Jahrgang 2011

Übersicht 2011

Trierischer Volksfreund vom 17.11.2011
Wenn der Schwimmbadbesuch Luxus ist
Trierischer Volksfreund vom 17.11.2011
So kommt die Straße in die Skaterhalle
5vier vom 02.11.2011
Der Palais e.V. - Freizeit, lernen, helfen
Trierischer Volksfreund vom 02.11.2011
Pädagogen des Palais e.V. helfen Auszubildenden
Rathaus Zeitung vom 01.11.2011
48 erfolgreiche Ausbildungen
5vier vom 25.10.2011
Arbeitsministerin Malu Dreyer ehrt "Palais e.V." für sein Engagement
5vier vom 23.09.2011
Wo gefährdete Jugendliche Hilfe finden
Trierischer Volksfreund vom 27.07.2011
Einer der Letzten seiner Art
Trierischer Volksfreund vom 05.04.2011
Musikalischer Hilfseinsatz
Trierischer Volksfreund vom 21.03.2011
Nur nicht den Kontakt abbrechen!
Trierischer Volksfreund vom 16.03.2011
So umarmen Sie einen Kaktus
Trierischer Volksfreund vom 11.03.2011
Benefiz-Projekt: ...und da waren es schon 20
Trierischer Volksfreund vom 11.03.2011
Der Spagat zwischen Familie und Beruf
Trierischer Volksfreund vom 11.03.2011
Alleinerziehende beim Arbeitseinstieg unterstützen

Trierischer Volksfreund vom 17.11.2011

Wenn der Schwimmbadbesuch Luxus ist
Für die Kinder, die von den Mitarbeitern des Vereins Palais betreut werden, ist das Schwimmbadangebot ein besonderer Höhepunkt der Woche. Doch der Spaß im Wasser kostet den Verein jeden Monat viel Geld - und deswegen setzen die Organisatoren auf "Meine Hilfe zählt".
Trier. Freitagnachmittag im Trie-rer Bad an den Kaiserthermen. Die Badegäste haben Wochenendlaune, und auch Brandon, Mario, Yannik und Dorian haben sichtlich Spaß. Besonders der Fünfmetersprungturm hat es ihnen angetan. "Ich springe vom Fünfer, seit ich sieben Jahre alt bin", erzählt der 13-jährige Brandon stolz. Er und seine drei Freunde gehören zu einer Gruppe von 48 Kindern zwischen sechs und 15 Jahren, die vom Verein Palais betreut werden.
Die Mitarbeiter der Einrichtung unterstützen die Kinder und Jugendlichen, die oft mit familiären Schwierigkeiten zu kämpfen haben, bei den Hausaufgaben und bieten ihnen sinnvolle Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung - fernab von Computer und Videospielen.
Wer unter der Woche fleißig arbeitet und die Hausaufgaben erledigt, der hat sich am Ende der Woche eine Belohnung verdient. Deswegen begleiten je zwei Betreuer die Jungen und Mädchen (aufgeteilt in zwei Gruppen) ins Schwimmbad. "Das Thema Wasser und Schwimmen ist ein Highlight, das viele Jungen und Mädchen besonders gerne mögen", erklärt Christian Botzet vom Palais e.V.. Er erlebt oft, dass die Teilnehmer einen Schwimmbadbesuch aus ihrem familiären Alltag nicht kennen - weil es den Eltern an Zeit und Geld fehlt.
Aber auch für die Trierer Einrichtung ist das Belohnungsangebot nicht billig. "Mit unseren Kindern und Jugendlichen jede Woche hierhin zu kommen, kostet uns Monat für Monat sehr viel Geld. Oft ist es für uns schwierig, diese Hürde zu stemmen", sagt Botzet. Deswegen setzt die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe auf "Meine Hilfe zählt". 2000 Euro braucht die Einrichtung, damit ein Jahr lang das Schwimmbadangebot für die 48 Jungen und Mädchen gesichert ist. Dass sich das Mitmachen bei der Benefizaktion des Trierischen Volksfreunds lohnt, wissen die Palais-Mitarbeiter seit vorigem Jahr.
Damals sammelten sie Spenden für einen neuen Kleinbus. Seit März ist der weiße Flitzer mit dem roten Palais-Schriftzug im Einsatz. Auch um ins Schwimmbad zu gelangen, steigen die Jungen und Mädchen jede Woche in den Kleinbus. "Uns hat die Aktion vergangenes Jahr nicht nur zu dem Geld für den neuen Bus verholfen, sondern auch viele neue Kontakte verschafft", erzählt Botzet. Umso besser wäre es, wenn es mit dem Schwimmbadangebot in diesem Jahr genauso gut funktionieren würde. 25 Prozent sind bereits finanziert, 1490 Euro fehlen noch.
Der Schwimmbadbesuch dient nicht nur dem Spaß für die Kinder, sondern ist wichtiger Bestandteil der pädagogischen Betreuung. "Im Schwimmbad agieren die Kinder ganz anders als am Tisch mit den Hausaufgaben", sagt Botzet. Das sieht man auch bei Brandon und seinen Freunden: Durch das Toben im Wasser scheinen sich Probleme mit Mathe- oder Englischhausaufgaben völlig in Luft aufgelöst zu haben.
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Trierischer Volksfreund vom 17.11.2011

So kommt die Straße in die Skaterhalle
Ein großer Raum, Leute in Skaterklamotten, Spraydosen mit grellen Farben, laute HipHop-Musik. Das ist die Kulisse des ersten QuattroPole-Graffiti-Jam in Trier. Dabei wurde der Ex-Supermarkt in der Aachener Straße optisch auf Vordermann gebracht.
Trier-West. "Graffiti und Skateboarding gehen Hand in Hand", erklärt Alex Schmitz (32), der sich ehrenamtlich als Projektleiter der Skaterhalle engagiert. Und so gestalten 30 Künstler aus den Städten Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier den einstigen Supermarkt in der Aachener Straße "stylisch" um. Hier finden regelmäßig Schulsport, Nachmittagsbetreuung und Workshops zum Thema Skaten und BMX statt.
Die Halle gehört der Stadt. Der Palais e.V. hat sie gemietet und bietet den Skatern und Graffiti-Künstlern einen Raum, in dem sie sich entfalten können. "Wir sind ein Jugend- und Sportzentrum. Wir organisieren uns selbst ohne Förderung", erklärt Axel Reicherz, ebenfalls Projektleiter. An einem guten Samstag kommen bis zu hundert junge Leute, die sich selbst organisieren. Schmitz erklärt das besondere am "Zuppermarket", wie die halle genannt wird: "Wir sind kein Jugendhaus, wo man hingeht und schaut, was es so gibt. Bei uns kann man selbst aktiv werden." Laurent Steinmayer (42) spricht sogar von "Überaktivität". In Anlehnung an diese kreative Betriebsamkeit entsteht in Zusammenarbeit der verschiedenen Künstler ein Bild unter dem Motto "Straße".
Vierteilige Konzeptwand
Die Konzeptwand besteht aus vier Teilen. Im Mittelpunkt: ein Skater, der über ein Geländer springt. Drumherum haben sich die Künstler mit ihren Signets verewigt: Mars, Kaos, Lister, Meks. Bürgerliche Namen seien in der Szene völlig unwichtig. "Die meisten hier kennt man nur unter diesen Künstlernamen", erklärt Laurent Steinmayer. Von den grellen Namenzügen hebt sich im Hintergrund eine Skyline ab. Braun und Beige dominieren. "Man kann hier Trier mit der Porta und den Kaiserthermen erkennen. Wir lieben unsere Stadt", so Steinmayer. Graffiti gehöre auf die Straße. Genau das will die Konzeptwand zeigen. Die Zusammenarbeit der Künstler ist spontan. Es gebe keine Zwänge. "Heute Morgen um 10 Uhr haben wir uns getroffen. Erst da haben wir das Konzept festgelegt", sagt der 42-Jährige. Ab dann wurde frei drauf los gesprayt. Aus den weißen Wänden werden schnell bunte Kunstwerke.
Auch Alexander Semljanuchin (26) gestaltet sein Kunstwerk. Den Schriftzug seines Künstlernamens findet man an der Wand auf einem roten "Peru"-Schriftzug im Hintergrund. Das Wort habe er nach verschiedenen Kriterien ausgesucht. "Ich habe Buchstaben genommen, die ich gerne male. Die Buchstaben ergänzen sich gut in ihren Formen und wirken so schön zusammen."
Dominik Kellersch (23) weiß, dass man die Kunst des Graffiti nicht aus Büchern lernen kann. Wichtig sei es, zuerst die einzelnen Buchstaben auf dem Papier auszuprobieren. Dann gehe es darum, seinen eigenen Stil zu finden. Graffiti kenne keine Grenzen. Genau das wird an den verschiedenen Bildern deutlich.
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5vier vom 02.11.2011

