbeit im Palais e.V., welch große Bereicherung die Flüchtlinge auch bezogen auf Kultur, Musik, Handwerk, Medizin und damit für die Zukunft in unserem Land sein werden. Das Leben ist das höchste Gut. Jeder hat ein Recht darauf ohne Wenn und Aber, so sein Credo. Deshalb gibt es in seiner Band auch keine Ausländer sondern nur Musiker. Er freut sich, mit Marco Dühr, Behnam Hassani und Thomas Bitdinger auf den 25. Oktober und eine tolle Veranstaltung in Trier.
Laufende Unterstützung erhält die Veranstaltung auch durch den Lauftreff SV Olewig, dessen Leiter Christoph Heckel zusagte, dass 12 bis 15 Lauftreffmitglieder während der gesamten Laufzeit auf der Strecke sein werden. Für ihn ist die Unterstützung ein Teil des Spirits, den er an der Läuferszene im Trierer Land so schätzt. Ihre Unterstützung haben auch Teams von „getFit“ um Laufcoach Jens Nagel und des LT Schweich um den Vorsitzenden Dirk Engel bereits zugesagt. Meldungen sind möglich unter www.trierlaeuft.de. Die Spendensumme beläuft sich zur Zeit auf 3.700 Euro, dafür sagen wir schon einmal danke an alle, die die Aktion unterstützen.
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Trierischer Volksfreund vom 08.10.2015

Ohne Vater und Mutter unterwegs: Junge Flüchtlinge suchen Gastfamilien
Trierer Modell zur zeitlich begrenzten Betreuung Vorbild für andere Jugendämter im Land
Mit dem Flüchtlingsstrom steigt auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die ohne Begleitung durch Erwachsene nach Deutschland fliehen. Deren Betreuung regelt die Landesregierung Rheinland-Pfalz neu und setzt dabei auch auf Gastfamilien. 680 minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung hat das Jugendamt Trier bereits in diesem Jahr betreut. Es ist in Rheinland-Pfalz seit Jahren erste Anlaufstelle für diese oft traumatisierten Kinder und Jugendlichen und regelt gemeinsam mit dem Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg (Kreis Trier-Saarburg), dem Diakonischen Werk Bad Kreuznach und dem Palais e.V. in Trier die ersten drei Monate des Aufenthaltes. Für diese sogenannte Clearing-Phase, in der unter anderem Fluchtumstände und Familienstand geklärt werden und der Asylantrag gestellt wird, soll nun auch die Unterbringung in Gastfamilien möglich sein. Das vom Jugendhilfezentrum Helenenberg entwickelte "Trierer Modell" ist laut Integrationsministerin Irene Alt (Grüne) Vorbild für fünf weitere Jugendämter im Land, die ab dem 1..November ebenfalls zu Schwerpunktämtern werden. Koblenz, Kusel, Mainz-Bingen werden dazugehören. Verhandlungen mit zwei weiteren Kreisen laufen. Die Landesregierung reagiert damit auf eine Gesetzesänderung. Für die bundesweite Verteilung der minderjährigen Alleinreisenden gilt ab dem kommenden Monat eine feste Quote. Bis zum Jahresende werden dadurch in Rheinland-Pfalz bis zu 1100 junge Flüchtlinge erwartet. 2016 könnten es 1200 sein.
29 Familien haben bereits Interesse an der zeitlich begrenzten intensiven Betreuung eines jugendlichen Flüchtlings signalisiert. "Unser Ziel ist, dass jeder junge Mensch die Betreuung bekommt, die er braucht", sagt Carsten Jung vom Jugendhilfezentrum Don Bosco. 95 Prozent der alleinreisenden Flüchtlinge sind männlich und zwischen 15 und 17 Jahren alt. Sie werden bislang zunächst in der Region Trier betreut. Für Kinder und minderjährige Mädchen ist die Diakonie Bad Kreuznach zuständig.
Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entscheidet in Rheinland-Pfalz derzeit nur ein Beamter über die Anträge dieser Asylbewerber.
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Trierischer Volksfreund vom 01.10.2015

