Jahrgang 2013

Trierischer Volksfreund vom 06.12.2013

Damit der Appetit beim Tasten kommt
Ein Restaurantbesuch birgt für Menschen mit Behinderungen einige Herausforderungen. Rollstuhlfahrer stehen vor Treppen, Blinde können die Speisekarte nicht lesen. Der Behindertenbeirat Trier hat jetzt an neun Gaststätten die jeweiligen Speisekarten in Blinden (Braille-Schrift) überreicht.
Trier. Schon beim Lesen der Speisekarte kommt im Idealfall der Appetit. Dieses Vergnügen war bisher für blinde Menschen nur sehr eingeschränkt möglich. Sie waren darauf angewiesen, dass ihnen jemand die Karte vorliest. Das gehört zumindest in neun Trierer Restaurants jetzt der Vergangenheit an. Im Rathaus in Trier hat der Beirat der Menschen mit Behinderungen jetzt an neun Gaststätten Speisekarten in Blindenschrift übergeben. Das Deckblatt aus durchsichtiger Folie jeweils mit dem Logo des Restaurants. Die restlichen Blätter sind aus weißer Folie und mit Blindenschrift bedruckt.
Textformate erschweren Arbeit
Umgesetzt wurde die Idee von Martin Ludwig, der selber blind ist. Das größte Problem waren für ihn die Textformate. Deshalb appelliert auch die Behindertenbeauftragte Nancy Poser an alle Restaurantbesitzer, die Interesse an einer solchen Karte haben, die Texte nach Möglichkeit in einem Worddokument zu schicken. Sehr aufwendig sei die Bearbeitung bei gescannten PDF-Formaten.
Für Ludwig galt es zunächst alle Textformatierungen rauszunehmen. Dann konnte er die Dokumente mit einem speziellen Programm bearbeiten und mit Blindenschrift ausdrucken. Um selbst die Schrift im Computer als Blindenschrift ertasten zu können, wird diese auf einem speziellen Braille-Display angezeigt, bei dem über Impulse Stifte angesteuert werden.
Zusätzlich zu der Karte in Blindenschrift hat Nancy Poser noch Auszeichnungen an einige Restaurants vergeben, die behindertengerecht ausgebaut sind. Dazu gehören ein barrierefreier Zugang, Toiletten für Behinderte, unterfahrbare Tische und die Möglichkeit, einen Assistenzhund mitzubringen.
Um hier eine Liste erstellen zu können, hat der Behindertenbeirat etwa 350 Restaurants und Gaststätten in Trier angeschrieben. Rund 60 von ihnen haben geantwortet. Doch nur fünf davon erfüllen wirklich alle Kriterien, um das Siegel des Behindertenbeirates zu bekommen.
Das Interesse an der Karte in Braille-Schrift sei allerdings groß, sagt Nancy Poser. Für die Restaurants ist sie kostenfrei. Wie groß die Kosten sind, kann Martin Ludwig derzeit noch nicht sagen.
Restaurants, die besonders barrierearm sind und über eine Karte in Braille-Schrift verfügen: Warsberger Hof, Donna Mia, Bitburger Wirtshaus, Café Balduin, Romikulum.
Restaurants, die eine Karte in Braille-Schrift haben: Casa del Caffé, Pizzahut, Primavera, Römersprudel.
Mehr Infos gibt es auf der Internetseite des Behindertenbeirats Trier
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Trierischer Volksfreund vom 15.10.2013

Perspektive Wiedereinstieg: Palais startet Projekt für Frauen
Das Palais startet ein neues Projekt: Bei der Perspektive Wiedereinstieg sollen Frauen spezielle Qualifizierungsangebote erhalten, die ihnen nach einer Familien - oder Pflegepause den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern.
Trier. Wer nach einer längeren Auszeit vom Job wegen einer Elternzeit oder der Pflege eines Angehörigen wieder ins Berufsleben einsteigen möchte, steht oft vor vielen Fragen und Problemen: "Kann ich mit dem, was ich vor vielen Jahren gelernt habe, auf dem heutigen Arbeitsmarkt noch bestehen? Werde ich den Anforderungen von heute gerecht?
Der Palais e. V. bietet Frauen in dieser Situation eine Beratung und Qualifizierungsmöglichkeiten an. Das Projekt Perspektive Wiedereinstieg startete bereits am 1. Oktober mit einer Entscheidungsphase. Dabei können Frauen bei einer Sprechstunde (immer dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 10 bis 12 Uhr) sowie bei Informationsveranstaltungen und Workshops über ihre berufliche Zukunft reflektieren. Ab Januar 2014 werden dann zusätzlich Seminare mit Themen wie Bewerbungs- und Zeitmanagement sowie Kinderbetreuungsangebote angeboten.
Vor allem Frauen, die eine Berufsbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, bereits berufstätig waren und für mindestens ein Jahr ihren Beruf aufgegeben haben, sollen von der Initiative angesprochen werden.
"Wir helfen auch ganz konkret bei der Suche nach dem richtigen Betrieb", erklärt Sandra Grau, Bereichsleiterin beim Palais e. V.
Die Agentur für Arbeit Trier finanziert das Projekt, zuständig dort ist Claudia Manger, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Sie erklärt: ,,Wir wollen in Zeiten des Fachkräftemangels mit diesem Projekt Frauen aus der sogenannten stillen Reserve akquirieren und das Erwerbspotenzial für die regionale Wirtschaft wieder nutzbar machen."red
Am 24. Oktober um 10 Uhr und am 19. November um 16 Uhr gibt es ein weiteres Infotreffen im Café Balduin in der Christophstraße. Weitere Infos gibt es auch unter Telefon 0651/41061.
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5vier vom 03.10.2013

Palais e.V. unterstützt beim beruflichen Wiedereinstieg
Im Oktober 2013 startet der Palais e.V. im Auftrag der Agentur für Arbeit das Projekt Perspektive Wiedereinstieg. Mit dem Angebot erhalten Frauen, nach einer Familien- oder Pflegephase spezielle Coaching- und Qualifizierungsangebote und werden bei ihren Plänen bzgl. eines Wiedereinstiegs in die Berufswelt begleitet.
Wer nach einer längeren Familien- oder Pflegephase wieder ins Berufsleben einsteigen möchte, steht oftmals vor vielfältigen Fragestellungen: „Kann ich mit dem, was ich vor vielen Jahren gelernt habe auf dem heutigen Arbeitsmarkt noch bestehen, werde ich den Anforderungen im Allgemeinen gerecht? Gibt es neue Internetplattformen für die Stellensuche? Passt mein gewählter Beruf überhaupt noch zu mir? Gibt es mit meiner Ausbildung/meinem Studium Stellen in der Region?“ Um diese und viele weitere Fragen zu beantworten, bietet der Palais e.V. ein umfassendes Beratungs- und Qualifizierungsangebot an.
Das Projekt „Perspektive Wiedereinstieg“ im Palais e.V. startet am 1. Oktober dieses Jahres zunächst mit einer intensiven Entscheidungsphase. Frauen, die vor der Situation stehen und sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen, können zunächst im Rahmen einer Sprechstunde (dienstags 14-16 Uhr und donnerstags von 10-12 Uhr), im Rahmen von Informationsveranstaltungen oder Workshops sowie in Einzelberatungsterminen ihre persönliche Situation reflektieren und mit fachlicher Beratung und Unterstützung eine Entscheidung bzgl. des Wiedereinstiegs treffen.
Umfassendes Coaching und Seminare zum beruflichen Wiedereinstieg
Ab Januar 2014 bietet das Projekt den Wiedereinsteigerinnen dann in den Räumlichkeiten des Palais e.V. im Haus der Familie neben einem individuellen Beratungsangebot ein umfassendes Coaching sowie verschiedene Seminare zum beruflichen Wiedereinstieg. Unter anderem erhalten die Wiedereinsteigerinnen Informationen und Unterstützung zu den Themen Bewerbungsmanagement, Kinderbetreuung oder Zeitmanagement.
Angesprochen werden mit dem Projekt vor allem Frauen, die ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens ein Jahr Berufserfahrung mitbringen und die aufgrund einer mindestens einjährigen Familienphase oder weil sie einen pflegebedürftigen Angehörigen betreut haben, derzeit nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.
„Unser Angebot richtet sich an alle Frauen, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, einen beruflichen Wiedereinstieg zu verfolgen. Wir bieten mit dem Projekt vielfältige Möglichkeiten der Beratung, des Coaching und der Qualifizierung und helfen ganz konkret bei der Suche nach dem richtigen Betrieb. Wir stehen auch nach einer erfolgreichen Integration für Fragen, die in der ersten Zeit der Beschäftigung auftreten, noch zur Verfügung“, erklärt Sandra Grau, Bereichsleiterin Berufshilfe des Palais e.V.
Informationstreffen im Café Balduin
Die Agentur für Arbeit Trier finanziert das Projekt, zuständig bei der Agentur für Arbeit in Trier ist Claudia Manger, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Sie erklärt: „Wir wollen in Zeiten des Fachkräftemangels mit diesem Projekt Frauen aus der sogenannten „stillen Reserve“ bzw. Frauen aus der Familienphase akquirieren und das Erwerbspotential der Frauen für die regionale Wirtschaft wieder nutzbar machen.“
Der Palais e.V. bietet für alle interessierten Wiedereinsteigerinnen am 24. Oktober 2013 um 10 Uhr und am 19. November um 16 Uhr Informationstreffen im Rahmen von Perspektiven Cafés im Café Balduin in der Christophstraße 1 an, in dem das Projekt und die Chancen und Möglichkeiten des Wiedereinstiegs vorgestellt werden. Die Sprechstunden finden wöchentlich dienstags von 14-16 Uhr und donnerstags von 10-12 Uhr in den Räumlichkeiten der Berufshilfe des Palais e.V. statt. Weitere Termine folgen.
Interessierte können sich unter Telefon 0651-41061 zum Perspektiven Café anmelden und/oder ein unverbindliches Beratungsgespräch zum Wiedereinstieg vereinbaren.
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Trierischer Volksfreund vom 15.09.2013

