Jahrgang 2014

Trierischer Volksfreund vom 23. 12. 2014

Meine Hilfe zählt: Wenn Kleinigkeiten Großes bedeuten
Wer kennt das nicht? Schulkinder brauchen ständig Tintenpatronen, eine neue Sammelmappe oder Buntstifte. Aber nicht immer können Eltern schnell für Ersatz sorgen, weil manchmal das nötige Geld fehlt. TV-Leser können mithelfen, damit alle Kinder mit gefüllten Mäppchen und Ranzen in die Schule gehen können.
Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die einen glücklich machen. "Wie oft haben wir diesen Satz schon ausgesprochen?" sagt Christian Botzet vom Verein Palais e.V. in Trier. Tag für Tag erlebe das Palais-Team in seiner Arbeit mit den Kindern, Jugendlichen sowie deren Familien, wie viel Wahrheit in diesen Worten stecke. Laut Botzet sind es Kleinigkeiten in der täglichen Arbeit, die den feinen Unterschied machen: der fehlende Radiergummi, das leere Päckchen Tintenpatronen, das volle Schulheft. "Wie gut, wenn man dann die Schublade öffnen und schnell für Ersatz sorgen kann", sagt der Palais-Sprecher.
Aber nicht in allen Familien gibt es diese Schublade. Dann ist das Palais-Team gefragt und zieht die vereinseigene Schublade, damit kein Kind benachteiligt wird. "Genau die Summe der Kosten dieser Materialien stellt immer wieder eine hohe finanzielle Hürde für uns dar", sagt Botzet. Er hofft wieder auf die Mithilfe der Volksfreund-Leser. Denn in den vergangenen Jahren haben es bereits zahlreiche TV-Leser möglich gemacht, dass die Palais-Schublade immer wieder aufgefüllt werden konnte und somit die "unkomplizierte Hilfe im Alltag" gesichert war. Und weil beim Palais nicht nur gelernt, sondern auch gemeinsam gegessen und gespielt wird, ist im Lauf des Jahres auch das ein oder andere Glas zerbrochen, sind Spielkarten vom täglichen Gebrauch zerfleddert worden und müssen Bälle ersetzt werden.
Das Palais-Team hat wieder genau geschaut, was die Kinder im Jugendtreff Mariahof, Südpol und die Pädagogische Lernhilfegruppe brauchen: Von Buntstiften, einem Karten- und Quizspiel, einer Küchenwaage und einer Backform über Dessert-Schüsseln, einem Duden-Lernhelfer bis hin zu Sammelmappen für die Schule finden sich auf der Wunschliste Kleinigkeiten, die sehr viel bedeuten. "Schon mit kleinen Beträgen können Sie helfen, den Betreuungsalltag einfacher und bunter zu machen", sagt Botzet an die Volksfreund-Leser gerichtet. Jeder Ero zählt also.
TV-Leser können das Projekt "Kleine Dinge - Große Wirkung 2014" unter der Nummer 23951 unterstützen. Denn wenn Kinder sich nicht um fehlende Tintenpatronen sorgen müssen, können sie unbeschwerter lernen und spielen.                                                             zurück zur Übersicht