1. Trierer Spendenlauf: Jede Runde zählt für die Integration
Trier. Beim 1. Trierer Spendenlauf am 25. Oktober kann sich jeder gehend oder laufend für die Integration von Flüchtlingen einsetzen. Wenn alles klappt, wird es die bisher größte Laufveranstaltung in Trier, vielleicht sogar in Rheinland-Pfalz.
700 Meter lang ist die Runde um den Trierer Dom, die am Sonntag, 25. Oktober, zwischen 11.30 und 18 Uhr möglichst viele Menschen möglichst häufig absolvieren sollen. Ein individuell von den Teilnehmern festgelegter Spendenbetrag wird unmittelbar für die Sprachvermittlung und Integration von Flüchtlingen verwendet. Besonders unbegleitete Kinder und jugendliche Flüchtlinge sollen unterstützt werden. Mehr als 500 sind bereits in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz angekommen, wo das Jugendamt der Stadt Trier derzeit zentral für die Koordination zuständig ist.
Katrin Hülsmann ist die Ideengeberin für die Veranstaltung, für die sich alle großen Sportvereine der Stadt ebenso engagieren, wie das Bistum Trier, die City Initiative, der Leichtathletikverband Rheinland oder die Stadtverwaltung Trier. „Tausende Flüchtlinge haben auf der Flucht unzählige Kilometer unter menschenunwürdigen und lebensbedrohlichen Bedingungen zu Fuß zurückgelegt“, sagt Rechtsanwältin Hülsmann. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, in der Komfortzone unserer Gesellschaft zu laufen, zu walken oder zu gehen und gleichzeitig zu helfen.“
Gemeinsam mit Hiltrud Zock vom Agenturhaus fanden sich schnell Partner für den Benefizlauf. Besonders der Silvesterlauf e.V. ist dabei wichtig, denn mit dem traditionsreichen Laufgroßereignis am letzten Tag des Jahres und dem Firmenlauf hat er viel Erfahrung für die Organisation einer solchen Großveranstaltung. Vorstandsmitglied Christoph Güntzer: „Als wird vor drei Wochen von dieser Idee erfahren haben, waren wir sofort begeistert und haben sie weitergetragen. Mittlerweile sind alle großen Trierer Sportvereine mit im Boot.“
Die Vereine sollen nicht nur Garanten für viele Teilnehmer sein. Sie tragen auch die Kosten für die Organisation des Spendenlaufs. „So können alle Firmen und Organisationen, die sich üblicherweise als Sponsoren beteiligen, sich als Spender engagieren.“ Das kann zum Beispiel passieren, indem ein Unternehmen ein eigenes Läuferteam für den Lauf meldet und pro Teilnehmer und/oder absolvierte Runde einen Betrag zahlt.
Wie viele Starter und Runde letztlich zusammenkommen, wird sicher auch vom Wetter abhängen. Der gleichzeitig verkaufsoffene Sonntag wird aber für eine hohe Besucherfrequenz in der City sorgen. Die Haupteinkaufsstraßen sind nur einen Steinwurf von der Laufstrecke entfernt, die auch über den Domfreihof führt (siehe Karte). Dort wird es auch eine Bühne und Musik geben, verspricht Ralf Laux, Vorsitzender von Kultur am Dom e.V. Zudem haben Initiativen und Organisationen, die sich für Flüchtlinge engagieren, die Möglichkeit, sich auf dem Platz zu präsentieren.
Christoph Güntzer ist zuversichtlich, dass am 25. Oktober im Laufe des Tages mehrere Tausend Teilnehmer ihre Runden um den Dom sammeln. „Wir drucken 20 000 Starterkarten. Das wäre dann die größte Laufveranstaltung in Rheinland-Pfalz.“ Zumindest mehr Teilnehmer als beim Benefizlauf des Bistums Trier vor fünf Jahren sollen es werden. Damals ging es beim 25-Stunden-Lauf für die Bolivienhilfe ebenfalls in Runden um den Dom. 1001 Teilnehmer sammelten damals Runden für einen guten Zweck. Wallfahrtsorganisator Wolfgang Meyer ist auch diesmal Garant für personelle und organisatorische Unterstützung durch das Bistum Trier. „Es wird ein wunderbares Ereignis sein, um Gutes zu tun.“
Wie sehr möglichst viele Teilnehmer und Spender erwünscht sind, macht Christiane Hanke vom Palais e.V. deutlich, der seit Februar im Auftrag der Stadt die Versorgung minderjähriger alleinreisender Flüchtlinge übernommen hat: „Wir haben sehr großen Bedarf. Es fehlt einfach an Material und Möglichkeiten, die Jugendlichen wirklich zielgerichtet und vernünftig unterrichten zu können.“