Freundlich, menschlich, vorbildlich
Was haben ein Busfahrer, eine Angestellte bei der Post, die Chefin einer Bäckerei, eine Schülerin, der Geschäftsführer eines Zentrums für Schwule und Lesben und ein Mann von der Trierer Nothilfe gemeinsam? Die Antwort: Sie sind Menschen, die durch ihr Handeln im Alltag ihre Mitmenschen bewegen. Deshalb wurde das Sextett mit dem Move-Award ausgezeichnet, den die Trierer Vereine Palais und Nestwärme erstmals verliehen haben.
Trier. Léa Linsters Fröhlichkeit ist ansteckend. Die Starköchin sorgt für Erheiterung unter den Galagästen, als sie sagt: "Ihr Bürgermeister ist wirklich zauberhaft" und dafür von Klaus Jensen spontan umarmt wird. Linster hält die Laudatio für Margret Frankreiter, eine von sechs Preisträgern des ersten Move Awards. Seit Juni dieses Jahres konnten die Trierer Menschen für den Preis vorschlagen, die ihre Mitmenschen bewegen.
Werte wie Respekt, Achtsamkeit und Wertschätzung von Mitmenschen sollen mit dem Preis sichtbar gemacht werden und so Vorbildcharakter bekommen. Aus allen eingesandten Vorschlägen wählte eine Jury aus Mitgliedern des Palais- und des Nestwärme-Vereins sowie Medienvertreter vier Preisträger aus.
Zwei weitere Preise vergaben die Initiatoren Palais und Nestwärme selbst. Die Idee zum Award entstand im Rahmen der Arbeit in den Vereinen Palais und Nestwärme: "Wir erleben jeden Tag Menschen, die etwas bewegen. Das begeistert uns seit Jahren", sagt Petra Moske, Gründerin und erste Vorsitzende von Nestwärme.
Für die künstlerische Gestaltung der Awards war die Trierer Schmuckdesignerin Elena Villa zuständig.
Der TV stellt die einzelnen Preisträger und ihre Verdienste vor:
Margret Frankreiter: Sie leitet eine Bäckereifiliale in Longuich. Nominiert wurde sie von einer Kundin für ihre Herzlichkeit und Fröhlichkeit. Auch nach einem schweren Schicksalsschlag behielt sie ihren Optimismus bei. "Man darf sich das positive Denken von nichts nehmen lassen", sagt Frankreiter.
Roswitha Kilb-Schmidt: "Sie bügelt so manche Sorgenfalte aus dem Gesicht ihrer Kunden", sagt Laudatorin Monika Lutz über die Angestellte einer Postfiliale. Kilb-Schmidt verrichte nicht nur Dienst nach Vorschrift, sondern setze sich gerade für Ältere und Beeinträchtigte besonders ein.
Detlef Sibernik: Viele Trierer kennen ihn, den wahrscheinlich freundlichsten Busfahrer der Stadt. Bekannt ist er vor allem für seine Durchsagen, die schon so manchem Fahrgast ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Dafür wurde Sibernik gleich mehrfach nominiert. "Ich bin stolz, diesen Beruf auszuüben", sagt er.
Christina Breit: Die 13-Jährige erhielt den Schülerpreis. Ausgewählt wurde sie, weil sie sich in ihrer Klasse besonders engagiert. Sie vermittelt bei Streitigkeiten und hat immer ein offenes Ohr für ihre Mitschüler. Besondere Überraschung für den Jupiter Jones Fan: Im November darf sie ein Konzert der Band besuchen und die Musiker backstage besuchen.
Alexander Rollinger: Der Geschäftsführer des schwul-lesbischen Zentrums Schmit-Z erhielt den von der Nestwärme ausgelobten Preis. Seit 20 Jahren trägt er mit seiner Arbeit dazu bei, dass sich Schwule und Lesben selbstbewusst in die Gesellschaft integrieren können. "Es ist nicht wichtig, wen wir lieben, sondern dass wir lieben", sagt er.
Friedhelm Biesdorf: Seit 25 Jahren engagiert sich Biesdorf in der von ihm mitgegründeten Trierer Nothilfe. Schnell und unkonventionell hilft er mit seinem Verein, wenn Menschen in Not geraten. Dafür zeichnete ihn der Palais-Verein aus. Besonders wichtig ist ihm die Kinder- und Jugendarbeit.
"Da gibt es großen Bedarf in der Region", sagt Biesdorf.
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Trierischer Volksfreund vom 13.09.2013

Trier springt ein und sichert Hilfe für Kinder
Die direkte Hilfe für Kinder ohne feste Basis zu Hause, ohne Rückhalt der Eltern, ohne Selbstvertrauen oder soziale Kompetenz wird an Trierer Schulen weitergehen, auch wenn das Förderprogramm des Bundes zum Jahresende ausläuft. Der Stadtrat hat einstimmig den Stellenplan der Schulsozialarbeit ab 2014 verabschiedet.
Trier. Alle Fraktionen des Stadtrats halten sich an die Vereinbarung, kein Wahlkampfgetöse zu veranstalten. In wenigen Minuten beschließen sie ein Paket, das dringend benötigte Stellen in der Schulsozialarbeit ab 2014 sichern wird. Das Ergebnis: 5,5 Schulsozialarbeiterstellen für die weiterführenden Schulen, eine zur Hälfte vom Bildungsministerium finanzierte Stelle an der berufsbildenden Schule für Wirtschaft und 6,25 Stellen für 13 Grundschulen, aufgeteilt in zwölf halbe und eine viertel Stelle (siehe Extra). Die Stadt investiert hier 322 000 Euro.
Den gemeinsamen Ergänzungsantrag der Grünen und der Linken nimmt der Rat ebenfalls an: Jeweils 0,25 Stellen für die Grundschulen Kürenz, Martin und Ruwer werden beibehalten, auch wenn die soziale Problematik in diesen Stadtteilen als gering eingestuft wird. Das hatte übrigens auch die CDU separat beantragt. Außerdem soll der tatsächliche Bedarf an Schulsozialarbeit ab 2015 ermittelt werden. Auch der Ergänzungsantrag der SPD kommt durch, mit dem Oberbürgermeister Klaus Jensen beauftragt wird, mit dem Land in Verbindung zu treten, um Schulsozialarbeit zur Pflichtaufgabe von Kommunen zu machen.
Viele Beschäftigte werden aufatmen, denn vor kurzem drohte noch eine Katastrophe. Als 2011 im Bildungspakt von Familienministerin Ursula von der Leyen Millionen für die Schulsozialarbeit auftauchten, schien die Sonne noch für alle. Der Bund stellte dem Land Rheinland-Pfalz von 2011 bis 2013 pro Jahr elf Millionen Euro zur Verfügung, insgesamt 1,02 Millionen Euro nahm Trier für diese drei Jahre in Empfang. Mit diesem Geld richtete die Stadt in 16 Grundschulen und zwei weiterführenden Schulen zusätzliche Schulsozialarbeiterstellen ein. Die Träger sind der Palais e. V. und der Treffpunkt am Weidengraben e. V., beides Institutionen mit enormer Erfahrung.Doch Ende 2013 läuft das Bundesprogramm "Bildung und Teilhabe" wie angekündigt aus. Das Land hat seine eigene Förderung der Schulsozialarbeit jedoch bereits 2012 um ein Viertel und 2013 sogar um die Hälfte gekürzt (der TV berichtete). Mainz hielt eine doppelte Förderung von Bund und Land für zu viel und verwies auf die Bundesmittel - die jedoch ab 2014 wegfallen. Jetzt springt die Stadt ein. Stefan Zawar-Schlegel spricht für den Treffpunkt am Weidengraben. "Eine solche Entwicklung hätte man noch vor einem Jahr nicht für möglich gehalten", sagt er im Gespräch mit dem TV. "Damals drohte das Aus. Jetzt haben wir die Bestätigung, dass unsere Arbeit auch politisch geschätzt und gewichtet wird. Ich glaube, dass dieser wichtige Beschluss auch künftigen Stadträten überzeugend vermittelt, wie wichtig Schulsozialarbeit ist."
Reinhold Spitzley spricht für den Palais e. V. Trier: "Das ist sehr lobenswert und ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das nächste Ziel muss es sein, Schulsozialarbeit dauerhaft abzusichern."
Meinung
Priorität für die öffentliche Hand
Der Stadtrat hat das Ende der Schulsozialarbeit und damit die Katastrophe verhindert. Vorerst. Die Stellen für 2014 sind beschlossen, doch eine langfristige Perspektive und die damit verbundene Sicherheit für die Beschäftigten gibt es immer noch nicht. Die Stadt Trier kann diese Sicherheit nicht schaffen. Rat und Verwaltung haben getan, was sie konnten, doch die Lösung dieses Problems ist eine klare Aufgabe für Mainz und Berlin. Diese Lösung ist noch nicht einmal besonders schwierig. Sie beginnt mit einer Anerkennung der Schulsozialarbeit als Pflichtaufgabe der Kommunen durch das Land. Das ist verwaltungsjuristisch ein wichtiger Unterschied, denn freiwillige Aufgaben - zu diesen gehört die Schulsozialarbeit zurzeit - kann sich die arme und hoch verschuldete Stadt Trier in diesen Größenordnungen nicht leisten. Die Kommunalaufsicht wird sofort anklopfen und den dicken Rotstift auspacken. Die Bedeutung und den hohen Wert der Schulsozialarbeit kann niemand ernsthaft infrage stellen. Die Schaffung einer stabilen finanziellen Basis ist deshalb eine Priorität für die öffentliche Hand. j.pistorius    volksfreund.de
Extra
An diesen Grundschulen wird die Schulsozialarbeit nach dem Wegfall der Bundesförderung weitergehen: Ausonius, Ambrosius, Biewer, Ehrang, Euren, Feyen, Heiligkreuz, Keune, Mariahof, Matthias, Pallien, Pfalzel, Reichertsberg, Kürenz, Martin und Ruwer. Diese weiterführenden Schulen sind ebenfalls dabei: Kurfürst Balduin Realschule plus, Nelson Mandela Realschule plus, Realschule plus Trier-Ehrang, Integrative Gesamtschule Trier, Medardschule, Privatschule St. Maximin. An der Berufsbildenden Schule Wirtschaft bleibt die vom Bildungsministerium teilfinanzierte Stelle erhalten. Die Finanzierung wird die Stadt in einem Nachtragshaushalt regeln. Unterm Strich steht eine Investition von 322 000 Euro. Der Treffpunkt am Weidengraben zeigt, wie Schulsozialarbeit im Alltag aussehen kann. Gewaltprävention und Problemlösungsstrategien gehören ebenso zur täglichen Arbeit der Pädagogen vor Ort wie eine vertrauliche Sprechstunde, in der die Kinder selbst von ihren Sorgen, Nöten und Ängsten, aber auch von ihren Freuden berichten können. In kleinen Gruppen oder in Klassen wird die soziale Kompetenz gestärkt. Auch Eltern und Lehrer finden in den Schulsozialarbeitern Ansprechpartner. jp
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Trierischer Volksfreund vom 10.09.2013