Trierischer Volksfreund vom 11. 11. 2014

Ein Jahr Zeit gewonnen
(Morbach/Traben-Trarbach) Die Nikolaus-Koch-Stiftung hat zugesagt, dass sie die Stelle der Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Morbach ein weiteres Jahr finanziert. Heute Abend befasst sich der Morbacher Gemeinderat mit der Frage, ob die Einheitsgemeinde in die Finanzierung künftig mit einsteigen soll. Die Situation in Traben-Trarbach bleibt indes ungewiss.
Morbach/Traben-Trarbach. Nina Weinand kann für ein weiteres Jahr Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Morbach bleiben. Die Nikolaus-Koch-Stiftung hat jetzt die schriftliche Zusage gegeben, dass sie die Finanzierung der Stelle in Morbach auch 2015 übernimmt, sagt Frauke Lörsch, Leiterin der Grundschule Morbach. Bereits für 2014 hatte die Stiftung die Finanzierung der Stelle gesichert, nachdem die zweijährige Anschubfinanzierung durch den Bund ausgelaufen war. Den Antrag hatte Lörsch selbst bei der Stiftung gestellt. Denn ihr ist wichtig, dass Weinand ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen kann.
Sowohl Land als auch Kreis und Gemeinde hatten es abgelehnt, dafür Gelder zur Verfügung zu stellen (der TV berichtete). "Wir freuen uns riesig, dass Nina Weinand ein weiteres Jahr bei uns bleiben kann", sagt Lörsch. Das Finanzierungsproblem sei aber nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Denn die Stiftung hat bei ihrer Zusage deutlich gemacht, dass sie ihr Engagement über 2015 hinaus nicht verlängern wird. Deshalb habe man eigentlich nur ein Jahr Zeit gewonnen, um die Frage der Finanzierung grundsätzlich zu lösen, sagt Lörsch.
Diesem Problem will sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen widmen. Vor der Zusage der Stiftung hatte sie bereits einen Antrag für die heutige Morbacher Gemeinderatssitzung gestellt. Ihr Ziel: Die Gemeinde Morbach soll beschließen, dass sie künftig die Hälfte der Kosten für die Schulsozialarbeiterin trägt. Für die andere Hälfte sieht Fraktionssprecher Uwe Andretta den Kreis in der Pflicht, da dieser für Jugendhilfe zuständig sei. Auch nach der Zusage der Stiftung wollen die Grünen über die Schulsozialarbeiterin diskutieren, damit die Stelle auch für die künftigen Jahre gesichert wird.
Doch wie geht es für Weinand an der Grundschule in Traben-Trarbach weiter? Denn die beiden Grundschulen teilen sich die Schulsozialarbeiterin. Wolfgang Hill, Leiter der Grundschule Traben-Trarbach, hat ebenfalls einen Antrag an die Nikolaus-Koch-Stiftung geschickt, die auch hier die Finanzierung für dieses Jahr übernommen hat, aber noch keine Antwort erhalten. Hill kann vorläufig nicht aufgebrauchte Mittel der Stiftung auch ins nächste Jahr übertragen, sodass Weinand auf jeden Fall bis Ostern in Traben-Trarbach bleiben kann. Doch das weitere Engagement Weinands an der Mosel bleibt ungewiss. Der VG-Rat Traben-Trarbach hatte bereits im Sommer den Beschluss gefasst, die Hälfte der hier anfallenden Kosten zu übernehmen. Auch hier soll der Kreis nach dem Willen des Rates die andere Hälfte finanzieren, sagt Bürgermeister Marcus Heintel, was dieser bisher jedoch immer abgelehnt hat.
Unabhängig von der Finanzierung in Traben-Trarbach kann Weinand auf jeden Fall an der Grundschule Morbach arbeiten. Denn Arbeitgeber der Schulsozialarbeiterin ist der Trierer Verein Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. Würde eine der beiden halben Stellen an einer der Grundschulen wegfallen, würde Weinand bei Palais e.V. dafür andere Aufgaben erhalten.                                                           zurück zur Übersicht

Trierischer Volksfreund vom 22. 09. 2014

Leserbrief
Zum Interview "Eine bunt gemischte Gesellschaft" mit Jutta Föhr, Ortsvorsteherin von Trier-Süd (TV vom 4. September):
Als Träger des Jugendtreffs Südpol hat es uns sehr gefreut zu lesen, dass die Ortsvorsteherin Jutta Föhr die Raumnot der offenen Jugendarbeit in Trier-Süd ebenso dringlich einschätzt wie wir selbst. Auch für uns als Träger und vor allem für unsere engagierten Mitarbeiter vor Ort könnte die Million für eine Erweiterung oder gar einen Neubau nicht früh genug kommen, denn alle Angebote des Jugendtreffs müssen bis dato in einem einzigen Raum durchgeführt werden. Falsch ist, dass der Südpol nur bis zu einem Alter von 12 Jahren besucht werden kann: Im Südpol haben wir 2013 insgesamt 425 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren betreut, in der täglichen Hausaufgabenbetreuung ebenso wie im Rahmen des offenen Treffs oder der Ferienangebote. Richtig ist jedoch leider, dass Jugendliche den Südpol mit zunehmendem Alter eher seltener aufsuchen - kein Wunder, wenn sie sich den wenigen verfügbaren Platz stets mit deutlich Jüngeren teilen müssen. Unser Team steht damit vor dem Dilemma, den Wünschen und Themen von (Grundschul-)Kindern einerseits und denen von fast schon berufsreifen Jugendlichen andererseits gerecht werden zu müssen. Welche Herausforderung das oft bunte Gewimmel gerade auch in der Zeit der Hausaufgabenbetreuung bedeutet, muss hier sicher nicht besonders betont werden. In den vergangenen Jahren wurde uns immer wieder eine Erweiterung oder ein Umzug in Aussicht gestellt, was jedoch wegen anderweitigen Raumbedarfs bisher nie realisiert wurde. Vielleicht kommt ja jetzt noch einmal Bewegung in die Angelegenheit. Es wäre den Kindern und Jugendlichen in Trier-Süd und unseren Mitarbeitern nur zu wünschen.
Petra Gottwald, Trier
Bereichsleitung Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des Vereins Palais