So funktioniert's:
Beim 1. Trierer Spendenlauf rund um den Trierer Dom kann sich jeder daran beteiligen, etwas zur Sprachvermittlung und Integration von Flüchtlingen, insbesondere unbegleiteten Kindern und Jugendlichen zu tun. Jede Runde zählt, jeder kann mitmachen – gehen, walken oder laufen. Jede gelaufene Runde – 700 Meter lang – soll in eine Spende und diese in Deutschstunden umgewandelt werden. Es wird kein Startgeld erhoben, aber jeder Teilnehmer kann ein symbolisches Startgeld zahlen, wenn er seine Laufkarte abholt, auf der er seine Runden verzeichnet.
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Trierischer Volksfreund vom 16.09.2015

Golfen mit Herz
Benefiz-Turnier: Mehr als 14 000 Euro für drei soziale Einrichtungen der Region
Ensch. 64 Golfer haben auf der Anlage des Trierer Golfclubs in Ensch die Schläger für Hilfsbedürftige geschwungen: Stattliche 14 150 Euro gehen an die Suchtberatung "Die Tür", den Trierer Verein Palais sowie an das Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg. Der Golfclub Trier, der Lions Club Trier und der Rotary Club Trier hatten das Benefiz-Golfturnier veranstaltet.
Ensch. Die Fahrt zum Golfplatz Ensch hatte sich für Vertreter dreier sozialer Einrichtungen aus der Region Trier gelohnt: Der beachtliche Erlös aus einem Benefiz-Golfturnier, exakt 14 150 Euro, wurden gedrittelt. "Wir werden das Geld zum einen in eines unserer erfolgreichsten Projekte investieren, in die Arbeit mit Schulverweigerern", sagte Palais-Chef Reinhold Spitzley. Die Arbeit mit den jungen Menschen, die den Weg in Schule oder Ausbildung nicht alleine finden würden, sei auf Spenden angewiesen. Zum anderen würden die gespendeten Euro für Projekte mit minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen genutzt. Auch Wolfgang Marx, stellvertretender Leiter des Jugendhilfezentrums Don Bosco Helenenberg, will die Spende von über 4000 Euro für die sogenannte "Max und Moritz"-Gruppe, die sich ebenfalls um junge Schulverweigerer kümmert, einsetzen. Karl-Heinz Ney, erster Vorsitzender des Vereins "Die Tür", einer Suchtberatungsstelle in Trier, sagte: "Die öffentliche Finanzierung und ihre Lücken hält selten Schritt mit dem tatsächlichen Bedarf." Die Spende werde für die Arbeit mit den rund 1500 Suchtkranken, die jährlich die Beratungsstellen aufsuchten, verwendet.
Die Vertreter der großzügig bedachten Einrichtungen bedankten sich bei den Spendern unter anderem mit Einladungen, sich vor Ort über die soziale Arbeit zu informieren. Zum siebten Mal hatte der Golfclub Trier gemeinsam mit dem Lions Club Trier und dem Rotary Club Trier das Benefiz-Golfturnier auf dem Grün in Ensch ausgerichtet. Die exakt 14 150 Euro waren etwa durch den Verzicht des Golfclubs auf Nutzungsgebühren für den Platz, Spenden und Sponsorengelder zusammengekommen. Die Einnahmen von 11 650 Euro hatten die Veranstalter und der Rotary Club Porta-Nigra noch aufgestockt. "Insgesamt haben wir bislang 47 650 Euro spenden können", sagte Hans Schlechtriemen vom Lions Club Trier. Auch in den kommenden Jahren wird es laut Organisatoren an der Mosel wieder heißen: "Golfen für Hilfsbedürftige". kat
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Trierischer Volksfreund vom 16.07.2015