Bandraum als Türöffner in die Welt der Musik
Für einige junge Menschen ist Musikmachen ein Luxusgut. Es fehlt an Mut, Geld oder den Möglichkeiten. Mit dem Projekt "Ton-Not" möchte der Verein Palais e.V. gemeinsam mit dem Musiker Daniel Bukowski das ändern. TV-Leser können mithelfen, dass es bald einen Bandraum und damit neue Möglichkeiten gibt.
Trier. "An einen Fußball, der rumliegt, trauen sich die meisten jungen Leute ran. Aber steht dort eine Gitarre, ist die Hemmschwelle oft groß", sagt Christian Botzet von der Kinder- und Jugendhilfe Palais e.V. Besonders hoch sei die Hürde für Kinder, die aus sogenannten sozial schwächeren Familien kämen. "Kulturelle Teilhabe gilt als Luxusgut", sagt Botzet. Weil Geld oder der Zugang in die Welt des Musizierens fehlten.
Das soll sich ändern. Alle, ausnahmslos alle Kinder, die aus vielerlei Gründen zum Palais in die Christophstraße 1 in Trier kommen, sollen die Möglichkeit erhalten, Musik im geplanten Bandraum zu machen. Dabei werden sie sogar von einem Profi unterstützt, von Daniel Bukowski. Der aus der Region stammende Sänger beherrscht -zig Instrumente, ist Songwriter und Musikproduzent. Er wird die jungen Leute an Instrumente und Musik heranführen - und Talente fördern. Es geht aber laut Botzet im Bandraum noch um mehr: Das Musikmachen soll den jungen Menschen im Alter von sechs bis 25 Jahren Perspektiven eröffnen, die sie in ihrem Selbstvertrauen und ihrer gesamten Persönlichkeit festigen und stark fürs Leben machen.
Ein Raum im Keller des Gebäudes vis-à- vis vom Balduinsbrunnen wird angemietet, auch die Finanzierung für die Anleitung durch den Profimusiker steht. Nun muss der Bandraum noch ausgestattet werden - mit E-Piano, Schlagzeug, Bass, Gitarre und dem dazugehörigen Equipment - von Verstärkern bis hin zu Mikrofonen und Kabeln. TV-Leser können unter der Projektnummer 14094 dazu beitragen, dass benachteiligte Jugendliche aus Trier und der Region bald im "Bandraum Ton-Not" einen Zugang zu Musik und Kultur finden - und dass ihnen so auch musisch-kreative Möglichkeiten eröffnet werden.
volksfreund.de/meinehilfe
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Rathaus Zeitung vom 03.09.13

Trier punktet mit Ferienbetreuung
Die Servicestelle Lokale Bündnisse für Familie der Bundesregierung hat das Trierer Netzwerk als „Bündnis des Monats September 2013“ ausgezeichnet. Es hilft berufstätigen Eltern, Familie und Beruf zu vereinbaren. Mit einer betrieblich unterstützten Ferienbetreuung, Infos zu ergänzenden Angeboten und Notfallprogrammen in Partnerfirmen hilft das Lokale Bündnis, Engpässe zu vermeiden.
Gerade in den Sommerferien ist es für berufstätige Eltern oft schwer, Kinder und Berufsleben unter einen Hut zu bekommen. Das Lokale Bündnis für Familie und seine Partner organisieren seit 2011 in zwei der sechs Ferienwochen eine Ganztagsbetreuung mit sechs- bis zwölfjährigen Kindern ihrer Mitarbeiter. Diesen Sommer haben sich das Finanzamt, das Polizeipräsidium, die Agentur für Arbeit, die AOK, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), der Landesbetrieb Mobilität und die Sparkasse an der Aktion beteiligt.
Die Partner teilen sich die Organisation auf. Der Vorteil: Jeder muss nur für eine Woche die Betreuung übernehmen, die Mitarbeiterkinder sind aber zwei Wochen versorgt, weil auch die Angebote der anderen Arbeitgeber genutzt werden können. In der ersten Ferienwoche organisierten das Finanzamt, die Sparkasse und die ADD jeweils ein Angebot. Auf dem Programm standen unter anderem Besuche im Zoo Saarbrücken, im Rheinischen Landesmuseum und im  Schieferbergwerk Fell. In der letzten Ferienwoche sorgten der Landesbetrieb Mobilität, die Agentur für Arbeit und das Polizeipräsidium für ein ganztägiges Programm. Die Kinder fuhren unter anderem in den Wild- und Freizeitpark Klotten sowie zur Feuerwehr Waldrach.
Externe Angebote buchen
Auf Initiative des Finanzamts hatten sich die sieben Partner 2011 zum Netzwerk „betrieblich organisierte Kinderbetreuung“ zusammengeschlossen. „Wir tauschen uns aus und können so Synergien schaffen. Zum Beispiel konnten das Finanzamt und die Sparkasse den Kindern eine Busfahrt zum Zoo Saarbrücken ermöglichen, weil sich beide Partner die Kosten geteilt haben“, erläutert Luzia Biesdorf, Gleichstellungsbeauftragte beim Finanzamt. Die Betreuung der Kinder übernehmen Beschäftigte der beteiligten Firmen und Institutionen. Dafür stellt sie ihr Arbeitgeber jeweils frei. Unternehmen, die kein eigenes Betreuungsprogramm auf die Beine stellen können, haben die Möglichkeit, sich eine Ferienbetreuung bei externen Partnern zu buchen. In Trier stehen dafür zum Beispiel der Treffpunkt am Weidengraben sowie die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung  Palais e. V. zur Verfügung.
Um berufstätigen Eltern die Suche nach ergänzenden Betreuungsangeboten außerhalb der Regelzeiten von Schule und Kita zu erleichtern, hat das Bündnis im Internet eine Übersicht (www.familie-trier.de) erstellt. Neben den Jugendzentren, die eine Hausaufgabenbetreuung, einen Mittagstisch, verschiedene Freizeitaktivitäten und Ferienbetreuungen anbieten, finden Eltern in der Übersicht verschiedene Notfallbetreuungsmöglichkeiten. Zusätzlich informiert das Bündnis Unternehmen im Internet über betrieblich unterstützte Kinderbetreuungsangebote. Partner wie das Finanzamt  und die Universität gehen dabei mit gutem Beispiel voran: Fällt die reguläre Kinderbetreuung aus, haben die Beschäftigten die Möglichkeit, den Sohn oder die Tochter  mit zur Arbeit zu nehmen und in einem Eltern-Kind-Zimmer  die Arbeit mit der Kinderbetreuung zu verbinden.
Das Bündnis entstand auf Initiative von OB Klaus Jensen im Herbst 2010. Rund 40 Unternehmen, Institutionen und Vereine machen sich für die Bedürfnisse von Familien in Trier stark. „Die Akteure lernen voneinander, motivieren sich gegenseitig und bringen das Thema in unserer Stadt gemeinsam voran“, so der OB.
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Trierischer Volksfreund vom 29.08.13

Beratung, Begleitung und Betreuung
Alleinerziehende stehen vor einer besonderen Herausforderung, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. Sie müssen ihren privaten und beruflichen Alltag alleine planen und meistern und allen Beteiligten - Kind, Arbeitgeber und sich selbst - gerecht werden. Das Jobcenter Trier bietet in solchen Fällen Unterstützung an.
Trier. Bei der Agentur für Arbeit Trier sind derzeit 889 Alleinerziehende gemeldet. Die Geschäftsführerin des Jobcenter Trier Stadt, Marita Wallrich, stellt die Zielgruppe der Alleinerziehenden daher in den Fokus der arbeitsmarktpolitischen Förderung: "Alleinerziehende brauchen zusätzliche Hilfen, um dauerhaft eine finanzielle Unabhängigkeit von staatlichen Transferleistungen erlangen zu können. Dabei spielt eine gute und ausreichende Kinderbetreuung eine große Rolle. Denn nur wer sein Kind gut versorgt weiß, kann sich auch auf seine eigene Arbeit ausreichend konzentrieren und den Anforderungen einer beruflichen Tätigkeit gerecht werden. Für uns ist es daher wichtig, gemeinsam mit Trägern wie dem Palais zur Verbesserung der Situation für Alleinerziehende einen Beitrag zu leisten."
Das Jobcenter Trier Stadt bietet in Kooperation mit dem Palais unterschiedliche Projekte und Maßnahmen (derzeit Aktivierung Alleinerziehender und Zeit für Rat, Tat und Qualifizierung) zur Unterstützung, Aktivierung und Förderung von Alleinerziehenden an. In der Beratung, Begleitung und Betreuung stehen neben den Themen der Berufsorientierung, Stellensuche und Bewerbungsaktivitäten vor allem Themen der Kinderbetreuung und -versorgung sowie psychosoziale Belastungssituationen im Vordergrund.
Meist reichen die vorhandenen Betreuungsmöglichkeiten nicht aus, um der oft geforderten zeitlichen Flexibilität entsprechen und somit auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können. Hinzu kommt, dass Betriebe sich häufig mit Themen wie Teilzeitausbildung nicht oder kaum auskennen. Alleinerziehende haben es im Bewerbungsverfahren daher besonders schwer, da oftmals Fragen zur Kinderbetreuung in Krankheit und/oder Ferienzeiten im Fokus stehen. Können diese nicht befriedigend beantwortet werden, hat die Bewerberin oft trotz fachlicher Qualifikation keine Chance.
Neben der individuellen Arbeit mit den Alleinerziehenden steht daher auch Aufklärungs- und Informationsarbeit auf dem Programm. Denn nur wenn alle Einrichtungen und Betriebe flexibel und individuell auf die Situationen der Alleinerziehenden reagieren, können Integrationen dauerhaft erfolgreich gestaltet werden.
Ein gelungenes Beispiel für die Integrationsarbeit einer Alleinerziehenden stellt Jennifer dar: Die 23-Jährige, die zwei Kinder hat, wurde im Projekt Aktivierung Alleinerziehender des Palais betreut. Mit dessen Unterstützung konnte sie ihre Ausbildung zur Köchin vollenden, die sie im dritten Lehrjahr wegen ihrer Schwangerschaft abbrechen musste.
Da eine Teilzeit-Ausbildungsstelle, die mit der Kinderbetreuung kompatibel ist, in einem gastronomischen Betrieb schwierig zu finden ist, hat die junge Frau zu ihrem Praktikum eine zusätzliche Ausbildungsstelle im Café Balduin erhalten. Die Entscheidung wurde vom Jobcenter Trier unterstützt und mit einem monatlichen Ausbildungszuschuss gefördert. Im Sommer 2014 wird Jennifer ihre Abschlussprüfung machen können.
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5vier vom 29.08.13