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Trierischer Volksfreund vom 28. 05. 2014

Vertrauen ist (fast) alles
In schwindelerregender Höhe balancieren oder eine Kletterwand erklimmen: Beim Tag der offenen Tür im Hochseilgarten haben viele Trierer das ausprobiert. Unser Mitarbeiter Benedikt Laubert war mit dabei und hat festgestellt, dass sich in zwölf Metern Höhe vieles anders anfühlt.
Mein Leben hängt an einem fingerdicken Seil. Über mir die hölzerne Plattform, auf der ich eben noch stand - unter mir: lange nichts. Noch weiter unten steht Katja Bald, eine zierliche junge Frau mit hellblauem Helm, die das Seil, an dem ich hänge, vorsichtig durch ihre Hände gleiten lässt. Langsam schwebe ich nach unten, aber noch bin ich so hoch über Bald und ihren Kollegen, dass ich alle drei mühelos mit meinem Schuh verdecken kann.
Zwölf Meter sind es von hier oben bis zum Waldboden. Und immer noch stellt sich das Gefühl nicht ein, welches ich der Situation für angemessen gehalten habe: Immer noch spüre ich keine Angst. Ich vertraue Bald, dass sie weiß, was sie tut. Katja Bald ist einer von rund einem Dutzend Helfern, die am Tag der offenen Tür im Trierer Hochseilgarten dafür sorgen, dass niemand abstürzt.
Zwei Stunden vorher: Vom Boden aus sehe ich zwei Jungs zu, beide etwa sieben Jahre alt, wie sie dasselbe Seil bezwingen, auf dem ich später balancieren werde. Sie gehen jeweils von der ihnen gegenüberliegenden Plattform aufeinander zu. Ihre Hände an einem weiteren Seil, das als eine Art Geländer dient, setzen sie behutsam einen Schritt vor den nächsten - und balancieren langsam weiter.
Tief unter ihnen ein Mann und eine Frau, beide haben die Augen starr auf die Jungs gerichtet. Sie verlagert ihr Gewicht im Minutentakt von einem Bein aufs andere, redet immer wieder hastig auf den Mann ein und schreit schließlich nach oben: "Das ist kein Muss, du kannst immer noch umdrehen, da ist nichts Schlimmes dran!" Doch keiner der Jungs reagiert. Behutsam, aber ohne zu zögern balancieren sie weiter aufeinander zu - gesichert nur durch zwei Helfer, die die beiden Seile halten, an denen sie festgemacht sind.
Während ich das Vertrauen der Jungs bewundere, muss ich an die Busfahrt hierher denken: Habe ich da nicht ebenfalls mein Leben in die Hand des Busfahrers gelegt?
"Vertrauen", hat mir Christian Jäger, einer der Leiter des Hochseilgartens, gesagt, "ist eines der wichtigsten Dinge, die man von hier mitnimmt." Jetzt verstehe ich, wovon er redet. Zusammen mit seinem Kollegen Volker Grünwald betreut er hier seit 2008 verschiedene Gruppen - von der Schulklasse über die Familie bis zum Vorstand. Immer mit dem Ziel, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Zu den Hochseilen, der Kletterwand und den Geräten am Boden ist heute ein Kinder-Parcours hinzugekommen, der für jüngere Gruppen geeignet ist. Träger des Projekts ist der Trierer Verein Palais.
Die Jungs auf dem Seil manövrieren derweil aneinander vorbei, geschickt halten sie sich, um nicht herunterzufallen. Als sie wieder auf den hölzernen Plattformen angekommen sind, ist mir klar: Jetzt bin ich dran.
Mit weichen Knien ziehe ich den Helm an; die Helfer befestigen das Seil an den Gurten, die um meine Schultern und Beine gespannt sind. Doch mit jeder Sprosse, die ich auf der Stahlleiter erklimme, schwindet das komische Gefühl im Bauch. Als ich in zwölf Metern Höhe angekommen bin, weiß ich: Das wird schon klappen. Und wenn nicht, ist jemand für mich da.
Benedikt Laubert
Extra
Der Waldseilgarten Trier ist ein erlebnispädagogisches Angebot des Palais e.V. Er liegt im Weisshauswald in den Gipfeln bis zu 30 Meter hoher Douglasien und wurde 2008 eröffnet. Das Besondere des Trierer Angebots ist laut Palais, dass die einzelnen Segmente nur durch gegenseitige Unterstützung und klare Kommunikation überwunden werden können. So würden die "Kletternden" zu "Sichernden" und umgekehrt. Dadurch trainierten sie ihre sozialen Fertigkeiten und lernten, Verantwortung zu übernehmen und mit eigenen Grenzen umzugehen. Gruppen können den Hochseilgarten halb-, ganz- oder mehrtägig reservieren. Ausgebildete Trainer des Palais übernehmen die Betreuung. red
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Trierischer Volksfreund vom 19. 05. 2014