Der Palais e.V. – Freizeit, lernen, helfen
Der Palais e.V. ist der größte Anbieter ambulanter Familienhilfen in der Region Trier – und mehr. 5vier besucht den gemeinnützigen Verein in seinen neuen Räumlichkeiten am Balduinsbrunnen.
Egal, wo man sich bei Freizeitangeboten und Erziehungshilfe in der Region Trier umsieht, überall taucht das rote Logo des Palais e.V. auf - der gemeinnützige Verein ist seit über 30 Jahren Teil der Trierer Soziallandschaft.
Von drei Tonnen zum Palais
Der Palais e.V. ist nicht immer der Palais e.V. gewesen. In den 70er Jahren wurde der Verein als „Drei Tonnen Club“ im Palais Walderdorf gegründet. Ursprünglich als Verein für offene Jugendarbeit gegründet wandelte sich die Einrichtung mit der Zeit, wuchs und wurde schließlich Anfang der 90er Jahre in den Palais e.V. umgewandelt. Mit dem neuen Namen und den neuen Zeiten kamen auch neue Schwerpunkte für die Mitarbeiter: Heute liegt der Schwerpunkt der Vereinsarbeit in den Bereichen erzieherische Hilfen, Schulsozialarbeit, Berufs- und speziell Jugendberufshilfe, sowie eine große Anzahl an anderen Projekten. Das Spektrum der Angebote erweitert sich ständig. Unterstützt wird der Palais e.V. dabei von den Jugendämtern, der Agentur für Arbeit, den Jobcentern Trier Stadt und Trier Saarburg, dem Land Rheinland-Pfalz, dem Europäischen Sozialfond und zahlreichen Stiftungen und Privatpersonen.
Projekt Lebenshilfe
Mehr als 160 Mitarbeiter arbeiten täglich daran, die über 30 Projekte des Palais e.V. am Laufen zu halten und zu erweitern. Das Angebot ist breit gefächert und wird viel genutzt. Neben pädagogischen Freizeitmaßnahmen, wie dem Hochseilgarten im Weisshauswald und der Skatehalle in Trier West, offeriert der Palais e.V. die Azubicoach Ausbildungsbegleitung, das Projekt “Reintegration in die Zukunft (RidZ)” zur Betreuung von Schulverweigerern. Des weiteren betreibt die Einrichtung die Jugendtreffs Mariahof und Trier Süd, ist Träger des Jugendkulturzentrums Bernkastel, bietet Schulsozialarbeit an über 20 Schulen in der Region Trier und vieles mehr.
Der Erfolg des Palais e.V. fußt laut Geschäftsführer Reinhold Spitzley vor allem auf einem starken Team: „Wir haben gute, engagierte und kreative Mitarbeiter. Aber auch die Notwendigkeit immer neue Projekte zu erschaffen, um den Bestand der Einrichtung zu sichern, bringt uns voran. Zudem kommen immer wieder Menschen mit Projektideen auf uns zu – ich sehe den Palais e.V. als eine Plattform für Ideen, denen wir unser Know-how zur Verfügung stellen.“
Der Kern der Hilfe
Die meiste Unterstützung leiht der Palais e.V. derzeit vor allem in zwei Bereichen. Zum Einen leistet der Verein immer häufiger erzieherische Hilfen bei Familien, die Unterstützung bei der Erziehung der Kinder brauchen.
Zum Anderen greift die Einrichtung vermehrt den (vor allem jungen) Menschen unter die Arme, die für die heutige Arbeitsmarktsituation schlecht aufgestellt sind.
„Hier klafft eine deutliche Schere“, erklärt Spitzley, „Zwar ist die Arbeitsmarktsituation besser als je zuvor, aber die existenten vier, fünf Prozent an Arbeitslosen haben zunehmend Schwierigkeiten, sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden. Da werden auf der einen Seite Gelder gekürzt, auf der anderen Seite brauchen diese Menschen intensivere Hilfe.“ Der Palais e.V. unterstützt und hilft hier mit zahlreichen Projekten.
Zivildienstersatz
Der Wegfall des staatlichen Zivildienstes hat in Deutschlands Sozialarbeit eine große Lücke geschlagen. Auch der Palais e.V. hat diese Veränderung bemerkt, aber durch eine frühe Reaktion und mit Hilfe von Seiten des neuen Bundesfreiwilligendienstes und des freiwilligen sozialen Jahres hat der Verein neue Mitarbeiter gewonnen und konnte die ehemals zehn Zivildienstplätze durch sieben Freiwillige ersetzen. „Wir können sehr zufrieden sein“, meint Christian Botzet, Vertreter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, „Die jungen Menschen, die sich bewerben, zeigen deutliches Interesse, und wir können viele Bereiche anbieten, in denen man arbeiten kann. Wir freuen uns besonders darüber, dass wir unseren freiwilligen Mitarbeitern durch ihre Arbeit bei uns reiche Erfahrungen bieten können.“
Die Wege der Unterstützung
Wer den Palais e.V. unterstützen möchte, kann dies auf viele Arten tun. Ob als ehrenamtlicher Mitarbeiter, als Fördermitglied des Vereins, oder als Pate für eines der vielen verschiedenen Projekte – es gibt zahlreiche Wege, wie man sich einbringen kann. Und natürlich sind auch Spenden immer gern gesehen. Nähere Informationen gibt es direkt auf der Homepage des Palais e.V.
Ausblicke
Nachdem das große Projekt der Zusammenführung – der Umzug aller über die Stadt verstreuten Büros und Projekte in die Christophstraße 1 – nun fast vollständig abgeschlossen ist, widmet sich der Verein wieder voll und ganz der Hilfe Anderer. Neben dem Erhalt und Ausbau der bestehenden Projekte soll im Januar 2012 in Zusammenarbeit mit dem Nestwärme e.V. und dem Gebäudeträger TriWo ein Café direkt im Haus des Palais e.V. am Balduinsbrunnen eröffnet werden.
Wer so viel vor hat, wie der Palais e.V., steht eben niemals still.
 