Alleinerziehend - Eine besondere Herausforderung
Alleinerziehende stehen vor einer besonderen Herausforderung, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, denn sie müssen ihren privaten und beruflichen Alltag alleine planen, organisieren und meistern. Dabei müssen sie allen Beteiligten – dem Kind bzw. den Kindern, dem Arbeitgeber, eventuell noch dem ehemaligen Lebenspartner sowie sich selbst – gerecht werden und verzweifeln dabei oftmals an den Anforderungen, die an sie gestellt werden.
Die alleinerziehenden Elternteile können den vielfältigen Anforderungen nur dann gerecht werden, wenn sie entsprechende Unterstützung durch eine qualitativ und quantitativ hochwertige Kinderbetreuung erhalten, verständnisvolle Vorgesetzte haben und auf Unterstützungsnetzwerke wie Freunde, Verwandte, Alleinerziehendentreffs etc. zurückgreifen können. Neben der Alltagsproblematik weisen Alleinerziehende außerdem ein erhöhtes Armutsrisiko auf. Der Anteil der Alleinerziehenden-Haushalte, die ihren Lebensunterhalt überwiegend aus Erwerbstätigkeit bestreiten, ist wesentlich geringer als bei Zwei-Eltern-Haushalten.
Mehr Unterstützung
Aktuell sind bei der Agentur für Arbeit in Trier 889 Alleinerziehende gemeldet – davon 658 Bedarfsgemeinschaften aus dem SGB II Bereich und 157 im SGB III Bereich. Die Geschäftsführerin des Jobcenter Trier Stadt Frau Wallrich stellt die Zielgruppe der Alleinerziehenden daher sehr stark in den Fokus der arbeitsmarktpolitischen Förderung: „Alleinerziehende brauchen zusätzliche Hilfen, um dauerhaft eine finanzielle Unabhängigkeit von staatlichen Transferleistungen erlangen zu können. Dabei spielt eine gute und ausreichende Kinderbetreuung eine große Rolle, denn nur wer sein Kind gut versorgt weiß, kann sich auch auf seine eigene Arbeit ausreichend konzentrieren und den Anforderungen einer beruflichen Tätigkeit gerecht werden. Für uns ist es daher wichtig, gemeinsam mit Trägern wie dem Palais e.V. zur Verbesserung der Situation für Alleinerziehende einen Beitrag zu leisten.“
Das Jobcenter Trier Stadt bietet in Kooperation mit dem Palais e.V. unterschiedliche Projekte und Maßnahmen zur Unterstützung, Aktivierung und Förderung von Alleinerziehenden an. In der Beratung, Begleitung und Betreuung stehen neben den Themen der Berufsorientierung, Stellensuche und Bewerbungsaktivitäten vor allem Themen der Kinderbetreuung und -versorgung sowie psychosoziale Belastungssituationen im Vordergrund.
Meist reichen vorhandene Betreuungsstrukturen nicht aus, um der von einem Arbeitgeber oftmals geforderten zeitlichen Flexibilität zu entsprechen und somit auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können. Hinzu kommt, dass Betriebe sich häufig mit Themen wie Teilzeitausbildung nicht ausreichend auskennen. Alleinerziehende haben es im Bewerbungsverfahren daher besonders schwer, da oftmals Fragen zur Kinderbetreuung in Krankheit und/oder Ferienzeiten im Fokus stehen. Können diese nicht in ausreichendem Maße beantwortet werden, hat die Bewerberin oftmals trotz fachlicher Qualifikation keine Chance.
Neben der individuellen Arbeit mit den Alleinerziehenden steht daher auch Aufklärungs- und Informationsarbeit auf der Agenda. Denn nur wenn alle Einrichtungen und Betriebe flexibel und individuell auf die Situationen der Alleinerziehenden reagieren, können Integrationen dauerhaft erfolgreich gestaltet werden.
Ein gelungenes Beispiel
Jennifer, 23 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern, wurde im Projekt Aktivierung Alleinerziehende des Palais e.V. betreut. Bereits in der Anamnese erzählte Jennifer von ihrer Ausbildung als Köchin, die sie im dritten Lehrjahr abbrechen musste, weil sie schwanger wurde. Jennifer äußerte den Wunsch ihre Ausbildung zur Köchin wieder aufnehmen und beenden zu wollen.
Eine Ausbildungsstelle in Teilzeit, die mit der Kinderbetreuung kompatibel ist, ist jedoch in einem gastronomischen Betrieb schwierig zu finden. Im Rahmen eines Praktikums in der Küche des Café Balduin des Palais e.V. zeigte Jennifer ein hohes Maß an Motivation und Engagement, so die Mitarbeiter die Entscheidung trafen, eine zusätzliche Ausbildungsstelle im Café Balduin einzurichten.
Die Entscheidung wurde vom Jobcenter Trier unterstützt und mit einem monatlichen Ausbildungszuschuss gefördert, so dass Jennifer nun zum 1. August ins dritte Lehrjahr einsteigen konnte.
„Ich freue mich sehr über die Chance und die Möglichkeit, die ich hier erhalten habe, aber ich habe auch ein wenig Angst vor den Anforderungen, die auf mich zu kommen.“ Um Jennifer auch während der Ausbildung weiterhin zu unterstützen, wird sie auch zukünftig durch den Azubi-Coach des Palais e.V. begleitet. Auf diese Weise kann sie darin unterstützt werden ihren Alltag mit Familie und Ausbildung zu organisieren und den Anforderungen gerecht zu werden.                                                                          
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5vier vom 02.08.13

Alleinerziehende engagieren sich für krebskrankes Mädchen aus Russland
Alleinerziehende Elternteile aus dem Projekt „Zeit für Rat, Tat und Qualifizierung“ des Palais e.V. sammeln 800 Euro für Daria – ein krebskrankes russisches zweijähriges Mädchen, welches auf eine Behandlung wartet.
Im Rahmen der Maßnahme „Zeit für Rat, Tat und Qualifizierung“ unterstützt der Palais e.V. (in Trier als Träger der freien Kinder-, Jugend- und Familienhilfe) Alleinerziehende beim beruflichen (Wieder-)Einstieg und dem Erwerb von beruflichen Qualifikationen. Das Projekt wird finanziert durch Mittel der Jobcenter Trier-Stadt und Trier Saarburg, dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familien und Frauen des Landes Rheinland Pfalz sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Rheinland Pfalz.
Die vom Jobcenter Trier und dem Jobcenter Trier-Saarburg zugewiesenen alleinerziehenden Elternteile möchten mit Unterstützung des Palais e.V. eine berufliche Perspektive für sich und ihre Familien entwickeln und auf eigenen (finanziellen) Beinen stehen. Neben Arbeitserprobungen und Qualifizierungseinheiten in verschiedenen Berufsfeldern, u. a. in der Hauswirtschaft, der Gastronomie und in Sozialen Dienstleistungsberufen, können die Teilnehmerinnen des Projekts auch vom gegenseitigen Austausch und durch den Aufbau eines sozialen Netzwerkes von Alleinerziehenden profitieren. Einmal wöchentlich treffen sich alle Teilnehmerinnen, um Gelerntes zu reflektieren und Erfahrungen auszutauschen.
In diesem Rahmen berichtete eine Teilnehmerin von der tragischen Krankheitsgeschichte der zweijährigen Daria. Daria hat einen bösartigen Tumor (Neuroblastum-Krebs), der in Ihrem Heimatland Russland (T olitte) nicht behandelt werden kann. Die Familie war daher gezwungen, nach Deutschland zu reisen, um ihrem Kind die notwendige medizinische Versorgung bieten zu können. Da die Familie keine Krankenversicherung in Deutschland hat, kann das Kind nur gegen Bezahlung behandelt werden. Die Familie verfügt allerdings nicht über die finanziellen Mittel, so dass sie Hilfe benötigt.
Das traurige Schicksal der kleinen Daria motivierte die Alleinerziehenden kurz entschlossen dem Kind helfen zu wollen und Geld für die weitere Behandlung zu sammeln. So organisierten die Frauen mit viel Kraft und Ausdauer, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen des Palais e.V., einen Flohmarkt sowie einen Infostand in der Trierer Innenstadt. Die Frauen spendeten Kleidung, Hausrat, Bücher und andere Gebrauchsgegenstände und verkauften diese auf einem Trierer Flohmarkt. Für einen weiteren Infostand in der Innenstadt backten sie Kuchen, bereiteten Waffeln zu und spendeten Kaffee. Durch diese gelungenen Aktionen erwirtschafteten die Alleinerziehenden einen Betrag von 800 Euro und hoffen somit einen kleinen Beitrag zur Genesung der kleinen Daria geleistet zu haben. Als Nebeneffekt entwickelten und stabilisierten die Frauen über die Planung, Organisation und das Engagement außerdem vielfältige Kompetenzen, die sie in der Erarbeitung beruflicher Perspektive voranbringen.
Das Geld wurde vom Palais e.V. an die Kinderklinik in Dortmund überweisen, es fehlen allerdings weitere Geldspenden.
+++ Wer ebenfalls helfen möchte +++
Weitere Spenden für Daria nimmt die Kinderklinik Dortmund, Sparkasse Dortmund, Kontonummer 1237799, BLZ 44050199, Verwendungszweck: Daria Mariashina entgegen. Ansprechpartner ist Frau Dr. Martina Klein, martina.klein    klinikumdo.de, erreichbar unter der Telefonnummer: 0231/95321270. Gerne wird dem Spender auch eine Zusendungsbescheinigung ausgestellt. Dazu wird der vollständige Name und Anschrift im Überweisungsträger benötigt.
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Trierischer Volksfreund vom 13.06.13

Niemand hat Geld für Trierer Kinder
Der Schulsozialarbeit in Trier drohen gewaltige Einschnitte - das sagt Schuldezernentin Angelika Birk (Die Grünen). Das Finanzierungspaket "Bildung und Teilhabe" des Bundes, mit dessen Mitteln Trier seine Schulsozialarbeit verdoppelt hat, läuft aus. Wenn Berlin nicht mehr zahlt, fehlen der Stadt 410 000 Euro pro Jahr.
Trier. "Wir werden kämpfen und uns auch als Stadt nicht aus der Verantwortung stehlen", betont Triers Schuldezernentin Angelika Birk. Trier werde von Bund und Land eine weitere Förderung der Schulsozialarbeit verlangen. "Im schlimmsten Fall werden wir mit dem Stadtrat über eine Neuverteilung von Haushaltsmitteln verhandeln müssen."
Die Förderung: Als 2011 im Bildungspakt von Familienministerin Ursula von der Leyen Millionenbeträge für die Länder auftauchten, die in Schulsozialarbeit fließen sollten, jubelten Träger und Behörden. Der Bund stellte dem Land Rheinland-Pfalz für den Zeitraum von 2011 bis 2013 pro Jahr elf Millionen Euro zur Verfügung, insgesamt 1,02 Millionen Euro nahm Trier für diese drei Jahre in Empfang.
Die Umsetzung: "Wir haben mit diesen Mitteln in 16 Grundschulen und zwei weiterführenden Schulen zusätzliche Schulsozialarbeiterstellen eingerichtet", berichtet Birk heute. 8,5 neue Stellen für Schulsozialarbeiter wurden geschaffen, fünf Grundschulen konnten neu ins Programm aufgenommen werden. Insgesamt 16 Grundschulen können seitdem von Schulsozialarbeitern mit halben und Viertel-Stellen betreut werden. Die Träger sind der Palais e. V. und der Treffpunkt am Weidengraben e. V., beides Institutionen mit enormer Erfahrung. Sie stellten die Pädagogen ein. "Die Grundschulen bildeten den Schwerpunkt dieser Aufstockung, um hier präventiv tätig werden zu können und bei Problemen schon früh helfen zu können", erklärt die Schuldezernentin. "Die Schulleitungen melden, dass viele soziale Probleme gelöst werden konnten und sich das Lernumfeld verbessert habe."
Das Problem: Ende 2013 läuft das Bundesprogramm "Bildung und Teilhabe" wie angekündigt aus. Das Land hat seine eigene Förderung der Schulsozialarbeit außerdem 2012 um ein Viertel und 2013 sogar um die Hälfte gekürzt (der TV berichtete). Die Begründung: Trier habe schließlich die Bundesmittel zur Verfügung - die jedoch im kommenden Jahr wegfallen. Jetzt fordert die rheinland-pfälzische Kinder- und Jugendministerin Irene Alt den Bund auf, weiter zu zahlen. Sollte Berlin sich weigern, will sich Alt dafür einsetzen, die Landesförderung der Schulsozialarbeit wieder auf das Niveau vor der Kürzung anzuheben (siehe Extra).
Die Pädagogin: Simone Fassbender ist eine der Schulsozialarbeiterinnen in Trier und betreut die Ausonius-Grundschule in Trier-Mitte. Ihr Schulleiter Norbert Ruschel fasst ihr Tun in einem Satz zusammen: "Ich weiß heute nicht mehr, wie wir jemals ohne sie mit der Lage fertig geworden sind. Wahrscheinlich gar nicht." Die Lage - damit umschreibt Ruschel den schwierigen Alltag vieler Grundschulkinder auch in Trier. "Viele werden vernachlässigt, kommen ohne Frühstück und verwahrlost in der Schule an." Die Eltern kümmern sich nicht, die Lehrer können kaum eingreifen. "Die Probleme gibt es an allen Schulen und in allen Schichten, nicht nur an den Brennpunkten."
Fassbender spricht über ihren Job: Themen wie Selbstwahrnehmung, Perspektivenübernahme, Kooperation und Interaktion prägen ihre Arbeit mit den Kindern. "Ich biete Kindersprechstunden und Elternberatung an", sagt die Pädagogin. Die Schule hat eine Streitschlichter-AG. "Es gibt auch Runde Tische mit dem Jugendamt."
Die Kosten: Von dem Moment an, an dem die Bundesmittel aus dem Paket "Bildung und Teilhabe" wegfallen, klafft im Trierer Haushalt eine Lücke in Höhe von 410 000 Euro. Damit sind die 8,5 neuen Schulsozialarbeiterstellen bedroht.
Meinung
Unverständlich und inakzeptabel