400 Menschen demonstrieren für die Vielfalt
(Trier) Wegen ihrer sexuellen Orientierung werden Menschen weltweit immer noch verfolgt und diskriminiert, ebenso wie viele Flüchtlinge. Dagegen haben rund 400 Teilnehmer am Samstag in der Trierer Innenstadt demonstriert. Redner forderten die Bürger auf, am 25. Mai zur Wahl zu gehen und ein Zeichen zu setzen.

Trier. "Es ist wichtig, einzustehen für ,andere' Menschen, was auch immer dieses Anderssein begründet und bedeutet", erklärt Reinhold Spitzley auf dem Viehmarkt vor rund 200 Zuhörern. Weiterhin sei es wichtig, "ganz besonders einzustehen für Menschen, die ihre Heimat, ihre Familie verloren haben, und die Schutz bei uns suchen."
Der Geschäftsführer des Vereins Palais spricht während der "Demo gegen Rassismus und Homophobie", zu der der Verein "Für ein buntes Trier" aufgerufen hatte. Das breite Bündnis aus Parteien, Organisationen und Gewerkschaften warnte im Vorfeld der Europawahlen vor menschenfeindlichen Parteien - und davor, solchen in die Hände zu spielen, indem man der Wahl fernbleibt.
"Wer nicht wählt, wählt rechts", war dann auch eine oft gerufene Parole während des Zuges vom Hauptbahnhof durch die Fußgängerzone über Kornmarkt, Viehmarkt und Hauptmarkt. Zeitweise bis zu 400 Teilnehmer machten dabei mit und ließen Fahnen etwa von SPD, Grünen, Linken und Piraten im Wind flattern. Banner erinnerten an von Nazis ermordete Trierer oder forderten die Schließung von Flüchtlingslagern.
Erinnerung an Nazizeit
Marcus Heintel vom Deutschen Gewerkschaftsbund erinnerte an die Opfer des Nationalsozialismus unter den Gewerkschaften - und die Lehren, die daraus gezogen wurden: "Für die Demokratie, für Freiheit und Menschenrechte haben viele Frauen und Männer lange gekämpft. Manche sind sogar dafür in den Tod gegangen. Wir sind ihnen in besonderem Maße verpflichtet!" Heintel appellierte, am 25. Mai wählen zu gehen und demokratischen Parteien die Stimme zu geben: "Besonders zur Kommunalwahl hier in Trier!" Den Abschluss machte eine Kundgebung vor der Porta Nigra, ausgerichtet vom schwul-lesbischen Zentrum Schmit-Z. Schließlich stand die Demonstration auch im Zeichen des Internationalen Tags gegen Homophobie und Transphobie.
Bernd Geller von der Aids Hilfe Trier erinnerte daran, dass nicht-heterosexuelle Lebensweisen weltweit nach wie vor sogar per Gesetz verfolgt würden. Und selbst da, wo das nicht mehr so sei, gebe es oft immer noch einen spürbaren Unterschied "zwischen bloßer Toleranz und echter Akzeptanz". So habe die Aids Hilfe etwa an einer Trierer Schule während der Vorbereitungen zu einer Veranstaltung zur Aids-Prävention deutliche Feindseligkeit erfahren - durch das Lehrpersonal, nicht die Schüler.
Dann stiegen vor der Porta Nigra Hunderte Ballons in den wolkenlosen blauen Himmel - ein letztes Statement für Vielfalt und Verständigung, mit der die rund dreistündige, friedliche Demonstration endete.
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Eifelzeitung vom 07.04.2014