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TV vom 02.11.2011

Pädagogen des Palais e.V. helfen Auszubildenden
Der Verein Palais in Trier ist in diesem Jahr Landessieger des Deichmann-Förderpreises gegen Jugendarbeitslosigkeit. Bekommen hat er den Preis für das von ihm betreute Projekt Azubi-Coach. Der Volksfreund sprach mit einem Jugendlichen, der sich begleiten lässt, und zwei Pädagogen über die Arbeit.
Sozialpädagogin Kerstin Knopp und ihr junger Zögling verspäten sich ein paar Minuten. "Das Gespräch mit den Lehrern an der Berufsschule hat länger gedauert als geplant", entschuldigt sie sich. "Die Schulleitung hat das Gespräch sehr ernst genommen und war mit sieben Lehrern präsent.
Rauswurf aus der Schule drohte
Der junge Mann hat im August mit seiner Ausbildung zum Fliesenleger bei einer Firma in Konz begonnen. Die Arbeit macht ihm Spaß. "Die Probleme fingen mit dem ersten Schulblock an", sagt der 17-Jährige. Knopp berichtet, dass er im Unterricht aggressiv gewesen sei und ihm deshalb der Rauswurf aus der Schule gedroht habe. "Das hätte natürlich das sofortige Ende der Ausbildung bedeutet."
Nachdem dies der Arbeitgeber gehört hatte, wurde er aktiv. Er schaltete den Palais e.V. ein und bat um Hilfe. "Üblicherweise wenden sich die Jugendlichen, die Schule oder die Eltern an uns, sobald es brennt oder Probleme auftauchen", erklärt Jens Kaiser, Pädagoge beim Palais. Es komme aber auch mal vor, dass die Jugendlichen überrumpelt würden wie im Fall des Jugendlichen. "Vor drei Wochen gab es in Konz das erste Kriseninterventionsgespräch bei seinem Arbeitgeber", berichtet Knopp. "E. war darüber vorher nicht informiert worden. Wir wollten ihm durch die Überrumpelung deutlich machen, dass seine einzige Chance, den Ausbildungsplatz zu behalten, darin besteht, mit uns zu kooperieren." Es gab weitere Gespräche mit dem Lehrling, zu denen entweder die Handwerkskammer oder die Firmenleitung hinzukamen.
"Wichtig ist, dass sich die Auszubildenden an getroffene Vereinbarungen halten", erklärt Kaiser den pädagogischen Ansatz. Er betont, dass das Angebot des Palais auf Freiwilligkeit beruht. "Wer nicht will, braucht auch nicht mitzumachen."
"Mein Chef hat mir sehr deutlich gemacht, dass ich zu wollen habe", sagt der Auszubildende, "sonst würde er mir kündigen." Er wolle aber seine Ausbildung als Fliesenleger unbedingt beenden. Stolz ist der junge Mann auf die von ihm geklebten Fliesen-Muster. "Haben Sie die schon gesehen?", fragt er Kerstin Knopp. Sie verspricht ihm, sich die Muster bei ihrem nächsten Besuch in Konz anzusehen. Aktuell treffen sich die beiden einmal die Woche, wenn E. arbeitet - ,täglich während des Blockunterrichts. "Ich erzähle ihr, wie meine Arbeitswoche oder mein Schultag waren. So kann ich kontrolliert Dampf ablassen."
"Diese anfangs oft intensive Betreuung wird nach einiger Zeit weniger", ergänzt Knopp. Manchmal habe sie nur noch alle paar Monate Kontakt zu den von ihr Begleiteten. "Durch unsere Intervention ist es bisher immer gelungen, dafür zu sorgen, dass die Ausbildung geordnet beendet werden kann."
Extra
Der Verein Palais in Trier hat den rheinland-pfälzischen Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit bekommen. Der von dem Schuhhändler Heinrich Deichmann initiierte Preis ist in verschiedenen Kategorien mit 100 000 Euro dotiert. Die 16 Landessieger, zu denen das Palais gehört, erhalten für diesen Erfolg zunächst 1000 Euro. Anfang November wird der Bundessieger gekürt, der dann weitere 20 000 Euro bekommt. Der Verein Palais mit dem Projekt Azubi-Coach wurde ausgezeichnet, "weil die Coaches sich bemühen, Jugendliche mit schwierigen Bildungsverläufen durch die Ausbildung zu begleiten", sagte Silke Janssen, Pressesprecherin der Firma Deichmann. Malu Dreyer, rheinland-pfälzische Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, lobte das Leuchtturmprojekt und forderte, dass dieses trotz des Wegfalls von Bundesmitteln im kommenden Jahr weiter gefördert werde. itz
 
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Rathaus Zeitung vom 01.11.2011

48 erfolgreiche Ausbildungen
Der „Azubi-Coach“ der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Palais e.V. hat die mit 1000 Euro dotierte Regionalauszeichnung des Deichmann-Förderpreises gegen Jugendarbeitslosigkeit gewonnen. Das Projekt hilft benachteiligten Jugendlichen, den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen. Trotz guter Konjunktur haben es Schüler ohne Abschluss immer noch sehr schwer, sich auf dem deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt durchzusetzen.
Die Schuheinzelhandelsfirma Deichmann begründet die Verleihung des Förderpreises mit dem vorbildlichen Engagement der Trierer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung. An der Überreichung an Geschäftsführer Reinhold Spitzley durch Landesarbeitsministerin Malu Dreyer nahmen unter anderem OB Klaus Jensen und Bürgermeisterin Angelika Birk teil. Das Rathaus arbeitet bei vielen Kinder- und Jugendprojekten mit dem Palais e.V. zusammen und fördert sie.
Das „Azubi-Coach“-Programm läuft seit 2009 mit großem Erfolg: 48 Jugendliche haben ihre Ausbildung erfolgreich beendet. Nur in sechs Fällen blieb die Arbeit erfolglos. Derzeit begleiten die Coaches 60 Jugendliche durch die Ausbildung. Teilweise wurden die Betreuer schon vorher bei der Vermittlung aktiv.
Ausgangspunkt des Coaching-Programms waren langjährige Erfahrungen des Palais in der Berufshilfe. Dabei hatte sich gezeigt, dass gerade Jugendliche mit schwierigen Bildungsverläufen große Probleme bei der Anpassung an ein strukturiertes Arbeits-umfeld haben. Abbrüche sind so oft vorprogrammiert. Die Coaches versuchen, ihnen bei Problemen beizustehen und mit den Firmen und dem persönlichen Umfeld Lösungen zu finden. Die Begleitung wird für die  Lehrlinge passgenau zugeschnitten. „Die Azubis und die Betriebe werden von uns bei fachlichen, sozialen, pädagogischen und bürokratischen Problemen unterstützt“, erläutert Palais-Geschäftsführer Spitzley.
„Ich gratuliere dem Projekt sehr herzlich zu diesem Erfolg und danke allen Beteiligten, die sich diesen Erfolg redlich verdient haben. Projekte wie der Azubi-Coach leisten auch einen ganz wesentlichen Beitrag für den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Rheinland-Pfalz“, betonte Dreyer.
Der Deichmann-Preis wurde 2005 ins Leben gerufen und soll weitere Initiativen und Einrichtungen ermutigen, sich für benachteiligte Jugendliche zu engagieren. Seit 2008 gibt es ergänzend ein Programm speziell für Schulen.
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5vier vom 25.10.2011