Schulsozialarbeit ist bedauerlicherweise nicht besonders populär. Das werden die Eltern zu Hause oder auch die Lehrer wohl in den Griff bekommen, lauten die Stammtischparolen. Früher habe es auch keine Schulsozialarbeit gegeben, und dennoch sei was aus den Schülern geworden. Diese Sicht der Dinge hat mit der Realität nichts zu tun. Auch früher gab es sie schon: die Kinder ohne feste Basis zu Hause, ohne den Rückhalt der Eltern, ohne Selbstvertrauen oder soziale Kompetenz, ohne Frühstück. Doch früher hat man die Probleme nicht so deutlich gesehen. Schulsozialarbeit ist nicht nur in sozialen Brennpunkten, sondern generell eine wichtige und notwendige Hilfe für Kinder. Eine Hilfe, die zum Unterschied zwischen einer erfolgreichen Schullaufbahn und einer Katastrophe mit frühem Abbruch werden kann. Es stellt sich nur die Frage, wer die Schulsozialarbeit bezahlt. Die Antwort ist zum Glück simpel. Das Land muss seine Kürzung rückgängig machen und die Förderung wieder auf das Niveau vor dem von Anfang an befristeten Bundespaket anheben. Denn diese Kürzung war ein ebenso unverständlicher wie inakzeptabler Schnellschuss, mit dem Mainz ein paar Euro sparen wollte. j.pistorius    volksfreund.de
Extra
Der Bund soll weiter zahlen: Rheinland-Pfalz fordert in einem gemeinsamen Gesetzentwurf mit Nordrhein-Westfalen die Bundesregierung auf, die Schulsozialarbeit auch über das Jahr 2013 hinaus zu finanzieren. Eine entsprechende Initiative haben die beiden Länder in den Bundesrat eingebracht. "Mit den Mitteln des Bundes wurden an allen Schularten Stellen neu geschaffen oder ausgebaut sowie zusätzliche Beratungsangebote oder mobile Dienste eingerichtet", sagt Kinder- und Jugendministerin Irene Alt. "Beendet der Bund die Finanzierung der Schulsozialarbeit, können diese Leistungen aufgrund der Haushaltslage von Ländern und Kommunen nicht übernommen und fortgesetzt werden. Das würde das Aus für viele der neu entstandenen Stellen und Angebote bedeuten." Die Ministerin betont: "Schulsozialarbeit ist unverzichtbar. Die Bundesfinanzierung muss entfristet und auf Dauer gestellt werden. Das ist das Ziel unseres Gesetzesantrags." Das Land soll wieder zahlen: Auf eine Anfrage des TV antwortet das Kinder- und Jugendministerium in Mainz, Ministerin Irene Alt setze sich dafür ein, dass die Landesförderung der Schulsozialarbeit nach dem Auslaufen der Bundesförderung zum Ende 2013 wieder auf das Niveau von 2011 angehoben wird. Derzeit laufen die Beratungen des Doppelhaushalts 2014/15. Die Stadt Trier würde dann wieder für jede Vollzeitstelle 30 600 Euro pro Jahr und Stelle erhalten. Zurzeit sind es nur 15 000 Euro. jp
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Trierischer Volksfreund vom 12.06.2013

Menschen aus der Mitte sichtbar machen
Eine Idee, sechs Preise: Nestwärme und Palais haben eine neue Auszeichnung initiiert, die an engagierte Menschen gehen soll. Die Bewerbungsphase für die Premiere hat begonnen und geht bis Ende Juli. Künftig soll der Move-Award jährlich verliehen werden.

Trier. Die Vereine Nestwärme und Palais haben einen neuen Preis ins Leben gerufen, mit dem Menschen ausgezeichnet werden, die in der Gesellschaft etwas Besonderes leisten: den Move-Award. Diese Auszeichnung sollen jedes Jahr Menschen bekommen, die im täglichen Miteinander etwas Besonderes für die Gesellschaft leisten. Jeder kann selbst zum Nominierer und Auszeichner werden und im Internet oder auf Facebook den Move-Award-Sticker herunterladen, ausdrucken und verleihen. Die Bewerbungsphase hat begonnen. Mehrere Engagierte werden ausgezeichnet: Ein Publikumspreis wird für Schüler verliehen, einer für Erwachsene, vier weitere Preisträger werden von einer Jury ausgewählt.
Die Jury wird die Preisträger am 14. September bei einem festlichen Gala-Abend ehren. Durch den Abend führen wird die ZDF-heute-Journal-Moderatorin Kay-Sölve Richter, einer der Gäste wird laut Veranstalter die Luxemburger Sterne-Köchin Léa Linster sein.
Preis soll Bewegung anstoßen
"Wir wollen Menschen, die etwas Gutes tun, ermuntern, das weiter zu tun und ihr Verhalten auch auszeichnen. Der Move-Award soll eine Bewegung anstoßen und zeigen, dass unsere Gesellschaft nicht nur aus egoistischen Menschen besteht", sagte Reinhold Spitzley, Leiter und Geschäftsführer des Palais. Das Palais setzt sich seit mehr als 30 Jahren dafür ein, junge Menschen stark zu machen. "Gerade beim Thema Mobbing wollen wir zeigen, dass es cool ist, Mobbingopfer zu schützen und gegen Mobbing Stellung zu beziehen", so Spitzley. Das zwischenmenschlich Verbindende steht im Mittelpunkt. Petra Moske, Vorsitzende von Nestwärme, sagt dazu: "Wir wollen mit der Move-Idee Menschen aus unserer Mitte sichtbar machen, die mit dem Herzen sehen und so anderen achtsam und in Wertschätzung begegnen. Gerade in der heutigen Zeit braucht unsere Gesellschaft solche Vorbilder."
Im Internet auf Move-Award und im sozialen Netzwerk Facebook kann jeder bis zum 31. Juli sein Votum für einen Move-Award-Preisträger abgegeben.
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Newsarchiv Eintracht Trier vom 19.04.2013

Ein besonderes Training mit “Toni" und “Albu"
So etwas erlebt man nicht alle Tage: Am Donnerstag Nachmittag absolvierten die Mitglieder des Fußballprojekts der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. aus Trier im Rahmen der Kooperation mit dem SV Eintracht Trier 05 (wir berichteten) ein Training mit den SVE-Kickern Christoph Anton und Albutrin Aliu.
„Wir wollen Spaß mit Euch haben und mal sehen, was Ihr so alles am Ball drauf habt.“ Mit diesen Worten empfingen „Toni“ und „Albu“ die Schützlinge von Martin Krämer, der die Kinder seit Jahresbeginn und noch bis Mai einmal wöchentlich zum Fußball versammelt.
„Es geht um mehr als den reinen Sport, sondern auch um grundsätzliche Aspekte wie Fairness und das Einhalten der Regeln“, berichtete Martin Krämer am Rande der eineinhalbstündigen Übungseinheit mit den Regionalligaspielern der Blau-Schwarz-Weißen.
Konzentriert verfolgten Steven, Kilian, Melton, Miguel & Co. die Anweisungen der beiden SVEler. Im Mittelpunkt stand auf dem Moselstadion-Kunstrasen ein enges, bis zum Ende hart umkämpftes Match, in dem sich beide Seiten nichts schenkten, aber in dem der Einsatz nie übertrieben wurde - auch ein Zeichen, dass die Zielsetzung, durch das Projekt Sozialkompetenz zu vermitteln, offenbar aufgegangen ist.
„Die Jungs waren voll bei der Sache und haben dankbar jeden Tipp aufgenommen. Das haben wir sehr gerne gemacht, zumal viele von den Jungs und auch Martin Krämer große Eintracht-Fans sind und die anderen es vielleicht ja noch werden“, konnten auch Christoph Anton und Albutrin Aliu ein sehr positives Fazit ziehen.
Die besonderen Gäste vom Palais e.V. ließen sie natürlich nicht ohne Geschenke gehen: Als Erinnerung erhielten die Kids ein von allen Regionalligaspielern handsigniertes Trikot und Freikarten fürs Heimspiel am Samstag, 4. Mai, ab 14 Uhr, gegen die SG  Sonnenhof Großaspach.
Zum Artikel und weiteren Photos: Eintracht sozial
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Trierischer Volksfreund vom 15.04.2013