Traben-Trarbach. „Du kannst mir vertrauen, ich halte dich fest!“
...so Michael, ein Schüler der Klasse 9b der Realschule plus und Fachoberschule Traben-Trarbach zu seinem Mitschüler, als er ihm half über ein Hindernis im Corvayer Wäldchen zu gelangen.
Während eines erlebnispädagogischen Tages erfuhren 23 Schüler und Schülerinnen der Klasse 9b inmitten der Natur, wie es ihnen gelingen kann einander Vertrauen aufzubauen und miteinander zu kooperieren, um Lösungen für Probleme zu finden. Pädagogisch geschulte Trainer des Palais Trier e.V. leiteten die Spiele an, in denen es vor allem darum ging, die Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsübernahme der Schüler und Schülerinnen zu verbessern.
Genauso spannend wie für die Teilnehmer waren diese Teamerfahrungen auch für Ihre Klassenlehrerin, Caroline Schneider. Denn hier konnte sie die Schüler aus einem völlig neuen Blickwinkel wahrnehmen und sich von Seiten überraschen lassen, die im Alltag leicht verborgen bleiben. Am Ende des Vormittags stand eine Reflexion, in der die Schüler selbst feststellten, dass jeder in ihrer Klasse zu Wort kommen sollte und gegenseitiges Vertrauen erst aufgebaut werden muss, bevor man davon profitieren kann. Ziel ist es nun, diese Erfahrungen in den Schulalltag mitzunehmen und umzusetzen.
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Trierischer Volksfreund vom 24.03.2014

Kaffee, Kuchen und eine Partie Bingo
Frieda Holstein ist alt. Körperliche Gebrechen machen ihr zu schaffen. Für zwei Stunden in der Woche verdrängt sie solche Sorgen: Dann besucht sie den Ehranger Stadtteiltreff.
Trier-Ehrang. Die Beine werden lahm, die Augen müde: Das Alter bringt so manche Gebrechen mit sich. "Hier vergisst man, dass es einem überall weh tut", erzählt Frieda Holstein. Mit 15 anderen Senioren sitzt die 88-Jährige im kleinen Saal des Ehranger Bürgerhauses. Jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr trifft sich die ältere Generation hier zu einer Partie Bingo und zum lockeren Plausch bei Kaffee und Kuchen.
"Bingo kann ich leider nicht mehr spielen", bedauert Frieda Holstein. Mit dem linken Auge sehe sie gar nichts mehr, und das rechte verfüge auch nur noch über 20 Prozent Sehkraft. Damit sie und die anderen Ehranger Senioren den beschwerlichen Weg von ihrer Wohnung bis zum Bürgerhaus nicht an der Straße entlang zurücklegen muss, hat sich das Quartiersmanagement etwas einfallen lassen: "Die Malteser stellen einen Bus zur Verfügung, der die Senioren abholt und auch wieder zurückbringt", erklärt Quartiersmanagerin Vera Endres; "Das Angebot steht natürlich jedem zur Verfügung."
Wie wichtig dieser Service ist, zeigt Frieda Holsteins Beispiel: "Ich habe mal einen jungen Mann gebeten, mir über die Straße zu helfen, weil ich die Autos nicht mehr kommen sehe. Seine schroffe Antwort: Dann solle ich doch zu Hause bleiben. Ohne den Bus bliebe mir tatsächlich nichts anderes übrig."
"Hier sitzen wir aber nicht, um zu jammern", betont die Seniorin. "Hier reden wir, um unseren Kummer zu vergessen." Für Ablenkung ist im Stadtteiltreff gesorgt. Vier Mal im Jahr komme die Trierer Shanty-Gruppe zu Besuch, erzählt Vera Endres. "Da ist dann richtig Spaß in der Hütte." Ab und zu kommen Musikgruppen aus der Grundschule oder Kinder aus dem Montessori-Hort, die Tänze aufführen. Geht es nach Quartiersmanagerin Vera Endres, finden in Zukunft noch viel mehr dieser kleinen Generationen übergreifenden Aktionen statt: "Es ist wichtig, dass Alt und Jung füreinander sensibilisiert sind."                                                                                      zurück zur Übersicht