Den Wiedereinstieg in den Beruf finden
20 Frauen werden im Auftrag der Agentur für Arbeit Trier im Projekt Perspektive Wiedereinstieg des Palais e.V. seit April unterstützt. Angesprochen werden vor allem Frauen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium mitbringen und die aufgrund einer Familienphase oder weil sie einen pflegebedürftigen Angehörigen betreut haben, derzeit nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. "Wir bieten mit dem Projekt vielfältige Möglichkeiten der Beratung, des Coachings und der Qualifizierung und helfen ganz konkret bei der Suche nach dem richtigen Betrieb", erklärt Andreas Haupenthal, Bereichsleiter Berufshilfe des Palais e.V. Die Agentur für Arbeit Trier finanziert das Projekt, zuständig ist dort Claudia Manger. Sie erklärt: "Die Zeit für den beruflichen Wiedereinstieg war nie günstiger als jetzt. Frauen in der Familienphase, die sogenannte stille Reserve, sind ein wichtiges Potenzial für den nach Fachkräften ringenden Arbeitsmarkt."
Der Palais e.V. bietet für alle Interessierten am Montag, 20. Juli, von 10 bis 12 Uhr eine Informationsveranstaltung an. Sie können sich unter Telefon 0651/41061 für die Informationsveranstaltung anmelden oder auch ein Beratungsgespräch zum Wiedereinstieg vereinbaren.
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Trierischer Volksfreund vom 22.06.2015

Verbandsgemeinde sichert Überleben des Jugendkulturzentrums
(Bernkastel-Kues) Poetry-Slam in Bernkastel-Kues? Der in den USA erfundene Dichterwettstreit ist auch an der Mosel kein Fremdwort mehr - dank des Jugendkulturzentrums, das in den vergangenen Jahren Workshops auch zu diesem Thema angeboten hat. Der Verbandsgemeinderat hat nun sein o.k. für den Fortbestand der Einrichtung gegeben.
Bernkastel-Kues. Bewährungsfrist bestanden: Der Verbandsgemeinderat hat als letzte Instanz nun auch die Fortführung des Jugendkulturzentrums beschlossen. Das Jukuz wurde 2010 gegründet mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Nun stand an, die Befristung aufzuheben. Nach dem Jukuz-Beirat von Stadt und Verbandsgemeinde sowie dem Sozial- und Schulausschuss hatte auch der Stadtrat das befürwortet. Nun ist der Weg frei für weitere Jugendarbeit. Dabei kann das Jukuz bereits auf viele Aktivitäten zurückblicken. So fanden dort zum Beispiel einige der ersten Poetry Slams in Bernkastel-Kues statt. Im vergangenen Jahr kamen sechs Wort-Akrobaten in die Altstadt, ein Workshop für Neulinge flankierte die Aktion. Bei der Sitzung des Verbandsgemeinderates gab es dann auch Lob für die Aktivitäten des Jukuz und dessen Leiterin Camilla Müller. Bürgermeister Ulf Hangert bestätigte, dass das Jukuz eine Bereicherung sowohl für die Jugendlichen der Stadt Bernkastel-Kues als auch für die Jugendlichen der gesamten Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues sei. Camilla Müller, werde nun von ihrer Einstellungsbehörde (Palais Trier e.V.) einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten.
Das Jugendkulturzentrum habe inzwischen ein gut funktionierendes Netzwerk mit Vereinen, Verbänden, Schulen, kirchlichen Trägern und kommunalen Ehrenamtsprojekten aufgebaut und gute Arbeit geleistet, so Hangert. Auch in den einzelnen Fraktionen gab es positive Resonanz auf die Arbeit des Jukuz. Peter Licht von der SPD sagte: "Die Einrichtung zeichnet sich durch ein reichhaltiges Angebot aus und bindet die Heranwachsenden in die Gestaltung des Programms aktiv ein." Stefan Schmitt (CDU): "Seit der Gründung des Jugendkulturzentrums Bernkastel-Kues (Jukuz) hat sich diese Einrichtung bestens bewährt." Robert Wies (FDP): "Ich schließe mich den Worten meiner beiden Vorredner uneingeschränkt an." Lob gab es ebenso von Hans-Peter Ehses (Freie Bürgerliste Mittelmosel-Hunsrück e.V.) und Johannes Politz (Bündnis 90/Die Grünen). Die Einrichtung des Jukuz sei eine richtige und umsichtige Entscheidung gewesen. hpl
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Eifelzeitung vom 24. Februar 2015