Arbeitsministerin Malu Dreyer ehrt „Palais e.V.“ für sein Engagement
Das Projekt „Azubi Coach“ des Vereins „Palais e.V.“ aus Trier hat die Regionalauszeichnung des DEICHMANN-Förderpreises gegen Jugendarbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz gewonnen.
Mit dem Projekt „Azubi Coach“ hilft der Verein „Palais e.V.“ benachteiligten Jugendlichen dabei, den Einstieg in das Berufsleben zu schaffen. Trotz der guten Konjunktur haben es junge Menschen ohne Schulabschluss, mit sozialen Defiziten und Lernschwächen immer noch sehr schwer, sich auf dem allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt durchzusetzen.
Für das vorbildliche Engagement auf diesem Sektor ist der „Palais e.V.“ deshalb heute durch Arbeitsministerin Malu Dreyer und den Schuheinzelhändler DEICHMANN ausgezeichnet worden und hat einen Scheck über 1.000 Euro erhalten. Der Förderpreis ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert. Auf Bundesebene engagieren sich Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und Sebastian Krumbiegel, Solokünstler und Leadsänger der Band „Die Prinzen“, als Schirmherren.
Der DEICHMANN-Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit wurde 2005 ins Leben gerufen und wird nun bereits zum siebten Mal verliehen. Das oberste Ziel war von Anfang an, Initiativen zu finden und auszuzeichnen, die mit viel persönlichem Engagement benachteiligten Jugendlichen den Einstieg in das Berufsleben ermöglichen. Die öffentliche Auszeichnung soll Anderen Mut machen, sich ebenfalls in diesem Bereich zu engagieren. Dass Jugendliche mit Benachteiligungen trotz der guten wirtschaftlichen Situation keine Lehr- und Arbeitsstellen finden, bestätigt DEICHMANN darin, an seinem Engagement festzuhalten. Deshalb unterstützt Europas größter Schuheinzelhändler in diesem Jahr erneut Initiativen, Vereine, öffentliche Initiativen und seit 2008 auch Schulen, die der Perspektivlosigkeit von benachteiligten Jugendlichen in modellhaften Projekten entgegenwirken.
Praxisnahe Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt
Jugendliche, die keinen geradlinigen Lebenslauf vorweisen können, haben es aufgrund ihrer Defizite oft schwer, auf dem regulären Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Ein ganzheitliches Integrationskonzept bietet das Projekt „Azubi Coach“ des Vereins „Palais e.V.“ Derzeit betreuen die Azubi-Coaches 60 Jugendliche und begleiten sie durch die betriebliche Ausbildung in unterschiedlichsten Fachgebieten, wie zum Beispiel im Bereich des Handwerks oder der Altenpflege. Viele der betreuten Jugendlichen gelten als benachteiligt und hatten aufgrund unterschiedlicher Handicaps, wie z.B. fehlender Schulabschluss, Migrationshintergrund, soziale Beeinträchtigung oder Kriminalität bereits erhebliche Probleme bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Teilweise wurden die Ausbildungscoaches aus diesem Grund bereits bei der Vermittlung der Ausbildungsstellen tätig.
Der eigentliche Fokus des Projekts liegt aber darauf, die Jugendlichen durch die Ausbildung zu begleiten. Ausgangspunkt des Projektansatzes waren langjährige Erfahrungen mit Beratungs- und Vermittlungsmaßnahmen im Bereich der Berufshilfe. Hierbei hatte sich gezeigt, dass gerade Jugendliche mit schwierigen Bildungsverläufen häufig große Probleme bei der Anpassung an ein strukturiertes Arbeitsumfeld haben. Ausbildungsabbrüche sind so vorprogrammiert. Die Idee des Projektes ist es deshalb, Jugendliche, die gerade eine Lehre begonnen haben, durch die erste Zeit der Ausbildung zu begleiten.
Die Azubi-Coaches versuchen, den Jugendlichen bei Problemen und Sorgen beizustehen und gemeinsam mit den Betrieben und dem sozialen Umfeld der Jugendlichen Lösungen dafür zu finden. „Die inhaltliche Gestaltung der Begleitung wird dabei individuell geplant und für jeden Azubi passgenau zugeschnitten“, sagt Reinhold Spitzley, Geschäftsführer von „Palais e.V.“ „Die Azubis wie auch die Betriebe werden von uns bei fachlichen, sozialen, pädagogischen und bürokratischen Problemen unterstützt. Unser Ziel ist es, die Jugendlichen zu stabilisieren und auf diese Weise die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu reduzieren“, so Spitzley weiter.
Das Projekt besteht seit 2009 und arbeitet seitdem mit großem Erfolg: 48 teilnehmende Jugendliche haben in ca. zwei Jahren bislang ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Lediglich in sechs Fällen blieb die Arbeit der Coaches erfolglos.
Landessieger erhält 1.000 Euro Fördergeld
Das Engagement vom „Palais e.V.“ hat die Initiatoren des DEICHMANN-Förderpreises gegen Jugendarbeitslosigkeit überzeugt. Der Verein ist heute von DEICHMANN und Arbeitsministerin Malu Dreyer als Landessieger in Rheinland-Pfalz gewürdigt worden. „Ich gratuliere dem Projekt sehr herzlich zu diesem Erfolg und danke allen Projektbeteiligten, die sich diesen Erfolg redlich verdient haben.
Die Azubi-Coaches sind ein gutes Beispiel dafür, wie Jugendliche, die es aus verschiedenen Gründen nicht so leicht haben, in der betrieblichen Ausbildung unterstützt werden können. Gerade angesichts des hohen Fachkräftebedarfs müssen wir allen Jugendlichen - gleich welche Voraussetzungen sie mitbringen – die Chance geben, sich mit ihren Potentialen einzubringen. Projekte wie der Azubi-Coach sind ein wichtiges Angebot für die Jugendlichen selbst, sie leisten aber auch einen ganz wesentlichen Beitrag für den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Rheinland-Pfalz“, betonte Arbeitsministerin Dreyer. Mit der regionalen Auszeichnung ist ein Fördergeld in Höhe von 1.000 Euro verbunden.
 