Trierischer Volksfreund vom 28.02.2014

730 000 Euro für bessere Chancen
Was geschieht mit den 730 000 Euro, die 2014 aus dem Europäischen Sozialfonds nach Trier fließen (der TV berichtete)? Der TV zeigt, wie damit Langzeitarbeitslosen und besonders Benachteiligten geholfen werden soll, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen.
Trier. Rund 260 Projekte zur Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen können von den rund 730 000 Euro finanziert werden, die das Trierer Jobcenter in diesem Jahr aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) erhält. Etwa 500 Teilnehmer profitierten davon, erklärt Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Jobcenters Trier.
Einige dieser Maßnahmen finden unter dem Dach des Vereins Palais statt. "Ohne die europäischen Gelder wäre vieles von dem, was wir hier machen, nicht denkbar", sagt Reinhold Spitzley, Geschäftsführer des Palais. So kann der Verein dank der ESF-Mittel alleinerziehende Arbeitslose zu Hauswirtschaftern weiterbilden. Spitzley betont, dass die Zuwendungen keinesfalls "einfach so hereingesprudelt" kämen: Schon der Antrag auf Förderung eines Projekts sei sehr kleinteilig. "Und während der Laufzeit muss die projektgemäße Verwendung auch kleinerer Beträge mit Belegen nachgewiesen werden." Dafür hat Spitzley Verständnis. "Das sind schließlich Steuergelder, mit denen verantwortungsvoll umgegangen werden soll." Auch nach Abschluss eines Projekts werde noch mal überprüft - nämlich, ob vorher gesteckte Ziele auch eingehalten wurden. "Das ist wichtig, um auch im Folgejahr wieder bedacht zu werden." Dabei geschehe die Überprüfung nicht nur auf EU-, sondern auch auf lokaler Ebene: Schließlich finanziert der ESF ein Projekt immer nur höchstens bis zur Hälfte - den Rest muss die Kommune oder der Kreis stellen.
Bessere Verzahnung
Die strategischen Schwerpunkte, nach denen der ESF Mittel vergibt, werden in langjährigen "Förderperioden" festgelegt. Die Periode von 2007 bis 2013 legte den Fokus dabei auf Nachhaltigkeit und Chancengleichheit: So wurde den in vielen europäischen Ländern benachteiligten weiblichen Arbeitslosen bevorzugt geholfen sowie Maßnahmen gefördert. Auch Migranten, Senioren oder Behinderten sollte der Weg ins Berufsleben erleichtert werden. Mit der in diesem Jahr beginnenden und bis 2020 laufenden Förderperiode soll der ESF noch besser mit anderen Europa-Fonds verzahnt und besonders der Jugendarbeitslosigkeit gegensteuern. Dabei sollen innovative Ideen bevorzugt gefördert werden. Zu den bereits bewilligten 730 000 Euro für die auslaufende Periode könnte sogar noch ein Nachschlag vom ESF kommen, erklärt Arge-Leiterin Wallrich: "Wir hoffen, dass wir im Sommer dieses Jahres weitere 150 000 Euro für die Verlängerung von Projekten erhalten werden."
Bundes- und Landesmittel hinzugezählt, stünden insgesamt 3,7 Millionen Euro für Eingliederungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie zur Förderung der Arbeitsaufnahme zur Verfügung. Dazu kommen noch Bundesmittel aus dem Sonderprojekt 50plus, die dem Jobcenter zur Verfügung stehen, um ältere Arbeitnehmer per Lohnkostenzuschüssen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Dass die Fördergelder auch tatsächlich ihren Zweck erfüllen, sieht Wallrich durch die Ergebnisse des Jobcenters für 2013 bestätigt: "Wir konnten 34 Prozent der Leistungsbezieher in versicherungspflichtige Beschäftigungen und Ausbildung vermitteln."                                          zurück zur Übersicht