Palais e.V. Eifel erhält neue Fahrzeuge von Renault Schäfer
Nerdlen. Die Institution Palais e.V. Eifel (Fachdienst zur individuellen und speziellen Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher) ist ein moderner Dienstleistungsbetrieb im sozialen Bereich, tätig in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe, der Integrationshilfe für autistische Kinder sowie in diversen Aufgabenstellungen (Verfahrensbeistandschaften, Umgangspflegeschaften, psyschologische Sachverständigengutachten) für die Familiengerichte im Einzugsgebiet. Der Standort der Institution im Landkreis Vulkaneifel befindet sich im TGZ Nerdlen. Insgesamt arbeiten dort derzeit ca. 30 Mitarbeiter/innen. Die Mitarbeiter/innen des Fachdienstes in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe verfügen über akademische Ausbildungen (Psychologie, Pädagogik, Sozialpädagogik, Sozialarbeit oder Heilpädagogik) und zum Teil über Zusatzqualifikationen in diversen therapeutischen Schwerpunktbereichen. Um eine ortsnahe Versorgung im Einzugsgebiet zu gewährleisten, wurde der Standort in Nerdlen nun mit zwei neuen Renault Mégane und einem Renault Kangoo vom Autohaus Schäfer aus Daun ausgestattet.
Am 21.01.2015 wurden die drei Fahrzeuge von Herrn Christoph Kröwer offiziell an das Team der Einrichtung Palais e.V. Eifel übergeben. Informationen zur Einrichtung Palais e.V. Eifel finden Sie im Internet unter www.palais-ev.de oder www.palais-eifel.de. Aktuelle Angebote, sowie Dienstleistungen rund um die Marken Renault und Dacia erhalten Sie auf der Homepage von Autohaus Schäfer.
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Trierischer Volksfreund vom 23. Februar 2015

Wenn Eltern überfordert sind, ist die Hilfe nah
(Konz) Der Kreis Trier-Saarburg hat seit 2011 seine Jugendhilfe komplett neu organisiert. Jährlich fließen 540 000 Euro in die sogenannten Sozialräume in Konz, Schweich, Saarburg und Hermeskeil. Betroffene wie Verwaltung ziehen im TV eine positive Bilanz. Trotzdem ist die Anzahl der stationären Erziehungshilfen angestiegen.