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5vier vom 23.09.2011

Wo gefährdete Jugendliche Hilfe finden
Die meisten Fälle von Erziehungshilfe des Jugendamts im Kreis Trier-Saarburg entfallen auf die Verbandsgemeinde Konz. Jetzt startet mit einem Beschluss des Kreisausschusses ein Pilotprojekt: Ein Jugendhilfezentrum vor Ort soll aufgebaut werden. So will das Jugendamt in Problemfällen effektiver helfen.
Konz. Aggressionen, Wutausbrüche, Streit. Wenn das zum Familienalltag gehört, läuft etwas nicht richtig. Kinder werden vernachlässigt oder sind auf sich alleine gestellt. Eltern haben keine Zeit für sie - sei es wegen der Überstunden im Job oder wegen Alkohol- und Drogenproblemen. Sobald das Kind unter der Vernachlässigung leidet, wird es ein Fall für das Jugendamt.
Bisher hat das Kreisjugendamt von Trier aus zentral gearbeitet. Bei Problemfällen hat es Spezialisten von Trägern wie dem Caritasverband Region Trier eingeschaltet, die sich um solche Fälle kümmern. Jetzt will das Amt die Expertise in der Stadt Konz bündeln und dort ein Sozialraumzentrum schaffen, in dem die Jugendhilfe für die Verbandsgemeinde (VG) Konz zusammengefasst wird. Das ist ein Pilotprojekt im Kreis Trier-Saarburg.
"Ziel ist es, mit dem gleichen Mitteleinsatz mehr zu erreichen", erklärt Jugendamtsleiter Andreas Beiling. Dass die VG Konz dafür ausgewählt wurde, liegt unter anderem an der Erziehungshilfestatistik. Immerhin stammen 187 der 683 Fälle von Erziehungshilfe (siehe Extra), die 2010 beim Kreisjugendamt registriert wurden, aus der VG Konz.
Um solche Fälle zu vermeiden, stellt der Kreis für den neuen Ansatz jährlich 520 000 Euro bereit. Mit dem Budget werden unter anderem neun bis zwölf Stellen vor Ort geschaffen. Diese Stellen teilen sich drei Träger, die der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung mit dem Projekt in Konz beauftragt hat: der Caritasverband für die Region Trier, die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais aus Trier und das Sozialwerk Saar-Mosel aus Merzig.
Träger bringen Erfahrung mit
Jeder der drei Träger bekommt das Geld für 1,8 Stellen, vom Kreisjugendamt sind drei weitere Leute eingeplant. Der Kreis habe sich für diese Träger entschieden, weil sie große Erfahrung in der Jugendhilfe mitbrächten, sagt Beiling. Außerdem habe das Jugendamt schon erfolgreich mit ihnen zusammengearbeitet. "Vernetzung ist der zentrale Bestandteil unseres Konzepts", sagt Beiling. Deshalb wolle der Kreis örtliche Institutionen wie Vereine, Schulen oder das Jugendnetzwerk Konz mit in das Projekt einbeziehen. Auch Elternkurse seien geplant.
Durch solche präventive Maßnahmen will der Kreis verhindern, dass Kinder und Jugendliche stationär behandelt werden müssen. 2010 hat er allein für die Heimunterbringung 6,7 Millionen Euro ausgegeben. Das könnte künftig weniger werden, weil sich das Team frühzeitig einschaltet.
Die Vorbereitung zusammen mit den Trägern laufen seit Anfang August. Das bisherige Vorgehen hat zum Teil dazu geführt, dass sich unterschiedliche Sachbearbeiter um den gleichen Fall gekümmert haben. Jetzt werden die drei festen Institutionen unter einem Dach vereint. Mitarbeiter der Träger sind als feste Ansprechpartner permanent vor Ort.
Wo die Büros sein werden, steht noch nicht fest. Zurzeit stehen die Träger in Kontakt mit Maklern und der VG-Verwaltung in Konz, um passende Räume für das Sozialraumzentrum zu finden. Bisher diene ein Raum beim Caritasverband in der Konstantinstraße in Konz als Besprechungszimmer.
Der Kreis Trier-Saarburg hat 2010 insgesamt 8,5 Millionen Euro für Erziehungshilfen ausgegeben. Laut Kinder und Jugendhilfegesetz besteht ein Anspruch auf Erziehungshilfe, "wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist". Die Hilfsmechanismen reichen von der Erziehungsberatung über sozialpädagogische Familienhilfe bis hin zur kostenintensiven Einzelbetreuung und Heimerziehung. cmk
 
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TV vom 27.07.2011

Einer der Letzten seiner Art
In Rheinland-Pfalz gibt es noch 460 Zivildienstleistende. Der Trie rer Elias Lintz ist einer von ihnen. Noch bis zum 15. August leistet er seinen Dienst beim Palais e.V. ab. In der sozialen Einrichtung übernimmt der junge Zivi eine Vielzahl von Aufgaben.
Trier. "Eigentlich wollte ich zur Bundeswehr und Pilot werden. Dann hätte ich aber auch Trier verlassen müssen", sagt Elias Lintz. Das wollte der heimatverbundene Trierer nicht und entschied sich für den Zivildienst. Bis zum August ist der 21-Jährige noch einer von 460 Zivis, wie die Zivildienstleistenden im Volksmund genannt werden, in Rheinland-Pfalz und damit einer der Letzten seiner Art. Seinen Dienst leistet er beim Palais e.V., einem Verein, der sich um sozial schwache Kinder, Jugendliche und Erwachsene kümmert.
Probleme mit der Pünktlichkeit
Am Anfang hatte der junge Abiturient noch etwas Schwierigkeiten, sich an das neue Arbeitsleben im Palais zu gewöhnen. "Gerade mit der Pünktlichkeit hatte ich zu Beginn noch Probleme. Das hat sich aber nach kurzer Zeit alles eingependelt", sagt Elias. Seine Aufgabenliste ist lang. Von einfachen Botendiensten bis zu organisatorischen Aufgaben hat Elias allerhand zu tun. Immer in seiner Nähe: das Telefon. Der junge Zivi ist das Verbindungsstück zwischen der Außenwelt und den Mitarbeitern im Palais. Eingehende Anrufe leitet er an diese weiter oder schreibt ihnen einen Erinnerungszettel. "Man hat ziemlich schnell raus, für wen man auf jeden Fall einen Zettel schreiben muss", sagt Elias lachend.
Er ist häufig der Erste, mit dem man im Palais Kontakt hat. Die Theke ist der zentrale Punkt der Einrichtung und der Hauptarbeitsplatz von Elias. Hier treffen sich Mitarbeiter, Gäste und Jugendliche. Über die Theke kommt der Zivi in Kontakt mit den Jugendlichen, die sich in einer Maßnahme des Palais befinden und lernt deren Hintergründe kennen. Die Gespräche mit den Jugendlichen haben ihn verändert. "Ich bin offener und hilfsbereiter gegenüber anderen geworden und gehe mit eigenen Problemen ganz anders um", sagt der junge Trierer. Den Jugendlichen hilft er auch mal, wenn es darum geht, eine Bewerbung richtig zu schreiben oder eine Ausbildungsstelle zu suchen.
Elias Lintz findet es schade, dass es den Zivildienst nicht mehr gibt. "Ich bin während meiner Zeit hier reifer und erwachsener geworden. Ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben", sagt er. Beim Palais e.V. ersetzen Bürgerarbeiter und Auszubildende die Zivis.
Im Wintersemester beginnt Elias Lintz das Studium der Erziehungswissenschaft an der Universität Trier. "Ich wollte eigentlich etwas anderes studieren, aber ich hab während meines Zivildienstes gemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit im sozialen Bereich bringt", sagt der angehende Student. pj
 