Trierischer Volksfreund vom 28.02.2014

Viele kleine Dinge und eine große Summe
Es müssen keine großen Beträge sein: Auch mit zehn Euro lässt sich Gutes tun, wie die Aktion "Kleine Dinge - große Wirkung" beweist. Ein anonymer Spender hat dagegen 6800 Euro eingezahlt - aber für welches Projekt?
Trier. So schnell kann's gehen: Vor zehn Tagen als Projekt der Woche vorgestellt und jetzt schon vollständig finanziert ist die Aktion "Kleine Dinge - große Wirkung" des Palais e.V. Vom Taschenrechner bis zum Kartenspiel kann der Verein nun vieles anschaffen, was für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen benötigt wird. Damit haben die Volksfreund-Leser jetzt insgesamt 216 Projekte finanziert.
Bei einem neu angemeldeten Projekt stehen ebenfalls Kinder im Mittelpunkt: Der Kinderschutzbund plant einen Ausflug nach Wiesbaden auf Schloss Freudenberg. Dort können die Mädchen und Jungen viele sinnliche Körpererfahrungen machen: in der Gongkammer Töne fühlen, im dunklen Raum den Geschmackssinn schärfen oder barfuß durch den Park spazieren. Die Projektnummer lautet 17565. Neues gibt es auch beim Projekt "Miezradio" des Jugendzentrums Mergener Hof, einem Programm von Kindern und Jugendlichen. "Die Sendesoftware steht bereit, der nötige Streaming-Server ist angemietet, und wir können euch bald schon mit einem Testbetrieb versorgen", heißt es dazu im Blog auf www.volksfreund.de/meinehilfe. Noch fehlen knapp 750 Euro für das Projekt Nummer 8241.
Eine Einzelspende von sage und schreibe 6800 Euro ist ein echter Grund zur Freude. Wenn man weiß, wem das Geld zugedacht ist. Ein TV-Leser hat tatsächlich diese stolze Summe gespendet, aber bei der Überweisung keine Projektnummer angegeben. Auf dem Überweisungsträger steht lediglich etwas rätselhaft: "Projekt Behindertenschule". Da es viele unterschiedliche Projekte aus diesem Bereich gibt oder gegeben hat, ist das für uns schwer zuzuordnen. Aus Datenschutzgründen hat der Trierische Volksfreund keinen Zugriff zu Namen und Adressen der Spender. Normalerweise würde das Geld in einem solchen Fall in den Pool fließen, der allen Projekten zugutekommt. Aber wir wollen natürlich den Spender-Wunsch auch nicht übergehen. Es gibt eine einfache Lösung: Der Spender könnte sich melden und sagen, welches Projekt er fördern will.                                                     zurück zur Übersicht

Aktuelles

Ernährungsbildung mit allen Sinnen

Fortbildung »Ich kann kochen!« der Sarah Wiener Stiftung
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Beratungsstelle "Neue Chancen Trier"

Beratungsstelle Neue Chancen: Perspektivencafé am 12.09.2017
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»Einstieg Deutsch«

Lernangebot für Geflüchtete: Neuer Kurs startet im Winter.
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»In Gedenken«

Wir trauern um unser Vorstandsmitglied Dieter Ferring.
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»Hoch hinaus - Das Ferienspecial!«

Termine im Juli bis August 2017 im Waldseilgarten Trier.
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