Konz. Die Probleme, bei denen die Mitarbeiter der Sozialraumzentren im Kreis Trier-Saarburg helfen, sind den Betroffenen meistens peinlich. Denn es geht um die Beziehung zu ihren Kindern, und das ist sehr persönlich. Deshalb äußern sie sich nur anonym gegenüber dem TV.
Ein Fall: Eine Frau aus der Verbandsgemeinde Konz erzählt zum Beispiel, wie sie überfordert war - vom Schichtdienst, vom Haushalt, von ihren Kindern. Im Haushalt blieb viel liegen, die Wohnung verwahrloste. Ihre Kinder liefen Gefahr, im Jugendamt als vernachlässigt zu gelten - und zum Jugendhilfefall, oder schlimmer, zu Heimkindern zu werden.
Das Jugendamt der Trier-Saarburger Kreisverwaltung und das Sozialraumzentrum in Konz haben dann Hand in Hand gearbeitet. Die Sozialpädagoginnen in Konz halfen ihrer Klientin ohne Umschweife. Und die Frau ist danach sehr zufrieden: "Ich musste etwas ändern und habe es alleine nicht hinbekommen. Die haben mich nie verurteilt, sondern mir den Rücken gestärkt. Sie waren nicht streng auf Behördenart, sondern sehr menschlich und freundlich."
Die Sozialpädagogen: Das so gelobte Sozialraumzentrum besteht seit Ende 2011 in Konz und hat seinen Sitz jetzt in der Konstantinstraße 50. Anfang 2014 sind die Mitarbeiter aus den Schillerarkaden in ihr neues Domizil umgezogen. Jetzt betreuen sie von dort aus Problemfälle in der ganzen Verbandsgemeinde (VG) Konz. Damit sind sie näher an den Menschen als das Trierer Jugendamt. Hinter dem Zentrum Konz stehen drei Träger und mit ihnen drei Leiterinnen: Andrea Borens-Schumann (Caritasverband Region Trier), Christiane Hanke (Palais e.V.) und Anne Juchem (Sozialwerk Saar-Mosel). "Im Fokus stehen die Kinder", sagt Borens-Schumann vom Caritasverband.
"Es braucht seine Zeit, um Strukturen aufzubauen", führt sie weiter aus. Damit meint sie, dass ihre sieben Mitarbeiter zunächst Kontakte zu Vereinen, Initiativen und Organisationen in der Verbandsgemeinde Konz knüpfen mussten. Sie wollen ein dichtes Netzwerk von Helfern erstellen. Davon sollen Jugendliche und Kinder profitieren - zum Beispiel durch sinnvolle Freizeitaktivitäten in Sport- oder Musikvereinen. Das Jugendamt der Trier-Saarburger Kreisverwaltung hat das Konzept entwickelt, um Betroffenen schneller zu helfen. Konz war das erste Sozialraumzentrum. Es folgten Schweich/Trier-Land (ebenfalls Ende 2011), Saarburg (2014) und Hermeskeil (2014). In allen Bereichen sollen unterschiedliche Träger ähnliche Strukturen aufbauen (siehe Extra).
Das Fazit: Die Kreisverwaltung investiert jährlich 540 000 Euro in das neue Jugendhilfekonzept. Sie will damit die Fallbearbeitung beschleunigen und die Fallzahlen reduzieren. Die durchschnittliche Betreuungszeit für Familien mit Problemen hat sich laut Kreisverwaltung von 13,5 Monaten im Jahr 2011 auf neun Monate reduziert. Die jüngste Erhebung stammt aus dem Dezember 2014. Bei den Fallzahlen stellen sich die Erfolge noch nicht ein. Gab es im zweiten Quartal 2012 21 stationäre Erziehungshilfen, waren es 2013 im zweiten Quartal 36 und Ende des vergangenen Jahres 32. Kreissprecherin Martina Bosch sagt auf TV-Anfrage: "Erst mittel- und langfristig wird man die Erfolge quantitativ an den Fallzahlen ablesen können." Zunächst sei es das Ziel, die Fallzahlen stabil zu halten. Immerhin seien bundesweit Anstiege zu verzeichnen, was auch an gesetzlichen Änderungen zum Kinderschutz liege.
Extra
Eine 29-Jährige aus der Verbandsgemeinde Konz hat sich selbst an das Jugendamt gewandt, weil sie sich extrem an ihren Sohn geklammert hat. Das Kind wollte sich einfach nicht in den Kindergarten eingewöhnen. "Ich habe ihn morgens hingebracht, und er saß dort nur rum. Er hat nicht gegessen und nicht gespielt", sagt sie. Die Kita-Leitung forderte sie daraufhin auf, das Problem zu lösen. Eine Sozialpädagogin des Sozialraumzentrums half ihr, sich von ihrem Sohn zu lösen und später auch einen Job zu finden. "Man findet immer ein offenes Ohr und kann immer sagen, was einen ankotzt", sagt die 29-Jährige heute. "Die lassen einen nicht im Stich und helfen einem auch bei Behördengängen weiter." cmk
Extra
Sozialräume im Kreis: Seit November 2011 hat das Sozialraumzentrum in Konz in 193 Fällen Kindern und Familien geholfen. Es gab zudem 70 Familienberatungen. Inzwischen stehen auch Gesprächskreise, Hausaufgabenbetreuung oder Workshops - zum Beispiel mit Friseurinnen (siehe Foto) - regelmäßig auf dem Programm. Das Sozialraumzentrum (SRZ) in Schweich kümmert sich seit November 2011 um die Verbandsgemeinden (VG) Trier-Land und Schweich. Träger sind die Awo Südwest und das Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg. Standorte sind Schweich und Welschbillig-Helenenberg. Bei Bedarf stehen Räume im Haus des Jugendrechts in Trier-West zur Verfügung. Bis Ende 2014 hat das SRZ 125 Erziehungshilfen geleistet mit einer Durchschnittsdauer von neun Monaten. Der Sozialraum Saarburg umfasst seit Anfang 2014 die VG Saarburg und Teile der VG Kell am See. Das Jugendamt arbeitet dort mit der Propstey St. Josef (Taben-Rodt), dem saarländischen Betreuungsdienstleister Reaktiv 2010 und dem Sozialwerk Saar-Mosel zusammen. Zum Herbst 2015 sollen die Träger Räume im Alten Bahnhof in Saarburg beziehen. Zudem stehen Räume im Mehrgenerationenhaus in Saarburg zur Verfügung. Ein weiteres SRZ hat seinen Sitz in der Schulstraße in Hermeskeil. Dort wurde die Arbeit Anfang 2014 aufgenommen. Neben der VG Hermeskeil kümmert es sich um die Orte Heddert, Kell am See, Mandern, Schillingen und Waldweiler in der VG Kell am See. Kooperationspartner sind die Johanniter-Unfall-Hilfe und die Jugendhilfe St. Maria. cmk
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Trierischer Volksfreund vom 19. 01.2015