Hilfe gegen die Leere in der Lehre
Eine besondere Zuwendung erfahren die rund 30 Auszubildenden zweier privater Seniorenresidenzen in Pölich und Wittlich. Qualifizierte Helfer unterstützen die Nachwuchskräfte während ihrer Ausbildung und vor den Prüfungen. Zu dem Pilotprojekt gehört auch die gezielte Nachwuchswerbung in den Schulen.
Angst vor der Prüfung? Probleme mit dem Lehrstoff? Konflikte am Arbeitsplatz? Plötzliche Zweifel an der Berufswahl? Spätere Übernahme ja oder nein? Solche und ähnliche Nöte quälen viele Auszubildende (Azubis) in Wirtschaft, Handwerk und Verwaltung, und oft fühlen sie sich damit alleine gelassen.
Dies gilt aber nicht für die Azubis in den Seniorenresidenzen St. Andreas in Pölich, St. Paul in Wittlich und demnächst auch St. Martin in Schweich. Ihre private Trägergesellschaft Creatio Beratungs- und Managementgesellschaft mbH sorgt für eine gezielte Begleitung der Nachwuchskräfte aus den Sparten Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung. Betreut wird ab Ausbildungsbeginn bis zur Prüfung. Das Projekt läuft in Kooperation mit der Trierer Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V., die dazu eine sozialpädagogische Fachkraft - den so genannten Azubi-Coach - stellt.
Die Sozialpädagogin Kerstin Knopp vom Trierer Palais ist an insgesamt zehn Wochenstunden in Pölich und Wittlich tätig. Der TV trifft Knopp in Pölich, wo sie am Abend einige angehende Altenpflegehelfer, die im Mai Prüfung haben, zu einem "Lehrstammtisch" trifft. Knopp: "Dies ist eine von unseren freiwilligen Veranstaltungen, es gibt aber auch Pflichtveranstaltungen." Eine Pflichtveranstaltung für neu beginnende Azubis und Praktikanten habe etwa die Themen "Was erwartet mich in der Ausbildung? Was ist bei der Arbeit wichtig? Wie arbeite ich im Team, und wer hilft mir beim Einstieg?"
"Vom freiwilligen Lehrstammtisch erwarten die Aspiranten Hilfen bei der Prüfungsvorbereitung und Ratschläge gegen Prüfungsangst", sagt Knopp. Wichtig sei es, auch außerhalb der Veranstaltungen als vertraulicher Ansprechpartner bereitzustehen, denn "da gibt es schon mal knifflige Fragen und Probleme, die Azubis nicht gerne mit ihrem Lehrherrn besprechen wollen".
Treffen in kleiner Runde
Beim anschließenden Treffen werden in kleiner Runde alle prüfungsrelevanten Themen angesprochen und vertieft. Heute steht die Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen auf dem Plan - aber nicht als Frontalunterricht, sondern im lockeren Vor antasten mit Unterstützung der Trierer Sozialpädagogin. "Ich finde es schön, dass man in der Ausbildung und besonders vor der Prüfung nicht alleine dasteht, sondern Hilfe hat, wenn man sie braucht. Das gilt auch für Einzelgespräche über bestimmte Themen in der Schule oder am Arbeitsplatz", sagt Altenpflegehelfer-Schülerin Melanie Stadtfeld (17) aus Neumagen-Dhron.
Geschäftsführer und Heimleiter Markus Kowalik ist sich sicher, dass das "Pölicher Modell" auch in anderen Sparten Schule machen wird. 2010 habe das Programm als öffentlich gefördertes Projekt mit sporadischen Veranstaltungen und in loser Kooperation mit dem Palais e.V. Trier begonnen. Erst seit 2013 arbeiteten Palais Trier und die Seniorenresidenzen fest zusammen. Kowalik: "Das vordergründige Ziel ist es, die Leute durch die Ausbildung zu bringen. Des weiteren sind wir bemüht, über unsere Kontakte mit dem Palais Trier geeignete Azubis anzuwerben. Dazu gehen wir in die Hauptschulen und rühren die Werbetrommel für den Pflegeberuf, der angesichts der Altersentwicklung von zunehmender Bedeutung sein wird. Gesucht sind junge Leute, die sich wirklich mit dem Thema ,Altenpflege' auseinander gesetzt haben und echtes Interesse daran zeigen."
Übrigens: Die Aussicht auf eine Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung ist in St. Andreas, St. Paul und St. Martin hoch. "Wer will, kann derzeit jedenfalls bleiben", sagt der Heimleiter. Und es sehe nicht so aus, als ob sich dies in den nächsten drei bis vier Jahren ändern werde.
Gefördert wird das Projekt "Azubi-Coaching" vom Land und aus einem speziellen EU-Fördertopf.
Extra
Unter der Dachgesellschaft "Creatio Beratungs- und Managementgesellschaft" mbH mit Sitz in Pölich werden die Seniorenresidenzen in Pölich, Wittlich und demnächst in Schweich von selbstständig handelnden Gesellschaften (etwa die St. Andreas GmbH Pölich) gebaut und betrieben. Finanziert werden die Gebäude über geschlossene Immobilienfonds. St. Andreas Pölich bietet 143 Pflegeplätze und St. Paul in Wittlich 88 Plätze. Insgesamt sind derzeit in Pölich und Wittlich etwa 200 Vollzeit- und Teilzeitkräfte beschäftigt, darunter rund 30 Auszubildende. Im August soll die dritte Seniorenresidenz St. Martin am Schweicher Ermesgraben eröffnet werden, die für 90 Pflegeplätze bei rund 100 Mitarbeitern ausgelegt ist. f.k.
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Trierischer Volksfreund vom 14.03.2013

Tarforster Grundschüler lernen ganztags
55 Eltern haben ihre Kinder verbindlich angemeldet: Damit kann die Tarforster Grundschule im Sommer ein Ganztagsangebot einrichten. Die kostenpflichtige Nachmittagsbetreuung soll dann in eingeschränkter Form weitergeführt werden.
Trier. Die Tarforster Grundschule nimmt zum Schuljahr 20013/14 den Ganztagsbetrieb auf. Das Mainzer Schulministerium hatte bereits im Januar grundsätzlich grünes Licht für einen freiwilligen Ganztagsbetrieb von montags bis donnerstags gegeben. Die Voraussetzung: Bis spätestens zum heutigen Freitag, 15. März, muss die Schule 36 verbindliche Anmeldungen vorweisen können. Dieses Limit wurde übertroffen: "Wir haben 55 verbindliche Anmeldungen aus allen Klassenstufen für den Ganztagsbetrieb", bestätigt Schulleiterin Giselinde Leinen-Voigt auf Nachfrage des TV.
Die Ganztagskinder der Tarforster Grundschule haben am Vormittag in ihren Klassen normalen Unterricht. Am Nachmittag findet kein Fachunterricht statt. Stattdessen gibt es von montags bis freitags für die Kinder der Klassenstufen drei bis vier ein gemeinschaftliches Angebot, aus dem die Kinder wählen können, zum Beispiel Sport oder Schach. Die Ganztagskinder der ersten Klasse werden gemeinsam betreut.
Es fehlen Räume
Generell sieht das Mainzer Ministerium für Schulen, die zu Ganztagsschulen werden, zwei zusätzliche Räume für das ausgeweitete Angebot vor. Ob und wie die Tarforster Schule ausgebaut wird, steht allerdings noch nicht fest. Denn in dem ursprünglich als zweizügige Schule geplanten und gebauten Gebäude gibt es bereits zwei Zusatzräume. Weil die Grundschule allerdings in den vergangenen beiden Jahren jeweils drei statt zwei Parallelklassen aufgenommen hat, wurden diese Zusatzräume in Klassenzimmer umgewandelt. Statt eines Anbaus empfiehlt die Trierer Schuldezernentin Angelika Birk die Einrichtung zweier Klassenräume in Containern. Das würde laut Birk 300 000 Euro kosten, wovon das Land maximal 62,5 Prozent übernehmen würde. "Sollte eine Erweiterung nicht beschlossen werden, ist eine Veränderung der Schulbezirksgrenzen oder eine Dislozierung möglich", hatte Birk im Februar erklärt. Das heißt: Fehlt der Stadt das Geld oder hält das Land den Ausbau für unnötig, besteht die Möglichkeit, dass in den kommenden Schuljahren Tarforster Kinder an die Grundschule in Olewig "ausgelagert" werden müssen.
Neuer Träger für die Betreuung
Dagegen ist die Frage, in welcher Form das bisherige freiwillige Betreuungsangebot der Schule am Nachmittag ab dem kommenden Schuljahr gestaltet wird, mittlerweile geklärt: Der Palais e.V. übernimmt im Auftrag des Elternvereins und der Schule ab dem nächsten Schuljahr die freiwillige Nachmittagsbetreuung von montags bis freitags. Die Betreuung endet künftig allerdings nicht mehr erst um 15 Uhr, sondern bereits um 14 Uhr. Ingesamt gibt es etwa 40 Betreuungsplätze in zwei Gruppen.
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Trierischer Volksfreund vom 14.02.2013

Das hilft durch die Pubertät
Was tun, wenn der Teenager Alkohol getestet hat? Wie können Eltern reagieren, wenn die Jugendliche sich stark zurückzieht? Dies ist eine Auswahl der Fragen, die Leser den Experten zum Thema Pubertät am Telefon stellten.
Mein Sohn ist 16 Jahre alt und hat seit ein paar Wochen eine Freundin. Er will viel Zeit mit ihr verbringen. Zu viel finde ich. Ansonsten kann ich mich nicht über ihn beklagen. Aber jetzt gibt es ewig Streit wegen des Ausgehens. Ich habe ihm für kommendes Wochenende Ausgehverbot erteilt. Es war wohl Kino angesagt. Seitdem ist er sauer und fühlt sich unfair behandelt. Haben Sie einen Tipp?
Jochen Fredrich, Psychologe der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des Palais e.V. in Trier: Dass er viel Zeit mit seiner Freundin verbringen möchte, ist verständlich. Vereinbaren Sie mit Ihrem Sohn konkrete Ausgehzeiten. Für kommendes Wochenende können Sie Ihrem Sohn einen Handel vorschlagen: Wenn er seine Arbeit erledigt hat, auch zu Hause mitgeholfen hat, kann er mit der Freundin ins Kino gehen. Auf dieser Basis können sie beide besser miteinander klarkommen, als wenn Sie Verbote aussprechen, obwohl er sich ja an Regeln hält.
Unsere Tochter ist geistig behindert und zeigt nun mit fast 30 Jahren pubertäres Verhalten. Wie können wir damit umgehen?
Jochen Fredrich: Wichtig ist, dass Sie keinen Druck ausüben und sich nicht persönlich angegriffen fühlen. Eine gewisse Launischkeit dürfen Sie Ihrer Tochter zugestehen. Bieten Sie Ihrer Tochter, wenn möglich, Gespräche an.
Ich lebe mit meinen Töchtern (15 und 19 Jahre) alleine und bin berufstätig. Die Jüngste hatte zeitweise eine Essstörung entwickelt, was aber wieder in Ordnung ist. Nun zieht sie sich oft in ihr Zimmer zurück und ist sehr aggressiv. Ich mache mir Sorgen, auch weil ich nachmittags nicht da sein kann. Was kann ich tun?
Jochen Fredrich: Suchen Sie Ihre Tochter vermehrt in ihrem Zimmer auf und finden sie Gesprächsthemen. Das kann über Hobbys sein. Damit zeigen Sie ihr: Ich bin da. Wichtig ist, dass Ihre Tochter Sie als jemanden wahrnimmt, der sich kümmert, auch wenn Sie nicht "problematisch" ist.
Unsere Tochter (14) hat sich an Fastnacht betrunken. Wir sind entsetzt. Sie sagt, sie wollte einfach mal ausprobieren, wie es ist, wenn man Alkohol trinkt. Wie sollen wir damit umgehen?
Anne Ferner-Steuer, Sozialpädagogin der Lebensberatungsstelle des Bistums Trier in Saarburg: Es ist normal, dass Jugendliche auch mal ausprobieren. Es gibt keinen Grund, panisch zu reagieren. Hinzu kommt, dass Fastnachtsveranstaltungen dazu beitragen, auch mal das zu tun, was ansonsten tabu ist. Sprechen Sie mit Ihrer Tochter über die Folgen von Alkoholkonsum.
Unser Sohn (16) hat in seinen Schulleistungen rapide abgenommen und schwänzt häufig die Schule. Wir sind ratlos. Was können wir tun?
Soi Papanastasiou, Psychologin der Ehe-, Lebens- und Familienberatung der Diakonie in Trier: Konfrontieren Sie Ihren Sohn mit dem Schulschwänzen.
Finden Sie heraus, warum er schwänzt. Sind es Fächer, in denen das Kind nicht mitkommt? Machen Mitschüler Probleme? Wichtig ist, die Gründe herauszufinden. kat
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focus.de vom 21.01.2013