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TV vom 05.04.2011

Musikalischer Hilfseinsatz
Mit Melodien von Glenn Miller bis Michael Jackson hat die Big-Band der Bundeswehr am Montagabend das Publikum in der ausverkauften Europahalle begeistert. Neben der Musik ging es aber auch um den guten Zweck: Die Einnahmen gehen an die Kinder- und Jugendhilfe Palais.
Trier. Wenn die vom gemeinnützigen Trierer Verein Palais betreuten Kinder demnächst von einem neuen Kleinbus abgeholt werden, dann verdanken sie das auch der Big-Band der Bundeswehr. 4000 Euro aus dem Kartenvorverkauf für das Benefizkonzert hat der Verein erhalten. Dank der Unterstützung der Volksfreund-Leser im Rahmen der Aktion "Meine Hilfe zählt" ist die Finanzierung des Busses gesichert.
Meine Hilfe zählt
Dass die Europahalle am Montagabend mit 1200 Besuchern ausverkauft war, dürfte aber keineswegs nur am guten Zweck liegen, dem die Einnahmen zugute kommen. Schließlich steht die Big-Band der Bundeswehr für erstklassige Swing-Musik - und das bereits seit 40 Jahren (siehe Extra). Zum Auftakt spielte sich das Ensemble unter Leitung von Oberstleutnant Christoph Lieder daher mit "Happy Birthday" selbst ein Ständchen.
Trügen die Musiker, die bereits zum fünften Mal in Trier zu Gast sind, nicht ihre Uniformjacken, würde man sie wohl kaum für eine Armeekapelle halten. Fliegermarsch und Alte Kameraden gehören nicht zu ihrem Repertoire. Der frühere Bundesverteidigungsminister und spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt wollte als Initiator der "musikalischen Geheimwaffe" bewusst ein Gegengewicht zur traditionellen Militärmusik schaffen.
Mit drei Glenn-Miller-Titeln gibt die Band den Takt des Abends vor - hier wird nicht marschiert, sondern geswingt und gegroovt. Mit der aus Sambia stammenden Bwalya hat sich das Ensemble eine Sängerin als Verstärkung geholt, die eine große Portion Soul und Exotik hinzufügt. Mit Shakiras Fußball-Hymne "Waka Waka" und Michael-Jackson-Hits reißt sie das Publikum ebenso mit.
Auch die Instrumentalisten bekommen reichlich Gelegenheit, sich solistisch zu präsentieren, Ob an Bass oder Gitarre, Posaune oder Trompete, Saxofon oder Schlagzeug - alle sind exzellente Vollblut-Musiker. Mit dem funkigen "Coffee Shop" haben sie sogar eine eigene Komposition im Programm.
Ein weiterer Auftrag der Band sind Nachwuchsgewinnung und Öffentlichkeitsarbeit für die Bundeswehr, zwei Jugendoffiziere informieren daher in der Konzertpause über die beruflichen Perspektiven bei den Streitkräften.
Zum Abschluss des Konzerts spendet das Publikum langen Beifall, der sowohl der musikalischen Leistung gilt als auch dem gesellschaftlichen Engagement. Als Zugabe gibt es dann doch noch ein Soldatenlied: Mit dem ebenso erfolgreichen wie gänzlich unkriegerischen "Lili Marleen" beenden die Streitkräfte ihren musikalischen Einsatz an der sozialen Front.
 
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Trierischer Volksfreund vom 21.03.2011

Nur nicht den Kontakt abbrechen!
Pickel, Wutausbrüche, Rückzug: Wenn die Kinder in die Pubertät kommen, bricht für Familien eine neue Zeit heran. Wie können Teenager und Eltern besser durch die Phase des Umbruchs kommen?
Trier. Drei Experten gaben unseren Lesern wertvolle Tipps am Telefon. Hier eine Auswahl an Fragen und Antworten.

Ich glaube meine 16-jährige Enkelin hat eine Essstörung. Was kann ich tun?
Christian Botzet vom Palais e.V. in Trier: Sie müssen reagieren! Dabei spielt das Wie eine große Rolle. Eine Faustregel ist: ansprechen ja, verurteilen nein! Verwenden Sie sogenannte Ich-Botschaften! Sagen Sie beispielsweise: "Ich mache mir Sorgen um Dich!" Falsch wäre, zu sagen: "Du bist doch viel zu dünn." Das wären sogenannte Du-Botschaften, und dabei blockiert das Gegenüber. Weiter können Sie vorschlagen: "Wir beide können ja mal eine Beratungsstelle aufsuchen." Wichtig ist, dass Sie gefühlvoll und sensibel mit Ihrer Enkelin sprechen und einen ruhigen Moment für das Gespräch wählen.
 
Mein Sohn hat sich vom Körpergeruch so verändert. Wie kann ich damit umgehen?
Michael Naundorf, Sozialarbeiter der Lebensberatungsstelle in Wittlich: Ihr Sohn bekommt es nicht so mit, weil es sein Eigengeruch ist. Machen Sie ihn sanft darauf aufmerksam, bevor er Reaktionen, die sehr verletzend sein können, aus seinem Umfeld wie der Schule oder von Freunden bekommt.
 
Ich erziehe meinen Enkel (16). Wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis, doch in letzter Zeit hat er sich stark verändert. Seine Haare werden immer länger, er hat eine Freundin und redet nicht mehr so viel mit mir. Wie kann ich damit umgehen?
Michael Naundorf: Pubertät bedeutet auch, dass für Ihren Enkel andere Themen wichtiger werden wie Freunde, Freundin und berufliche Interessen. Auch das verstärkte Achten auf Äußeres spielt dabei eine Rolle. Was Sie beschreiben sind Ablösungssignale. Für Sie ist es wichtig zu lernen, mit diesem Ablösungsprozess umzugehen.
 
Mein Sohn (15) ist oft zornig, und er sagt, dass er keinen Bock auf uns hat. Auch sein Ton ist sehr verletzend. Er taucht nur noch zum Essen auf und dann schottet er sich meist ab. Ist das normal?
Anne Bonse-Koch, Psychologin der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Diakonischen Werkes in Trier: Ja, das ist völlig normal. Haben Sie Geduld, und warten Sie auf Momente, in denen Ihr Sohn zugänglich ist! Diese Momente gibt es. Nutzen Sie diese Gelegenheiten, und machen Sie ihm deutlich, dass Sie mit ihm in Kontakt sein möchten! Fragen Sie ihn, was ihn beschäftigt oder was es im Freundeskreis gibt! Oder sprechen Sie mit ihm über Aktuelles! In Kontakt sein heißt, sich als Gesprächspartner anbieten und Interesse deutlich machen. Sagen Sie ihm auch unmissverständlich, dass sein Ton oft verletzend ist, und dass Sie einen anderen Ton wünschen!
 
Seit unsere Tochter(13) in der Pubertät ist, sacken ihre Noten ab. Kann es da einen Zusammenhang geben?
Anne Bonse-Koch: Dass die Schulleistungen sinken, lässt sich oft während der Pubertät feststellen. Die Wichtigkeit der Hausaufgaben etwa schwindet, andere Themen gewinnen an Bedeutung. Aber seien Sie auch aufmerksam! Manchmal können andere Gründe hinter schlechten Noten stecken. Wichtig ist, dass Sie in Kontakt mit Ihrer Tochter bleiben.
 