Sinfonische Blasmusik für den guten Zweck
(Mehring) Das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz hat zugunsten der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. Trier ein Benefizkonzert in Mehring gegeben. Das Ambiente in der Pfarrkirche St. Medardus bildete den passenden Rahmen.
Mehring. Die 40 Musiker des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz unter Leitung von Stefan Grefig sind weit über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus bekannt. Dazu tragen unter anderem Auftritte in der Region, im europäischen Ausland, in Funk und Fernsehen bei. Das Orchester ist ein Garant für ein besonderes Klangerlebnis. Die zahlreichen Besucher des Benefizkonzertes in der Pfarrkirche St. Medardus Mehring konnten sich somit auf ein besonderes Musikerlebnis freuen. Das sinfonische Blasorchester spielte in der Pfarrkirche St. Medardus für einen guten Zweck. Der Erlös der Spenden - der Eintritt war frei - kommt bedürftigen Familien, Kindern und Jugendlichen zugute.
Reinhold Spitzley, der Leiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. führte in seinem Grußwort aus: "Wir arbeiten mit dem Jugendamt, dem Jobcenter und anderen Einrichtungen zusammen. Wir sehen, woran es in unserem reichen Land fehlt. Wir hoffen weiterhin auf eine erfolgreiche Projektarbeit." Das Prinzip vom Palais, Menschen stark fürs Leben zu machen, gewinnt gerade vor dem Hintergrund des tagesaktuellen Geschehens an Bedeutung. Denn Bildung ist der wirksamste Schutz vor Armut und Extremismus.
Das Konzert begann mit "Raise of the Son" von Rossano Galante und setzte sich mit dem fünfteiligen Stück "The Danserye" von Tylman Susato fort. Christian Küchenmeister moderierte den Abend. Er brachte passend zum Anlass des Benefizkonzertes zum Ausdruck, wie wertvoll unsere Kinder sind und dass wir bei allem Stress unsere Seele nie außer Acht lassen sollen. Im weiteren Konzertverlauf bekamen die Musikliebhaber Soli von Cordula Schnorr (Flöte), Joachim Lösch (Trompete) und Lucas Dillmann (Schlagzeug) zu hören. Es wurden Werke von Antonio Vivaldi ("Largo aus dem Concerto in C"), von Evelyn Glennie, ("A Little Prayer") und "En Aranjuez con tu Amor" von Joaquin Rodrigo gespielt.
Wieder einmal vereinte das sinfonische Blasorchester instrumentelle Virtuosität mit orchestraler Brillanz. Die Konzertbesucher waren begeistert und dankten es dem Klangkörper mit im Stehen dargebrachten Beifallsbekundungen, wofür es noch die Zugabe eines Stückes von Johann Sebastian Bach gab.
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Trierischer Volksfreund vom 09. 01.2015