Experte: Immer mehr Verhaltensprobleme in Schulen
Schulen haben nach Ansicht des Pädagogen Reinhold Spitzley immer häufiger mit Verhaltensproblemen einzelner Schüler zu kämpfen.
„Es gibt kaum eine Klasse, in der es keine besonderen Schwierigkeiten gibt“, sagte der Leiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. in Trier der Nachrichtenagentur dpa. Ob Mobbing, körperliche Gewalt, Erpressungen - die Fälle nähmen zu, belasteten „so auch das Klassenklima“ und führten manche Lehrer an ihre Grenzen. Die Halbjahreszeugnisse, die am nächsten Freitag (25. Januar) in Rheinland-Pfalz ausgegeben werden, stellten für manche Schüler einen zusätzlichen Stressfaktor dar. „Vor allem, wenn die Noten schlecht sind“, sagte Spitzley.
Gesellschaft: Experte: Immer mehr Verhaltensprobleme in Schulen - weiter lesen auf FOCUS Online
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Trierischer Volksfreund vom 21.01.2013

Trierer Experte: Immer mehr Verhaltensprobleme in Schulen
Viele Schulklassen in Rheinland-Pfalz haben mit auffälligen Schülern zu kämpfen. Fälle von Mobbing oder körperlicher Gewalt belasteten zunehmend den Schulalltag, sagt Reinhold Spitzley, Pädagoge und Leiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais in Trier. Und Zeugnisse setzen manchen Schüler zusätzlich unter Stress.
Schulen haben nach Ansicht des Pädagogen Reinhold Spitzley immer häufiger mit Verhaltensproblemen einzelner Schüler zu kämpfen. «Es gibt kaum eine Klasse, in der es keine besonderen Schwierigkeiten gibt», sagte der Leiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. in Trier der Nachrichtenagentur dpa. Ob Mobbing, körperliche Gewalt, Erpressungen - die Fälle nähmen zu, belasteten «so auch das Klassenklima» und führten manche Lehrer an ihre Grenzen.
Die Halbjahreszeugnisse, die am nächsten Freitag (25. Januar) in Rheinland-Pfalz ausgegeben werden, stellten für manche Schüler einen zusätzlichen Stressfaktor dar. «Vor allem, wenn die Noten schlecht sind», sagte Spitzley.
Die Schulen müssten oft Versäumnisse und Fehlentwicklungen im familiären und sozialen Bereich der Kinder «ausbaden», seien aber meist nicht entsprechend ausgestattet oder ausgebildet. «Viele Kinder haben in der Schule aber einfach auch ein Autoritätsproblem, weil sie zu Hause nie Regeln gelernt haben», sagte der Pädagoge, dessen Verein an 34 Schulen in Trier und im Kreis Bernkastel-Wittlich mit Schulsozialarbeitern vertreten ist. Wer in der Familie nie mit klaren Grenzen konfrontiert werde, habe dann oft auch in der Schule Schwierigkeiten: Er könne nicht ruhig sitzenbleiben, sich nicht benehmen und lerne schlecht.
Manche Probleme kämen auch daher, dass Kinder niemand hätten, der ihnen zuhöre, oder dem sie sich anvertrauen könnten. Ihre Verhaltensprobleme seien dann «eigentlich ein Hilfeschrei nach Zuwendung und Aufmerksamkeit». Auch bei Mobbing gehe es dem Täter meist um Aufmerksamkeit und Selbstbestätigung.
Noten und Zeugnisse übten allerdings nicht bei allen Kindern Stress aus, sagte Spitzley. Es gebe auch viele Schüler, die sich freuten, für Leistungen honoriert zu werden. Anderen dagegen seien Noten gar nicht wichtig. «Wer in der Schule ständig gehänselt wird, für den spielen Noten keine so große Rolle mehr», sagte er. Oder sie hätten sich mit schlechten Noten «arrangiert». Eltern sollten mit ihren Kindern auf jeden Fall über die Zeugnisse sprechen: Entweder zum sie loben, oder um ihnen Wege aufzuzeigen, wie und wo sie ihre Leistung verbessern könnten.
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5vier vom 18.01.2013

Skatehalle Projekt X bis Ende 2013 in Aachener Straße
Die Skatehalle Projekt X bleibt vorerst bis Ende 2013 an ihrem gewohnten Standort in der Aachener Straße Die Suche nach alternativen Hallen für das Projekt geht derweil stetig weiter.
Bis Ende 2013 in der Aachener Straße garantiert: Tricks und Sprünge mit dem Skateboard, Foto: Skatehalle Projekt X

“Uns wurde zugesichert, dass die Skatehalle bis Ende 2013 im alten Edeka-Markt bleiben kann”, sagt Axel Reichertz, der ehrenamtlich im Treffpunkt für Skater, Waveboarder, Scooterfahrer, Inlineskater und BMX-Fahrer arbeitet. Das Projekt X wurde Ende 2009 in einem leerstehenden, ehemaligen Edeka-Markt in der Aachener Straße 65 temporär als Skatehalle bewilligt, solange kein Käufer für die Immobilie gefunden ist.
Anfang 2012 kam die Skatehalle dann in die Schlagzeilen, weil der Stadtrat den Flächennutzungsplan für den Stadtteil Trier-West änderte und die Aachener Straße 65 im Zuge dessen als Wohnbaufläche und nicht mehr als Gemeinbedarffläche nutzen wollte. Viele der Jugendlichen, die ihren Lieblingsort in Gefahr sahen, demonstrierten gegen den Bebauungsplan BW 74. Doch die langfristige Zusicherung des Standorts war nicht zu erreichen. Jedoch versprachen Stadtverwaltung und Sportdezernentin Angelika Birk, die Suche nach einem alternativen Standort voranzutreiben. So weit, so gut. “Bisher hat die Standortsuche in ganz Trier uns allerdings keine Halle anbieten können, deren Rahmenbedingungen für unsere Zwecke geeignet und deren finanzieller Aufwand erschwinglich wäre. Die Suche wird dennoch weiter fortgesetzt” , konstatiert Reichertz. Ursprünglich sollte die Stadtverwaltung bis Ende 2012 ein neues Objekt gefunden haben.
Bestandteil der Trierer Jugendszene
Zumindest der mittelfristige Verbleib in seinem Wohnzimmer ist für das moderne Jugendsport- und Kulturzentrum, das unter der Schirmherrschaft des Trier Kinder- und Jugendvereins Palais e.V. betrieben wird, nun gesichert. Dabei hat sich das Projekt X in kurzer Zeit bereits zu einem essentiellen, gemeinschaftsfördernden Bestandteil der Trierer Jugendszene entwickelt. In ungezwungener, lockerer Athmosphäre gehen hier viermal in der Woche im Schnitt etwa 50 Skater, BMX-Fahrer oder Waveboarder mit großem Enthusiasmus ihrer gemeinsamen Leidenschaft nach, mehr noch, die Skatehalle ist der Mittelpunkt ihrer Freizeit und bietet ihnen eine nicht zu verkennende sportliche Betätigungsmöglichkeit. “Mit dem Zulauf, gerade jetzt im Winter, bin ich sehr zufrieden”, freut sich Axel Reichertz.
Zur Konzeption des Projekts formuliert Reichertz: “Wir wollen ein Jugendsport- und Kulturzentrum mit dem Schwerpunkt Sport sein und mit unserem Angebot die Stadt Trier für Jugendliche auch über die Stadtgrenzen hinaus attraktiver machen.” Dabei hat man durch den zugesicherten Verbleib im alten Wohnzimmer nun auch projektfördernde Investitionen ins Auge gefasst: “Wir haben 2012 keine neuen Rampen gebaut, da wir nicht wussten, ob wir überhaupt noch über das Jahresende hinaus hier sein werden. Erst jetzt, da wir ein ganzes Jahr Planungssicherheit haben, wird in neue Rampen investiert. So hat auch niemand das Gefühl, dass wir uns hier einnisten wollten, wobei ohnehin noch kein Investor für das Gebäude gefunden wurde.” Die Skatehallen-Kids können sich also freuen.
Die zweite QuattroPole-Graffiti-Jam
Am Sonntag, dem 27. Januar, steigt derweil in der Aachener Straße die Auftaktveranstaltung der zweiten QuattroPole-Graffiti-Jam. Die Jam ist eine Veranstaltungsreihe für Graffiti-Künstler aus Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier, deren Finale das Festival Place a la Rue (Ab auf die Straße) am 8./9. Juni in Metz darstellt. In der Trierer Skatehalle werden am 27. Januar, ab 14 Uhr, circa 20 bis 30 in der Szene bekannte Künstler erwartet. Der Eintritt ist frei. “Die Veranstaltung spricht eigentlich eher die Graffiti-Künstler-Szene an, jedoch kann selbstverständlich auch an diesem Tag geskatet werden. Einen Teil der Anlage, zum Teil schon mit den neuen Rampen, werde ich für sie frei halten”, verspricht Reichertz auch seinen alltäglichen Besuchern, auf ihre Kosten zu kommen.
Übrigens: Der von Alex Schmitz (33, vom Zupport Store) produzierte Dokumentarfim Agenda 2012 wird beim Filmfestival Max Ophüls Preis am 27. Januar in Saarbrücken gezeigt. Agenda 2012 geht beim größten Filmfestival der Region als Doku über die Entwicklung der Trierer Skater-Szene von den 80ern bis heute an den Start.
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Lokalo.de vom 18.01.2013