Wir beobachten seit längerer Zeit, dass der Einfluss der Klassenkameraden auf unsere Tochter (15) immer größer und unser Einfluss auf sie immer geringer wird. Wir haben Angst den Kontakt zu ihr zu verlieren.
Michael Naundorf: Sprechen Sie mit Ihrer Tochter und drücken Sie Ihre Sorge aus! Nicht vorwurfsvoll, sondern stellen Sie Ihre Position dar! Die meisten Jugendlichen wünschen sich Erwachsene, die klar sagen, wie sie bestimmte Dinge sehen und welche Werte sie haben. Das gibt den jungen Leuten Orientierung. Bedeutsam ist, dass die Botschaft, "Ich habe Interesse an dir, du bist mir wichtig", bei Ihrer Tochter ankommt.
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Trierischer Volksfreund vom 16.03.2011

So umarmen Sie einen Kaktus
Hilfe, unser 15-jähriger Sohn raucht. Was können wir tun? Bei uns ist nur noch Zoff, weil unsere 14-jährige Tochter gegen jeden und alles meckert. Haben Sie einen Tipp? Rufen Sie heute zwischen 17 und 19 Uhr an und sprechen Sie mit Experten am Telefon rund um das Thema Pubertät!
Trier. (kat) Pubertierende sind oft unnahbar, und ihre Sprüche pieksen wie die Stacheln eines Kaktus. Nichts ist mehr, wie es war. Statt gemütlicher Sonntagsausflüge gibt es Türengeknalle, und Krisen sind an der Tagesordnung.
Der 15-jährige Paul hängt mit "komischen" Jungs ab, er raucht, und permanent gibt es Streit. Um das Ausgehen, um die Freunde, um das Einhalten von Familienregeln, die lange Zeit ihre Gültigkeit hatten, und um das Thema Schule.
Ein anderes Beispiel: Die einst fröhliche Janina bekommen ihre Eltern kaum noch zu Gesicht. Mürrisch sitzt sie am Mittagstisch, und danach verschwindet sie stundenlang in ihrem Zimmer. Gespräche zwischen Eltern und Tochter finden kaum noch statt. Wie können Pauls Eltern mit den aus ihrer Sicht "komischen" Freunden umgehen? Was können sie tun, damit sich Paul an die Familienregeln hält? Sollten Janinas Eltern das Mädchen in Ruhe lassen? Die Pubertät stellt Eltern vor neue Herausforderungen. Und oftmals ist es gar nicht leicht, einen Kaktus zu umarmen. Mit dem TV-Erziehungstelefon bietet der Trierische Volksfreund seinen Leserinnen und Lesern einen speziellen Service: Heute können Sie Michael Naundorf, Telefon 0651/7199-194, Diplom-Sozialarbeiter der Lebensberatungsstelle Wittlich, und Soi Papanastasiou, Telefon 0651/7199-195, Psychologin der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Diakonischen Werkes in Trier, sowie Diplom-Psychologe Jochen Fredrich, Telefon 0651/7199-196, vom Palais e.V. in Trier, direkt am TV-Erziehungstelefon befragen. Auch Kinder und Jugendliche sind eingeladen, das Gespräch mit den Fachleuten zu suchen.
Hinweis: Lediglich der Sachverhalt wird von den Experten zwecks des Nachberichts weitergegeben. Namen bleiben anonym.
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Trierischer Volksfreund vom 11.03.2011

Benefiz-Projekt: ... und da waren es schon 20
Von unserem Redakteur Dieter Lintz
Das war ganz schön harte Arbeit: Der Kleinbus für die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit des Palais e.V. gehörte zu den ersten Projekten von "Meine Hilfe zählt". Nun zeigt sich: Mit Geduld und Engagement kann man auch größere Probleme lösen.
Am Ende überschlugen sich die Ereignisse. "Jeden Tag gab es etwas Neues", erzählt Christian Botzet vom Palais e.V. Erst näherte sich die Spendensumme den veranschlagten 14 000 Euro immer mehr, dann wurde den Initiatoren ein toller Jahreswagen angeboten, der freilich trotz beachtlichen Benefizrabatts mit einigen notwendigen Umrüstungen 18.000 Euro kostete.
Zum Glück gingen aber dann die Karten für das Benefizkonzert mit der Bundeswehr-Bigband am 4. April derart weg wie warme Semmeln, dass schon aus den Vorverkaufserlösen die fehlende Summe aufgestockt werden konnte.
Das Resultat: Gestern wurde der Kaufvertrag für einen schicken Ford Transit FT 300 K unterschrieben. "Ab dem 1. März ist er im Einsatz", freut sich Christian Botzet und dankt dem Trierer Autohaus am Verteilerkreis für dessen "beachtliche Unterstützung". Das neue Fahrzeug kommt gerade rechtzeitig, hatte doch der alte Transporter des Palais nach mehr als einer Viertelmillion Kilometern langsam den Geist aufgegeben. Und ohne täglichen Fahrzeugeinsatz ist die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit des Palais in Trier und den umliegenden Kreisen akut gefährdet - ein Angebot, das gerade Kindern zugute kommt, die es von Haus aus nicht besonders dicke haben.
Besonders dürfte die Palais-Kids eine weitere Nachricht von Christian Botzet erfreuen: In den ersten beiden Sommerferienwochen steht dank des neuen fahrbaren Untersatzes der beliebten Sommerferienfreizeit nichts mehr im Weg.
Mit dem 18 000-Euro-Projekt ist das insgesamt 20., aber auch bislang größte Vorhaben der TV-Aktion "Meine Hilfe zählt" finanziert worden. Bislang waren die Rollstühle für die Jugendabteilung der Rollis mit 16 500 Euro Rekordhalter.
Zurzeit sind 18 neue Projekte auf der Homepage von "Meine Hilfe zählt" gelistet. Gute Chancen, es bald zu schaffen, hat die Kindertagesstätte Wichernhaus, die die Spielmöglichkeiten für ihre Kinder verbessern will. Dann rücken schon wieder viele neue Initiativen nach. Auch weiterhin werden wir mittwochs und samstags neue Projekte vorstellen und über den Fortgang der Aktion berichten.
Am 4. April, 20 Uhr, gastiert die Bigband der Bundeswehr zugunsten des Palais e.V. in der Europahalle. Karten: TV-Service-Center Trier, Wittlich, Bitburg, Telefon 0651/7199996.
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Trierischer Volksfreund vom 11.03.2011