Heute, Kinder, wird's was geben!
Sportlich ambitioniert geht es bei "Meine Hilfe zählt" ins neue Jahr: Das ist gerade einmal zehn Tage alt - und schon sind drei Projekte finanziert. Nach der Tschernobyl-Hilfe aus der Vorwoche kommen heute zwei weitere Projekte hinzu.
Trier/Freetown. Heute also mal an ungewohnter Stelle: "Meine Hilfe zählt" im Sportteil. Aber warum nicht? Schließlich geht es heute ja auch unter anderem um einen Basketball, eine Dartscheibe und ein paar Springseile. Das sind nur drei der kleinen Dinge, die der Verein Palais sich vor Weihnachten auf den Wunschzettel für seine Kinder- und Jugendarbeit geschrieben hatte.
Und weil es zwar lauter kleine, aber insgesamt doch ziemlich viele Sachen waren, die er in seinen großen Sack stopfen musste, hat sich der Weihnachtsmann halt etwas verspätet. Aber nun ist er da - unterstützt von vielen Volksfreund-Lesern, die ihm mit ihren Spenden als Wunscherfüller zur Seite standen. Die Rute - aufatmen, Kinder! - hat der gute alte Mann zwar vergessen, aber neben Dingen für Sport und Spiel hat er auch ein paar Schulhefte und ein Duden-Lexikon im Gepäck, schließlich wollt ihr ja auch in diesem Jahr immer brav sein, fleißig lernen und Hausaufgaben machen, nicht wahr?!
Ein zweites Projekt ist in dieser Woche ebenfalls vollständig finanziert worden. Auch da geht es um Kinder - aber um solche, die durch das Ebolafieber fast alles verloren haben: Entweder sind ihre Eltern an der Virusinfektion gestorben, oder sie selbst haben die Krankheit überlebt und wurden doch von ihrer Familie verstoßen. Der aus Aach bei Trier stammende Salesianerbruder Lothar Wagner und sein Team von Don Bosco Fambul (siehe Extra) bieten den Kindern Obdach, bei Bedarf eine Trauma-Therapie und geben ihnen zu essen und zu trinken. Übrigens werden auch für sie Sportmaterialien angeschafft, denn Sport hilft ihnen, das Erlebte zu überwinden. Auf sportliche Freizeiterlebnisse hat auch der Trierer Kinderschutzbund im vergangenen Jahr bei seinem Ferienwochenende für Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren gesetzt - mit Bowling, Tischtennis, Schwimmen, Trampolinspringen und vielem mehr. Und das hat den teilnehmenden Mädchen so viel Spaß gemacht, dass Elke Boné-Leis vom Förderverein schon jetzt ankündigt, "dieses herrliche Erlebnis" in diesem Jahr zu wiederholen.
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Der Rheinland-Pfalz-Takt vom 05. 01. 2015

Benefizkonzert des Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz
Seit 1953 eine musikalische Größe in Deutschland: Das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz. Und damit ist das Orchester seit mehr als einem halben Jahrhundert ein sympathischer Werbeträger und ein musikalischer Botschafter des Bundeslandes an Rhein und Mosel. Die musizierenden Kommissare und Polizisten gastieren in der Pfarrkirche St. Medardus in Mehring. Die Erlöse aus diesem Benefizkonzert kommen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. Trier zugute.
Das aus 40 Profi-Musikerinnen und -Musikern bestehende sinfonische Blasorchester vereint instrumentelle Virtuosität mit orchestraler Brillanz – und das hat sich herumgesprochen: Mehr als 100 Gala- und Konzertveranstaltungen jedes Jahr zeugen von einer ungebremsten Nachfrage. Das Repertoire des Orchesters könnte dabei kaum breiter gefächert sein: Es reicht von klassischer sinfonischer Musik bis zu zeitgenössischer Originalliteratur.
Durch Konzerte in ganz Deutschland, im europäischen Ausland und durch zahlreiche Auftritte in Funk und Fernsehen hat der mit hinreißender Spiellaune agierende Klangkörper einen besonderen Bekanntheitsgrad erlangt und zählt sicherlich zu einem der renommiertesten sinfonischen Blasorchester der Bundesrepublik. Eine Vielzahl von Auszeichnungen (u.a. der „Internationalen Robert Stolz-Gesellschaft“), hervorragende Kritiken und hochgelobte CD-Produktionen bezeugen zudem, welches Ansehen das Orchester auch in Fachkreisen genießt. Das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz steht unter der musikalischen Leitung von Stefan Grefig. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen!
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Aktuelles

Ernährungsbildung mit allen Sinnen

Fortbildung »Ich kann kochen!« der Sarah Wiener Stiftung
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Beratungsstelle "Neue Chancen Trier"

Beratungsstelle Neue Chancen: Perspektivencafé am 12.09.2017
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»Einstieg Deutsch«

Lernangebot für Geflüchtete: Neuer Kurs startet im Winter.
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»In Gedenken«

Wir trauern um unser Vorstandsmitglied Dieter Ferring.
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»Hoch hinaus - Das Ferienspecial!«

Termine im Juli bis August 2017 im Waldseilgarten Trier.
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