Lebensmittelkette spendet für Palais e.V.
TRIER/OFFENBURG. Gemeinsam etwas für die Gesellschaft erreichen – das ist das Ziel der Mitarbeiter-Initiative „Edeka Südwest hilft“. Im Rahmen dieser Initiative können Mitarbeiter den Cent-Betrag nach dem Komma ihrer monatlichen Lohnabrechnung spenden und gemeinsam über den Einsatz der Gelder bestimmen. Der Perspektiven-Werkstatt des Palais e. V. Trier wurde ein Scheck in der Höhe von 1.000 Euro übergeben.
Das Ziel der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. ist eine nachhaltige Förderung der individuellen Entwicklung junger Menschen. Mit vielfältigen Angeboten für Kinder und Jugendliche, Paare, Familien, Schulen und Gruppen setzt sich der gemeinnützige Verein dafür ein, junge Menschen in der Region stark für die Anforderungen des Lebens zu machen. Zu den Tätigkeitsfeldern gehören Pädagogische Lernhilfegruppen, Schulsozialarbeit, Jugendberufshilfe, Konfliktmanagement und zielgruppenspezifische Projekte.
Für die Initiative „Edeka Südwest hilft“ kann jeder Mitarbeiter des Unternehmens Organisationen oder Aktionen, die unterstützt werden sollen, vorschlagen. Ein Gremium, bestehend aus Vertretern der Mitarbeiter, des Betriebsrats und des Unternehmens entscheidet über die Verwendung der Spenden. Im Jahr 2012 konnten durch die gesammelten Gelder der Cent-Spende 14 gemeinnützige Organisationen, die sich für Kinder, Jugendliche und Benachteiligte einsetzen, mit insgesamt 25.000 Euro unterstützt werden.
„Menschen als Ganzes zu sehen und zunächst nach seinen Ressourcen und Kompetenzen zu fragen – dieser Ansatz hat uns bewogen, den Palais e. V. für unsere Initiative vorzuschlagen“, sagte Sascha Borsch, Bezirksleiter der Edeka Südwest, der den Scheck im Namen der Mitarbeiter übergab. „Jungen Menschen Aufmerksamkeit und Unterstützung zu bieten, dieses Ziel unterstützen wir sehr gerne“, ergänzte er.
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Trierischer Volksfreund vom 11.01.2013

Das lindert Schülernöte
Wer muss helfen, wenn ein Schüler gemobbt wird? Was tun, wenn ein Lehrer ungerechte Noten gibt? Viele Anrufer haben das TV-Schülertelefon genutzt, um mit den Experten zu sprechen.
Zwei Stunden lang beantworteten Reinhold Spitzley und Michael Fröhlich Leserfragen. Hier finden Sie eine Auswahl:

Ich bin Sechstklässlerin und werde immer von einem Mitschüler angespuckt und getreten. Es gab deswegen schon einen Klassenrat und an einem Tag ein Training für besseres Verhalten. Mit scheint es, dass manche Lehrer sogar Angst haben, in unserer Klasse zu unterrichten. Die Klassenlehrerin macht wenig.
Reinhold Spitzley, Leiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. in Trier: Versuch, den Schulsozialarbeiter mit einzubinden. Er kann in Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin ein kontinuierliches Verhaltenstraining anbieten. Und hol Dir Unterstützung von deinen Eltern. Sie müssen zeigen, dass sie hinter Dir stehen und an der Schule deutlich machen, dass etwas passieren muss.
Mein Sohn ist Mobbingopfer. Er wird ständig beleidigt und es werden permanent Lügen über ihn verbreitet. Mittlerweile ist es so schlimm, dass er nicht mehr mit dem Bus fährt und sich nicht auf den Pausenhof traut.
Michael Fröhlich, Bachelor-Psychologe vom Beratungszentrum für Hochbegabung/CJD und schulpsychologische Beratung am Auguste-Viktoria-Gymnasium in Trier: Die Problematik muss im Klassenverband behandelt werden. Wenden Sie sich nicht an die "Täter" und ihre Familien. Dies könnte die Situation noch verschlimmern. Sprechen Sie das Thema zunächst ohne ihren Sohn bei der Klassenleitung an. Wenn die Klassenlehrerin nicht reagieren sollte, wenden Sie sich an die Schulleitung. Bedenken Sie: Da der Leidensdruck Ihres Sohnes so groß ist, benötigt er vielleicht therapeutische Hilfe.
Mein Sohn ist in der vierten Klasse und wird ständig von einem Mitschüler verprügelt. Ich habe sowohl mit der Klassenlehrerin als auch mit der Schulleiterin und der Mutter des Jungen gesprochen. Nichts passiert.
Reinhold Spitzley: In diesem Fall muss die Schulleitung reagieren. Suchen Sie noch mal ein sachliches Gespräch mit der Klassenlehrerin sowie der Schulleiterin und schildern Sie die Situation. Und fragen Sie, ob sie das mit gutem Gewissen hinnehmen können. Wenn dann keine Reaktion kommt, schalten Sie die Schulbehörde ein.
Seit mein Sohn neue Lehrer hat, sind seine Noten in einigen Fächern deutlich gesunken. Er sagt, er fühle sich ungerecht behandelt.
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Michael Fröhlich: Sprechen Sie mit den Lehrern. Klären Sie, was ihr Sohn konkret leisten muss, damit die Noten besser werden. Sie könnten mit dem Lehrer Ziele vereinbaren, an denen sich ihr Sohn orientieren kann. So wird die Note greifbarer. Ihr Sohn könnte ein Tagebuch führen und so reflektieren, wie gut er die vereinbarten Ziele erreicht. kat
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Trierischer Volksfreund vom 04.01.2013

Jugendarbeit: Das große Zittern geht weiter
Die freien Träger der Jugend- und Sozialarbeit in Trier können nur vorerst aufatmen: Der Stadtrat hat die Kürzung ihrer Zuschüsse rückgängig gemacht und die Budgets sogar geringfügig erhöht. Doch noch fehlt die Zustimmung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. "Das Thema ist längst nicht über die Bühne", sagt Palais-Chef Reinhold Spitzley.
Trier. 168 000 Euro sind verglichen mit dem Schuldenstand der Stadt Trier in Höhe von 748 Millionen Euro nicht mehr als ein Trinkgeld. Doch dieses Trinkgeld sorgte für gewaltigen Wirbel im zweiten Halbjahr 2012. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hatte die Stadt aufgefordert, 1,9 Millionen Euro im laufenden Trierer Haushalt einzusparen. Ein kleiner Teil dieses Sparpakets sollte eine fünfprozentige Kürzung der Zuschüsse werden, die von der Stadt an freie Einrichtungen der Jugend- und Sozialarbeit fließen (der TV berichtete mehrmals) - eben diese 168 000 Euro. Der Stadtrat nahm das Sparpaket in seiner Sitzung Ende Juni an.
Entspannung nicht in Sicht
Doch auch wenn das Gremium diese Entscheidung im Dezember korrigiert hat (siehe Extra), kann von einer Entspannung der freien Träger - deren 1000 Mitarbeiter mehr als 10 000 Kinder und Jugendliche betreuen - keine Rede sein. "Natürlich stellt sich die Frage, ob die ADD den vom Stadtrat beschlossenen Haushalt in dieser Form akzeptiert", sagt Reinhold Spitzley. Der Geschäftsführer des Palais e. V. ist einer der Wortführer des Protests gegen die Kürzung und repräsentiert auch die Liga der Wohlfahrtsverbände. "Ich rechne mit einem Veto der ADD. Dann werden wir sehen, ob die Fraktionen weiter gegen eine Kürzung eintreten und unserer Arbeit Priorität einräumen." Das klingt offensiv, ist aber so wohl nicht gemeint. Spitzley lässt keinen Zweifel daran, dass er den Fraktionen für die Rücknahme der Kürzungen sehr dankbar ist. "Als sie die Kürzung in der Juni-Sitzung beschlossen haben, waren sich viele Fraktionsmitglieder offenbar nicht im Klaren über die Konsequenzen. Sie wussten nicht, dass diese fünf Prozent an die Substanz gehen und zu Entlassungen führen können. Als sie das erkannt haben, handelten sie entsprechend." Die geringfügige Erhöhung des Budgets gleiche "nach Jahren des Stillstands auf gleichem Niveau" die Lohnerhöhungen aus.
Weiterhin am Limit
Dennoch müssen die freien Träger weiterhin am Limit arbeiten, betont der Geschäftsführer des Palais. "Es gibt weiterhin keine Lösung auf Dauer. Mit jeder Haushaltsberatung beginnt immer wieder das große Zittern." Spitzley fordert eine Schwerpunktsetzung. "Trier muss sich entscheiden: Was brauchen wir, was wollen und was können wir uns leisten?" Jörg Drekopf ist der Vorsitzende des Stadtjugendrings Trier, und ebenso wie Reinhold Spitzley macht auch er sich Sorgen über die zu erwartende Reaktion der ADD auf die Rücknahme der Zuschusskürzungen. "Die ADD lässt schließlich nicht einfach alles durchgehen."
Drekopf tritt mit Nachdruck für eine stabile Jugendhilfeplanung ein. "Wir müssen sehen und analysieren, wo dringend Handlungsbedarf besteht. Es werden Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht alle gut finden." Die Träger, so betont Drekopf, brauchen eine langfristige Perspektive. "Schließlich können wir nicht in Erwartung neuer Kürzungen schon mal vorsorglich Leute entlassen."
Meinung
Stress ohne Sicherheit
Arbeit ohne Perspektive, Stress ohne Sicherheit, Verantwortung ohne adäquate Entlohnung - so treibt man auch den loyalsten Überzeugungstäter auf die Barrikaden oder gleich in den Wahnsinn. Vereine wie der Palais e. V. und Einrichtungen wie das Exhaus übernehmen täglich Pflichten der Stadt Trier und werden dafür von dieser bezuschusst. Das ist eine vom Gesetzgeber gewollte und auch sinnvolle Arbeitsteilung: Gemeinnützige Träger unterstützen das Jugendamt in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Doch in Trier werden die Mitarbeiter dieser Träger genötigt, mit der enormen Belastung ständiger Unsicherheit zu arbeiten. Die Kinder- und Jugendarbeit ist elementar wichtig. Ihre Leistungsträger sollten sich keine Sorgen machen müssen, ob ihre Stelle im nächsten Jahr noch existiert. Der Stadtrat hat seinen Sparbeschluss vom Juni überdacht und im Dezember korrigiert - sehr gut. Der nächste Schritt ist die Schaffung einer stabilen Planungsbasis für die Jugendarbeit und die Akzeptanz der ihr zustehenden höchsten Priorität. In den Köpfen ebenso wie im Haushaltsplan. j.pistorius    volksfreund.de
Extra
21 freie Träger der Jugend- und Sozialarbeit in Trier schlugen im Juni Alarm: Sozialdezernentin Angelika Birk habe angekündigt, im laufenden Haushalt und in den nächsten Jahren die Zuschüsse der Stadt im Jugend- und Sozialbereich um fünf Prozent zu kürzen. Damit begann eine Serie von Diskussionen und Protestaktionen, mit denen sich Vereine, Verbände und Einrichtungen gegen die ihrer Darstellung nach existenzbedrohenden Kürzungen wehrten. Die Debatte wurde zu einem der prägenden politischen Konflikte des Jahres 2012. Im Rahmen der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2013 und 2014 im Dezember stoppte der Stadtrat die Sparpläne und kassierte seinen Beschluss vom 28. Juni: Die freien Träger bekommen ab 2013 nicht nur ihr ursprüngliches Budget, sondern sogar einen Aufschlag, der vor allem Gehaltssteigerungen auffangen soll. jp
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Aktuelles

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40 neue Betreuungsplätze im Stadtteil Mariahof geschaffen.
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»Flohmarkt des Jugendtreffs Südpol«

Samstag, 24. Juni 2017 (von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr) in Trier-Süd
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Wir suchen DICH!

Freier FSJ- bzw. BFD-Platz ab 01.08.17 zu vergeben!
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