Der Spagat zwischen Familie und Beruf
Die Erziehung ihrer Kinder und den dauerhaften Einstieg in einen Beruf unter einen Hut zu bringen ist für Alleinerziehende nicht leicht. Ein neues Patenschaftsprojekt des Trierer Vereins Palais soll dabei helfen.
Trier. Sich um die Kinder kümmern, einer Arbeit nachgehen und ohne die Unterstützung eines Partners den Alltag meistern: Alleinerziehende Frauen und Männer haben es nicht leicht. Nach Angaben des statistischen Landesamts leben rund 15 800 alleinerziehende Menschen in der Region, die weitaus meisten davon sind Frauen.
 Die Triererin Sabrina Schall, 29 Jahre, ist eine von ihnen. Auch wenn sie offiziell erst seit vier Jahren vom Vater ihres Kindes getrennt lebt, hat die ausgebildete Mechatronikerin sich seit der Geburt ihres Sohns vor zehn Jahren meist alleine um die Erziehung gekümmert. Das macht den Einstieg und den dauerhaften Erhalt einer festen Arbeitsstelle nicht gerade einfach.
"Einer geregelten Arbeit nachzugehen ist für diese Menschen mitunter schwierig", sagt Christoph Fuchs, Geschäftsführer des Jobcenters Trier-Saarburg. Probleme gebe es vor allem in der Zeit der Schulferien: "Kein Angestellter kann sich so viel Urlaub nehmen, um auf seine Kinder aufzupassen." Derzeit gibt es in Trier etwa 700 Alleinerziehende, die auf Jobsuche sind. Im Kreis Trier-Saarburg sind es 400. Um ihnen den Spagat zwischen Familie und dem dauerhaften Einstieg in einen Beruf zu erleichtern, haben der Verein Palais und die Jobcenter aus Trier und dem Kreis Trier-Saarburg im vergangenen Jahr das Projekt "Zeit für Rat und Tat" ins Leben gerufen. Hier werden die Alleinerziehenden, die beispielsweise aufgrund der Erziehung ihrer Kinder keinen Beruf erlernt haben, dabei unterstützt, den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt zu meistern. "Als alleinerziehende Mutter von drei Kindern ist es kaum möglich, einen festen Job zu bekommen", berichtet Yvonne Nwige, 34 Jahre, die eine Ausbildung als Friseurin abgeschlossen hat.
Darum freut sie sich, genau wie Sabrina Schall, dass bei "Zeit für Rat und Tat" ein neues Patenschaftsprojekt für Alleinerziehende startet. "Es wäre denkbar, dass die Paten die Kinder aus dem Kindergarten oder von der Schule abholen", erklärt Tanja Zerfass, die sich gemeinsam mit Sandra Grau um das Projekt kümmert. Paten könnten sowohl junge als auch ältere Menschen sein, "beispielsweise kinderlose Paare oder Rentner". Wichtig sei, dass die Chemie zwischen allen Beteiligten stimme, "und dass die Leute sich auch langfristig engagieren möchten".
"Ich wünsche mir für meinen Sohn ein männliches Vorbild", sagt Sabrina Schall, "jemand, der mal mit ihm ins Fußballstadion geht und ihm zeigt, welche Chancen er hat." Auch Yvonne Nwige hofft, dass ihre Kinder einen zweiten erwachsenen Ansprechpartner bekommen. "Die Kinder wollen sich ja nicht in allen Dingen ihrer Mutter mitteilen."
Extra Für das Patenschaftsprojekt für Alleinerziehende und ihre Kinder sucht die Aktion "Zeit für Rat und Tat" des Vereins Palais sowohl junge als auch ältere Menschen, die sich als Paten einbringen und Kinder betreuen möchten. Wer dazu bereit ist, sich ehrenamtlich in dieser Sache zu engagieren, kann sich direkt mit Tanja Zerfass und Sandra Grau vom Verein Palais in Verbindung setzen: Palais e.V., Christophstraße 1 in 54290 Trier, Telefon 0651/41061. (slg)
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Trierischer Volksfreund vom 11.03.2011

Alleinerziehende beim Arbeitseinstieg unterstützen
Alleinerziehende Mütter und Väter auf Arbeitssuche können seit vergangenem August durch das Projekt “Zeit für Rat und Tat” des Palais e.V. und der Jobcenter Trier und Trier-Saarburg gefördert werden. Die Einrichtung in der Christophstraße begleitet bis zu 33 Eltern auf dem Weg in eine berufliche Zukunft mit Qualifizierungsmaßnahmen und Beratungen. Das Angebot reicht von Tipps für die Erziehung und für eine bessere Organisation des Alltags bis zur Hilfe bei Bewerbungen und der Stellenrecherche. Neu hinzugekommen ist jetzt ein Patenschaftsprojekt. Dafür werden Menschen gesucht, die den Alleinerziehenden bei der Betreuung der Kinder helfen möchten.
TRIER. Keinen Partner, keine Arbeit, aber ein Kind – 400 Frauen und Männer im Landkreis und 700 in Trier befinden sich in dieser Situation. Um diese Zahl der alleinerziehenden Arbeitslosengeld-II-Empfänger zu verringern, bietet der Palais e.V. in Kooperation mit den Jobcentern Trier und Trier-Saarburg das Projekt “Zeit für Rat und Rat” an. Seit August 2010 läuft die auf zwei Jahre angelegte Maßnahme, die von den Jobcentern, dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familien und Frauen des Landes und dem Europäischen Sozialfonds finanziert wird.
“Zentrales Ziel ist es, die Integration in den Arbeitsmarkt voranzutreiben”, sagt Reinhold Spitzley, Geschäftsführer des Palais e.V. Dreißig Mütter und drei Väter aus der Stadt und dem Kreis werden derzeit bis zu vier Stunden täglich in der Einrichtung unterstützt. Die Mitarbeiterinnen geben Hauswirtschafts- und Erziehungstipps, beraten bei Problemen wie Schulden oder Unausgeglichenheit und helfen bei der Stellensuche und beim Bewerben.
Ein neuer Baustein von “Zeit für Rat und Tat” ist das “Patenschaftsprojekt für Alleinerziehende und ihre Kinder”. Dabei sollen engagierte Menschen über einen längeren Zeitraum für etwas Entlastung bei Eltern sorgen, die eine Arbeit finden möchten, denen aber familiäre oder andere persönliche Unterstützung fehlt. Bei der Betreuung geht es vor allem um die Abdeckung von Randzeiten, wenn die Kinder aus dem Hort, der Kindertagesstätte oder der Schule kommen. “Nur mal eine Stunde in der Woche ist auch okay”, sagt die Palais-Mitarbeiterin Tanja Zerfass, und der Geschäftsführer des Jobcenters Trier-Saarburg Christoph Fuchs ergänzt: “Die Mütter und Väter sollen den Kopf frei haben für die Integration in den Arbeitsmarkt.” Idealiter sollen die Paten aber nicht bloß Babysitter sein, sondern zu einer Bezugsperson und einem Vorbild werden.
Gesucht werden deshalb Menschen, die Zeit und Lust haben, sich mit anderen Menschen zu beschäftigen, die andere Lebenswelten kennenlernen möchten und Interesse an persönlichen Beziehungen haben. Sowohl Alter als auch Geschlecht oder Herkunft spielen keine Rolle. Über eine gewisse Lebenserfahrung und Verantwortungsbereitschaft sollten die Paten allerdings schon verfügen.
Damit der Bewerber auch zur Familie passt, wurden Fragebögen für beide Seiten entwickelt und sollen Einzel- und Gruppengespräche geführt werden. Die ersten gemeinsamen Aktivitäten finden mit einer Betreuerin statt, um zu sehen, wie es funktioniert. “Es sollen Beziehungen entstehen”, so Zerfass. “Und es soll eine gegenseitige Geschichte werden.”
Dies bekräftigt auch Sabrina Schall. “Wir wollen den Eindruck vermeiden, dass wir nur kostenlose Babysitter suchen”, so die Teilnehmerin bei der Vorstellung des Projektes. “Wir wollen nicht nur nehmen, sondern auch geben.” Die Triererin ist Mutter eines zehnjährigen Sohnes und gelernte Sonnenschutzmechatronikerin und böte dem Paten oder der Patin an, als Gegenleistung für die Betreuung ihres Kindes zum Beispiel bei handwerklichen Dingen zu helfen.
Auch wenn das Patenschaftsmodell erst jetzt startet, scheint das Projekt “Zeit für Rat und Tat” gut anzukommen. “Mir hat das Palais sehr geholfen”, sagt die Teilnehmerin Claudia Weiler. Die Unterstützung habe sie sehr motiviert. Bis zum Ende der Präsentation kann sie nicht bleiben. Sie hat ein Bewerbungsgespräch. Wenn es zu einem erfolgreichen Abschluss kommt, ist sie die vierte von 49 Kunden der Jobcenter, die bisher an dem Projekt teilgenommen haben und in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vermittelt werden konnten. Fünf Teilnehmerinnen haben in den vergangenen Monaten ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis aufgenommen, weitere Vermittlungen stehen laut den Leitern der Jobcenter unmittelbar bevor.
Informationen zum Patenschaftsprojekt bei Tanja Zerfass und Sandra Grau, 0651/41061, alleinerziehende@palais-ev.de.
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